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Lebensraum Naturwald :
Weiteres Naturwaldreservat im Aargau

Rund um den Egelsee im Gemeindebann von Bergdietikon werden 62 Hektaren Staatswald der Natur überlassen. Damit wird das Naturschutzgebiet Egelsee mit See und Flachmoor um einen wertvollen Lebensraum erweitert.

Der Regierungsrat hat der Abteilung Wald grünes Licht gegeben, das erste Naturwaldreservat im südöstlichen Aargau zu verwirklichen. Es liegt zwischen dem Reuss- und dem Limmattal, in einer Senke auf dem Rücken des Heitersbergs und umgibt den Egelsee. Dieser See mit dem angrenzenden Flachmoor ist Kernstück eines auf Zürcher und Aargauer Seite bekannten Naturschutzgebietes und viel genutzten Erholungsgebietes. Mit dem neuen Waldreservat wird das Gebiet um den wertvollen Lebensraum "Naturwald" ergänzt und für Erholung suchende Menschen um eine Attraktion bereichert.

Dem Entscheid, rund um den Egelsee ein Waldreservat auszuscheiden, ging eine längere Planungsphase voraus. Zusammen mit einer Arbeitsgruppe, in der die Gemeindebehörde von Bergdietikon, der zuständige Förster, die Jagdgesellschaft, angrenzende Privatwaldeigentümer und Landwirte und die Egelseekommission vertreten waren, wurden Details zur Erholungsnutzung, zu Fragen der Zuständigkeit und des Wegunterhaltes behandelt. An Informationsveranstaltungen wurden weitere Interessierte und Betroffene wie Naturschutzorganisationen, OL-Verband, und Jugendorganisationen zur Mitwirkung eingeladen. Eigentümer und Eigentümerinnen von Wald, der heute vom Reservat umgeben ist oder unmittelbar angrenzt, wurden ebenfalls informiert.

Die geologischen Verhältnisse an der Nordostflanke des Heitersbergs bewirken eine grosse Vielfalt von unterschiedlichen Waldstandorten. Neben den trockenen Kuppen mit für die Region seltenen Baumarten wie der Mehlbeere finden sich Senken, in denen Bäume und Sträucher oft im Wasser stehen und so den vielen Amphibien, die den See als Laichgewässer nutzen, wertvollen Sommerlebensraum geben. Immer wieder führen Rutsche in den Steilhängen zu dynamischen Erneuerungsprozessen. Bevor sich solche Flächen jeweils wieder bewalden, können sich - allerdings zeitlich begrenzt - Tiere und Pflanzen ansiedeln, die offene Bodenstellen brauchen.

Neben solchen Extremstandorten gibt es auf grossen Flächen ertragsstarke Waldbestände, die bis zur Festsetzung des Naturwaldreservates guter Wirtschaftswald waren. Wenn jetzt die Bewirtschaftung aufgegeben wird, ist dies als Gewinn für die Lebensgemeinschaften eines Waldes zu werten. In den nächsten Jahrzehnten wird sich auch das Waldbild ändern. Einige der jetzt im forstwirtschaftlichen Jargon "hiebsreifen" grossen Bäume werden zu "Urwaldriesen" heranwachsen. Umgestürzte Bäume bringen Licht auf den Waldboden, so dass Kräuter wie beispielsweise der Türkenbund wieder zur Blüte kommen. Der Stamm wird über lange Zeit einer Vielzahl von Insekten, Pilzen und Pflanzen als Nahrungsbasis dienen. Im Gegensatz zu einem bewirtschafteten Wald werden sich also im Naturwaldreservat mit der Zeit Kreisläufe schliessen. Die Menschen können sich als stille Beobachter an dem Zyklus zwischen Werden und Vergehen in einem sich selbst überlassenen Wald erfreuen.

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