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Mehr Halteplätze für Fahrende :
Richtplananpassung geht in die Vernehmlassung

Im Aargau sollen die Halteplätze für Fahrende in den Richtplan aufgenommen werden. Zudem sind auf dem Kantonsgebiet ein neuer Standplatz sowie zwei neue Durchgangsplätze geplant. Zur Anpassung des Richtplans finden vom 29. Juni bis am 11. September 2009 eine Vernehmlassung und eine Mitwirkung statt.

"Lustig ist das Zigeunerleben", sagt uns das Volkslied. Die Wirklichkeit sieht anders aus, zumindest was die Wohnsituation der aktiv Fahrenden betrifft. Es fehlt an legalen Haltemöglichkeiten, insbesondere an Standplätzen für den Winter und Durchgangsplätzen für den Sommer. Als Folge davon wird auch die Ausübung der typischen Gewerbe der Fahrenden Recycling, Dienstleistungen, Handel usw. stark erschwert.

Zur Bereitstellung von Stand- und Durchgangsplätzen für die Fahrenden hat der Grosse Rat im Jahr 2007 einen Rahmenkredit von 2,1 Millionen Franken gesprochen und gleichzeitig verlangt, dass diese Halteplätze in den Richtplan aufgenommen werden. Der Entwurf für diese Anpassung des Richtplans liegt jetzt vor und kann unter www.ag.ch/raumentwicklung, Rubrik "Aktuell", und bei der Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt an der Entfelderstrasse 22 in Aarau eingesehen werden. Eingaben sind bis spätestens am 11. September 2009 an die Abteilung Raumentwicklung einzureichen.

Die vorgeschlagene Anpassung des Richtplans stützt sich auf das vom Regierungsrat genehmigte "Konzept Fahrende Kanton Aargau" und hat sechs bestehende sowie drei neue Plätze zum Gegenstand.

Mit Ausnahme des bereits bestehenden Durchgangsplatzes in Kaiseraugst sind alle Plätze für Fahrende bestimmt, die in der Schweiz leben. Damit kommt das Angebot namentlich den Bedürfnissen der Jenischen entgegen. Dieser Zweckbestimmung wird mit der Grösse, Ausgestaltung und Betreuung der Plätze sowie mit den Platzordnungen Rechnung getragen.

Wenn der Grosse Rat im Anschluss an die Vernehmlassung und Mitwirkung den Richtplan gemäss Entwurf anpasst, sollen zunächst die Durchgangsplätze in Aarau und Windisch saniert und der Standplatz in Spreitenbach in eine definitive Lösung überführt werden. Für Jörg Hartmann, Leiter der kantonalen Fachstelle Fahrende, wäre das ein wichtiger Schritt: "Das Engagement dieser und weiterer Gemeinden trägt wesentlich dazu bei, dass auch der Aargau seinen Beitrag zur Verbesserung der Situation des fahrenden Volkes leisten kann."

Alle Plätze im Überblick

1. Umwandlung des Standplatzes in Spreitenbach vom Provisorium in ein Definitivum
2. Ein neuer Standplatz in einer noch zu bestimmenden Agglomeration
3. Sanierung des Durchgangsplatzes in Aarau
4. Weiterbetrieb des Durchgangsplatzes in Kaiseraugst
5. Sanierung des Winter-Durchgangsplatzes in Windisch
6. Weiterbetrieb des Durchgangsplatzes in Zofingen
7. Ersatz für den 2008 aufgehobenen Durchgangsplatz Niederlenz in der Region Lenzburg
8. Neuer Durchgangsplatz in der Region Aargau Ost
9. Neuer Durchgangsplatz in der Region Freiamt

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt