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Mit gutem Beispiel voran :
Naturschutzprogramm Wald am Beispiel des Badener Waldes

Das erfolgreiche Naturschutzprogramm Wald geht in die dritte Etappe. Die entsprechende Kreditvorlage wurde dem Grossen Rat vor den Sommerferien zugeleitet. Als neuer Schwerpunkt sieht das Programm die Erhaltung und Förderung wertvoller Eichenwälder vor.

Das kantonale Naturschutzprogramm Wald hat zwei Stossrichtungen. Zum einen soll die Holznutzung auf geeigneten Waldflächen ganz eingestellt und den natürlichen Prozessen freien Lauf gelassen werden. Zum anderen werden Waldflächen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten sowie geeignete Waldränder speziell gepflegt und aufgewertet. Seit Beginn dieses äusserst erfolgreichen Programms 1996 sind rund 2000 Hektaren Naturwaldreservate und Altholzinseln und 500 Hektaren Spezialreservate eingerichtet, sowie 145 Kilometer Waldrand aufgewertet worden. Bis heute sind in 152 Gemeinden mehr als 300 Naturschutzverträge mit Waldeigentümerinnen und -eigentümern abgeschlossen worden.

Ein neuer Schwerpunkt der jetzt anlaufenden dritten Etappe des "Naturschutzprogramms Wald" ist die Erhaltung und Förderung wertvoller Eichenwälder. Eichen gehören aus ökologischer Sicht zu den wertvollsten Baumarten. Nicht nur, weil sie wertvolles Holz liefern und sehr alt werden, sondern auch, weil rund 300 Tierarten auf diese Bäume angewiesen sind. Im Aargauer Wald gibt es noch einige eichenreiche Waldgebiete, es mangelt jedoch an jüngeren Eichenbeständen. Im Projekt "Nachhaltige Eichenförderung im Ortsbürgerwald Baden" werden alle 741 alten Eichen in den nächsten 50 Jahren nicht genutzt und stehen gelassen. Mit der Pflege der vorhandenen jungen Eichenbestände und der Pflanzung von Eichen will man einen nachhaltigeren Altersaufbau erreichen. Dies wurde in einem Vertrag mit der kantonalen Abteilung Wald vereinbart. Neben Bund und Kanton wird das Projekt im Rahmen eines Sponsoringvertrags auch von der Holzbaufirma Peterhans, Schibli+Co. in Fislisbach unterstützt.

Auf einem Rundgang anlässlich einer Medienorientierung im Badener Wald wurden am 20. August 2007 die Ziele und Erfolge des Naturschutzes im Wald an eindrücklichen Beispielen erläutert. Ausgangspunkt war das Waldreservat Teufelskeller das erste wirklich grosse Naturwaldreservat im Aargau, das 1999 im Rahmen des damals noch jungen kantonalen Naturschutzprogramms Wald eingerichtet wurde. Seine Kernzone wurde im Laufe der Jahre wesentlich erweitert. Heute ruhen die Motorsägen auf 70 Hektaren trotz Sturm und Borkenkäfer. In diesen wenigen Jahren hat sich bereits eine interessante Entwicklung in Richtung "Urwald" eingestellt, die auch beobachtet und dokumentiert wird.

Regierungsrat Peter C. Beyeler zeigt sich denn auch überzeugt von der Wirksamkeit dieses Programms: "Die kantonalen Beiträge sind gut investiertes Geld. Es werden damit langfristig Naturwerte geschaffen, die im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung allein nicht erreicht werden können. Sie sind ein wichtiger Beitrag für einen lebenswerten Kanton Aargau."

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt