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Lebensraumaufwertung im Waldreservat :
Holzschlag im Gebiet Weid in Erlinsbach

Im Reservat Egg-Königstein, einem der grössten Waldreservate des Kantons, wird ab Ende November ein grosser Holzschlag ausgeführt. Der Eingriff hilft, den Lebensraum von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aufzuwerten.

Das Waldreservat Egg-Königstein ist mit einer Fläche von rund 240 Hektaren eines der grössten im Kanton Aargau. Es ist ein "Gemeinschaftswerk" und setzt sich aus Waldflächen der Ortsbürgergemeinden Aarau, Erlinsbach und Küttigen, des Kantons sowie einiger Privatwaldeigentümer zusammen.

Auf drei Vierteln dieser Fläche kann sich der Wald frei entwickeln. Ganz anders sind die Prioritäten im Gebiet Weid unterhalb der Zwilflue gesetzt. In diesem Teil des Reservats steht der Schutz seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund. Dieser Schutz bedingt, dass der Mensch lenkend in den Waldbestand eingreift. Mit einem grossen Holzschlag werden seit Ende November die beschatteten Schutthalden freigeholzt, der dichte Wald aufgelichtet und ein Vernetzungskorridor geschaffen. Dieser Eingriff wird das Landschaftsbild zwar verändern, die Massnahmen sind aber unumgänglich, wenn der Lebensraum der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten erhalten und aufgewertet werden soll. So ist beispielsweise die wärmebedürftige Mauereidechse auf gut besonnte Schutthalden angewiesen. Und auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise Orchideen, die Astige Graslilie oder die Schmetterlinge profitieren von mehr Licht und Wärme.

Bedingt durch die extremen Standortbedingungen rund um die Schutthalden, die durch den Felssturz von 1957 entstanden sind, kann der westliche Teil des Gebiets Weid nach erfolgtem Eingriff wieder für längere Zeit sich selbst überlassen werden. Im östlichen Teil des Projektgebiets wird überwacht, wie schnell die aufgelichteten Waldpartien wieder der Ausdunkelung unterliegen.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt