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Netzwerk für psychische Gesundheit :
Kantonsärztlicher Dienst lanciert neues Schwerpunktprogramm

Rund 10'000 Aargauerinnen und Aargauer erkranken jährlich an einer psychischen Krankheit. Jedes Jahr verursachen die psychischen Krankheiten gesamtschweizerisch Kosten von 2'000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. Die indirekten Folgekosten, die durch Arbeitsunfähigkeit und Frühpensionierung verursacht werden, belaufen sich auf fast 1'000 Franken pro Jahr und Einwohner. Dem will das Schwerpunktprogramm "Psychische Gesundheit Kanton Aargau" entgegenwirken.

Auch im Kanton Aargau zeigt sich ein grosser Bedarf an Koordination der Angebote und Vernetzung, der mit den gegenwärtigen Strukturen im Rahmen der bestehenden Schwerpunktprogramme "Gesundes Körpergewicht", "gsund und zwäg i de schuel", "Betriebliche Gesundheitsförderung" und "Gesundheitsförderung im Alter" im Bereich der psychischen Gesundheit nur ungenügend abgedeckt ist. Zudem offenbaren sich Lücken in den Angeboten zur Erreichung einzelner Zielgruppen (z.B. Lernende und Arbeitslose).

Neues Schwerpunktprogramm

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wurde das Schwerpunktprogramm "Psychische Gesundheit" ins Leben gerufen. Die Programmleitung soll die Vernetzung mit Akteuren aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Frühintervention, Therapie und Reintegration sicherstellen.

Weiter soll sie "Psychische Gesundheit" als Thema in den bestehenden Schwerpunktprogrammen stärken, Angebote zur Früherkennung von psychischen Krankheiten besser koordinieren und insbesondere Risikogruppen bei der Erhaltung ihrer psychischen Gesundheit unterstützen. Durch diese Massnahmen soll die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen vermindert und die Gesundheitskosten stabilisiert werden.

Partnerschaften und Zusammenarbeit

Weiter soll das Netzwerk "Psychische Gesundheit Kanton Aargau" Organisationen und Fachstellen und die Programmleitungen der Schwerpunktprogramme zusammenbringen. Bereichsübergreifende Partnerschaften und Zusammenarbeit sind der Schlüssel für die Förderung der psychischen Gesundheit. Das Netzwerk ermöglicht vor diesem Hintergrund die Koordination der Angebote und fördert den Erfahrungs- und Wissenstransfer unter den Akteuren. Dadurch profitieren weitere Stellen wie der Verband Aargauer Psychologinnen und Psychologen oder das Selbsthilfezentrum Aargau vom Zugang zu verschiedenen Settings (z.B. Familie, Schule, Betrieb, Gemeinden). Des Weiteren sind Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsarbeiten für den Abbau von Vorurteilen über psychische Gesundheit und Krankheit vorgesehen. Mit der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Massnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit soll das psychische Wohlbefinden aller gesteigert werden.

Das Netzwerk wurde heute Donnerstag in Anwesenheit von Grossratspräsidentin Vreni Friker-Kaspar im Kultur- und Kongresshaus Aarau gegründet. Maria-Inés Carvajal, stv. Kantonsärztin und strategische Leiterin des Schwerpunktprogramms, sowie Vilma Müller, Programmleiterin, stellten Programm, Konzept und Arbeitsschwerpunkte zusammen mit den Mitgliedern der Begleitgruppe vor.

  • Departement Gesundheit und Soziales