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Lebensräume aufwerten :
Holzschlag im Waldreservat Egg-Königstein

Im Waldreservat Egg-Königstein werden in den nächsten Wochen rund 1000 Kubikmeter Holz gefällt. Der Eingriff hilft, den Lebensraum von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Mit dem anfallenden Holz kann die Holzschnitzelheizung der Klinik Barmelweid ein Jahr lang versorgt werden.

Das Waldreservat Egg-Königstein ist mit einer Fläche von rund 240 Hektaren das grösste Waldreservat im Kanton Aargau. Es ist ein "Gemeinschaftswerk" und setzt sich aus Waldflächen der Ortsbürgergemeinden Küttigen und Erlinsbach, der Stadt Aarau, des Kantons sowie einiger Privateigentümer zusammen. Auf drei Viertel dieser Fläche kann sich der Wald frei entwickeln. Ziel sind urwaldähnliche Waldbestände mit uralten Bäumen und einem hohen Anteil an Totholz. Der Wald arbeitet hier "selbständig". Einige Pflanzenarten werden so in den nächsten Jahrzehnten aus diesen Gebieten verschwinden, andere im Gegenzug dazukommen. "Die Natur wird ihren eigenen Weg gehen und der Mensch wird sich für einmal mit der Rolle des Beobachters begnügen", erläuterte Regierungsrat Roland Brogli am Montag an einer Medienorientierung.

Ganz anders sind die Prioritäten dagegen im Gebiet "Gälflue" gesetzt. "In diesem Teil des Reservates steht der Schutz einzelner, seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund", führte Brogli aus. Dieser Schutz bedingt jedoch, dass der Mensch lenkend in den Waldbestand eingreift. Mit einem grossangelegten Holzschlag werden in den nächsten Wochen die beschatteten Felsköpfe und Blockschutthalden im Gebiet "Gälflue" freigeholzt. "Dieser Eingriff wird das Landschaftsbild zwar verändern", erläuterte Susann Wehrli, Biologin in der Abteilung Wald. "Die Massnahme ist aber unumgänglich, wenn wir den Lebensraum von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten erhalten und aufwerten wollen." So ist beispielsweise die wärmebedürftige Mauereidechse auf "freie" Felsköpfe angewiesen. Und auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise das "Kugelschötchen" oder die Schmetterlinge profitieren von den veränderten Licht- und Wärmeverhältnissen.

Im Waldreservat Egg-Königstein werden solche Eingriffe zur Erhaltung von speziellen Lebensräumen auf rund einem Viertel der Fläche vorgenommen. "Die Eingriffe beschränken sich auf genau bezeichnete Flächen"", erklärte Susann Wehrli. Neben der "Gälflue" sind es die "Ramsflue" und die "Zwilflue" mit dem Steinbruch und die "Wasserflue" in Küttigen.

Holz liefert Energie für Klinik Barmelweid

"Wichtig war uns beim Projekt Holzschlag von Anfang an, dass das anfallende Holz ökologisch sinnvoll und gleichzeitig kostengünstig verwertet werden kann", betonte Regierungsrat Roland Brogli. Von den rund 1000 Kubikmetern Holz kann aus qualitativen Gründen nur der kleinste Teil als Stammholz - für die Herstellung von Holzprodukten also - verkauft werden. Ein Teil wird voraussichtlich als Industrieholz den Weg in die Zelluloseindustrie finden.

"Der grösste Teil wird jedoch als Energieholz direkt und auf kürzestem Weg der Holzschnitzelheizung der Klinik Barmelweid zugeführt werden", meinte Kreisförster Arthur Peyer. "Die Existenz dieser nahegelegenen, modernen Heizzentrale ermöglicht es, das anfallende Material umweltfreundlich in Wärme umzuwandeln." Und Wärme liefert das Holz zuhauf: "Eine der grösseren Holzschnitzelheizungen im Kanton kann so für etwa ein Jahr mit Holzschnitzeln versorgt werden", verdeutlicht Roland Brogli.

Bei den schwierigen Geländeverhältnissen an der "Gälflue" - die Fällarbeiten müssen mit einem Seilkran vorgenommen werden - und der schwierigen Holzmarktlage ist eine kostendeckende Holzernte nicht möglich. Der Forstbetrieb Erlinsbach-Küttigen, der als Auftragnehmer auch für die optimale Verwertung des Holzes verantwortlich ist, rechnet mit Gesamtkosten von rund 120000 Franken für Holzschlag, Vermarktung und weitere Pflegemassnahmen.

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