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Naturama soll Umweltverständnis fördern :
Botschaft an den Grossen Rat vorgestellt

Das veraltete Aargauische Naturmuseum soll in ein modernes Naturama umgewandelt werden. Der Regierungsrat des Kantons Aargau beantragt dem Parlament für den Betrieb einen Sokkelbeitrag von maximal 720?000 Franken pro Jahr.

Der Regierungsrat hat sich in den letzten Jahren wiederholt mit der dringend nötigen Sanierung des aus den 20er Jahren stammenden Naturmuseums in Aarau befasst. In Zusammenarbeit mit dem provisorischen Stiftungsrat und den Partnern Stadt Aarau und Aargauische Naturforschende Gesellschaft (ANG) legt er dem Grossen Rat nun die entsprechende Botschaft vor. Am Donnerstag wurde sie in Aarau den Medien vorgestellt.

Das Naturama will sich dem Lebensraum Aargau in seiner nationalen und internationalen Vernetzung widmen und bei den Besucherinnen und Besuchern das Verständnis für Natur und Umwelt fördern. Mit dem Naturama werde der Aargau im Jubiläums- und Gedenkjahr 1998 etwas Bleibendes schaffen, das dem Anspruch des Kultur- und Bildungskantons gerecht werde und mit einem fortschrittlichen Konzept neue Massstäbe setze, erklärte der Aarauer Stadtammann Marcel Guignard.

Drei-Sparten-Betrieb

Vorgesehen ist ein in der Schweiz einmaliger Drei-Sparten-Betrieb:

Der Basisbetrieb "Naturama-Viva" umfasst eine nach neusten didaktischen Erkenntnissen gestaltete, interaktive Dauerausstellung mit den Zeitebenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (von den Dinosauriern bis zum Energiekanton) sowie die Museumssammlung. ANG-Vorstandsmitglied Peter Ehrensperger: "Natura-ma-Viva erfüllt damit als ?Gedächtnis der Landschaftsentwicklung? eine grundlegende Dokumentations- und Informationsaufgabe." Finanziert wird der Basisbetrieb primär durch den Kanton. Die Regierung beantragt dem Grossen Rat dafür einen jährlichen Sockelbeitrag von maximal 720?000 Franken. Der Bund steuert pro Jahr rund 240?000 Franken für Dokumentations- und Informationsaufgaben bei. Geplant ist ein möglichst kostengünstiger Betrieb durch Nutzung von Synergien mit den beiden Auftragsbetrieben und durch Sponsoring.

Der Auftragsbetrieb "Naturama-Info" befasst sich mit der Vermittlung spezifischer Naturama-Inhalte an die breite Oeffentlichkeit, mit dem Ziel, beim Publikum - insbesondere bei Schülerinnen und Schülern - Interesse und Freude an Natur und Landschaft zu wecken und Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit dem Lebensraum Aargau zu schaffen. Laut Regierungsrat Peter Wertli, Vorsteher des Erziehungsdepartements (ED), trägt "Naturama-Viva" dem im Regierungsprogramm 1997-2001 formulierten Willen der Kantonsregierung zur nachhaltigen Entwicklung Rechnung und ergänzt bestehende Aktivitäten in diesem Bereich. Die Finanzierung von 440?0000 bis 870?000 Franken pro Jahr erfolgt durch den Kanton via Auslagerung bestehender und neuer Aufgaben. So wird etwa die ED-Fachstelle Umwelterziehung in "Naturama-Info" integriert.

Der Auftragsbetrieb "Naturama-Data" ist in der schweizerischen Naturmuseen-Szene neuartig. Er befasst sich mit der Erhebung und Auswertung von Daten zur Erfolgskontrolle von Naturschutz-Massnahmen. Auch hier trägt der Kanton durch Umlagerungen die Kosten von rund 1,4 Millionen. Das bestehende Aargauische geografische Informationssystem (AGIS) wird für die Naturama-Bedürfnisse weiterentwickelt.

Immobilienstiftung stellt Infrastruktur

Die Infrastruktur für die drei Sparten stellt die von ANG, Stadt und Kanton getragene Naturama-Immobilienstiftung zur Verfügung. Laut dem provisorischen Stiftungsratspräsidenten und Aarauer alt Stadtammann Markus Meyer wird die Stiftung über ein Startvermögen von rund 20 Millionen Franken verfügen, bestehend aus Grundstück und Altbau des Naturmuseums, einem zu errichtenden Naturama-Neubau, den Einrichtungen und dem Sammelgut.

Die ANG bringt davon rund 7 bis 9 Millionen ein, die Stadt Aarau - vorbehältlich der Zustimmung von Einwohnerrat und Stimmenden - 5 Millionen und der Kanton rund 9 Millionen, die aus dem Lotteriefonds gespiesen werden. Mit dem Startvermögen der Stiftung sollen die Naturama-Bau- und Einrichtungskosten von rund 18 Millionen gedeckt werden. Im Stiftungskapital inbegriffen ist ein 3-Millionen-Legat Dr. Peter Amsler, Aarau, mit der Bedingung, dass mit dem Bau bis im September 1998 begonnen wird.

AG finanziert Betrieb

Für den Betrieb ist laut regierungsrätlicher Botschaft eine Aktiengesellschaft zuständig. Am Aktienkapital von 500?000 bis 800?000 Franken sollen sich der Kanton zu 60 Prozent, die ANG zu 20 Prozent und die Stadt Aarau zu 10 Prozent beteiligen; der Rest soll von andern Gemeinden beigesteuert werden. Für den Erwerb des Beteiligungskapitals benötigt der Kanton einen Kredit von maximal 500?000 Franken zulasten der Verwaltungsrechnung. Die Kreditbeschlüsse von Kanton und Stadt sollen diesen Sommer fallen.

Weitere Auskünfte:

Urs Kuhn, Umwelterziehung ED
Telefon 062 822 29 48 (Naturmuseum, bis 1200 Uhr); 062 835 20 41 (Büro, ab 1330 Uhr)

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