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Missbrauchsfälle sind die Ausnahme :
Projekt Aussendienst des Kantonalen Sozialdiensts hat sich bewährt

Positive Reaktionen bei Gemeinden und Sozialhilfebeziehenden: Das Projekt Aussendienst des Kantonalen Sozialdiensts kommt gut an. Dies zeigt die Auswertung der Pilotphase. Das Projekt wurde deshalb Anfang Jahr auf das ganze Kantonsgebiet ausgeweitet. Derzeit sind 63 Gemeinden beteiligt.

Ziel des Projekts ist es, präventiv dem Missbrauch von Sozialhilfegeldern vorzubeugen - und zwar durch eine Abklärung vor Ort durch einen ausgebildeten Aussendienstmitarbeiter. Konkret bedeutet dies: Sozialhilfebeziehende werden bei der Gesuchstellung um materielle Hilfe über den Einsatz des Aussendienstes informiert und geben dabei ihr Einverständnis, dass ihre Angaben in einem unangekündigten Hausbesuch vom Aussendienst des Kantonalen Sozialdiensts überprüft werden. Mögliche Folgen dieser Präventivmassnahme: Kann die Überprüfung nach mehrmaligen Versuchen nicht stattfinden, wird die Gemeinde auf das Sozialhilfegesuch nicht eintreten. Stellt der Aussendienst bei seinen Abklärungen andere Verhältnisse fest als von den Gesuchstellenden angegeben, werden die Leistungen der Sozialhilfe angepasst.

Ausnahmen selten, aber teuer

Die Pilotphase des Projekts Aussendienst dauerte von April 2007 bis Dezember 2009. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Teilnehmergemeinden innerhalb von geographisch kompakten Regionen von sechs auf insgesamt siebzehn an. Die Auswertungsergebnisse zeigen, dass der Aussendienst ein geeignetes Instrument ist, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Erwartungsgemäss sind wenige Sozialhilfebeziehende von den Massnahmen aus den Aussendiensteinsätzen betroffen (durchschnittlich acht Prozent der Fälle). Insgesamt konnten durch die Massnahmen Zahlungen von geschätzten 60'000 Franken monatlich verhindert werden, die ohne eine Abklärung vor Ort unrechtmässig ausbezahlt worden wären. In den meisten Fällen stimmten die Verhältnisse mit den bei der Gesuchstellung gemachten Angaben überein.

Zu hohe, aber auch zu tiefe Bemessungen

Bei den wenigen Ausnahmen (62 von 787 Sozialhilfefällen) deckten die Abklärungen des Aussendiensts hauptsächlich zu hohe, in seltenen Fällen aber auch zu tiefe Bemessungen der materiellen Hilfe auf. So wurden auch Problemsituationen erkannt, die zu einer Verbesserung für die Betroffenen führten (zum Beispiel günstigere Wohnsituation). In weiteren Fällen konnten die Sozialdienste der Gemeinden aufgrund von Rückmeldungen des Aussendiensts zusätzliche persönliche Hilfe zukommen lassen. Der Grossteil der Beteiligten begrüsst das Projekt denn auch. Von wenigen Ausnahmen abgesehen findet es zudem auch bei den Sozialhilfebeziehenden Unterstützung. Die Gemeinden ihrerseits sind froh, dass jemand mit der nötigen Kompetenz die Angaben der Gesuchstellenden überprüft. Dadurch können Verwaltungsaufwand und Kosten eingespart werden. Aufgrund der erfolgreichen Einführung wurde das Projekt Aussendienst Anfang 2010 für zwei Jahre auf das ganze Kantonsgebiet ausgeweitet. Zurzeit nehmen 63 Gemeinden daran teil, die knapp die Hälfte der Kantonsbevölkerung repräsentieren.

  • Departement Gesundheit und Soziales