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Mipp: Kostentransparenz im Spital :
Kantonsspital Aarau, Gesundheitsdirektion und Versicherer auf neuen Wegen

Spitäler sollen ihre Leistungen wirtschaftlich erbringen und aufzeigen, wie sie die Qualität in der Patientenbehandlung sichern und fördern. Die Antwort aus dem Arzt- und Pflegedienst sowie der Verwaltung auf diese Herausforderung heisst Modell integrierter Patientenpfade (mipp). Mit diesem Instrument geht das Kantonsspital Aarau neue Wege.

Mit der Einführung des neuen Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahre 1996 ist der Druck auf die Leistungserbringer stetig gestiegen. Das bekommen nicht zuletzt die Spitäler zu spüren. Mit Unterstützung Seitens Gesundheitsdepartement und Versicherer wurde vom Kantonsspital Aarau das Projekt der integrierten Patientenpfade lanciert. Patientenpfade - Herzstück von mipp - zeigen auf, welche Leistungen von der Patientenaufnahme, der Diagnostik und der Therapie durchgeführt werden; von wem, in welcher Reihenfolge und in welcher Zeit die Leistungen erbracht werden.

Führungsinstrument für Spitäler

Im Gegensatz zu den heute existierenden Finanzierungsmodellen geht mipp nicht einfach von dem aus, was gemacht wird. Vielmehr wird formuliert, was gemacht werden muss.

Dieses Verfahren trägt dazu bei, routinierte Abläufe zu überdenken und liebgewordene Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Patientenpfade ermöglichen einen sachgerechten Vergleich zwischen verschiedenen Spitälern. Damit wird Transparenz über die Spitalleistungen und die anfallenden Kosten geschaffen. mipp ist somit ein ideales Führungsinstrument.

Transparenz für Krankenversicherer

Mit dem Modell integrierter Patientenpfade bekommen auch die Krankenversicherer ein neues Instrument in die Hand. Anhand der formulierten Standards werden Preis-Leistungs-Vergleiche zwischen den verschiedenen Spitälern möglich. Überkapazitäten und Unwirtschaftlichkeiten können abgebaut werden.

Dieses Potential wollen die Krankenversicherer aktiv nutzen. In einem Pilotvertrag wurden für 11 definierte Patientenpfade per 1.7.2000 feste Preise, sogenannte Fallpreispauschalen, vereinbart. Die Vertragspartner gehen davon aus, dass mit diesem Instrument ein Beitrag zu einem gezielten Kostenmanagement und zur Qualitätssicherung geleistet werden kann. Die Patientenpfade kommen zuerst einmal in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zur Anwendung. In einer späteren Phase kann aber auch der Zusatzversicherungsbereich mit einbezogen werden.

Das Modell integrierter Patientenpfade wird bereits in drei ausserkantonalen Spitälern (Ostschweizer Kinderspital, Kantonsspitäler St. Gallen und Luzern) sowie im Regionalspital Zofingen erprobt. Zudem läuft ein Pilotversuch in der Universitätsklinik Tübingen.

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