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Lagebericht Chemiesicherheit 1999 :
Gesundheitsdepartement stellt Chemierisikokataster vor

Die Erstbeurteilung von 230 Betrieben im Aargau, die der Störfallverordnung unterstehen, ist weitgehend abgeschlossen. Die Risiken sind bekannt. Die betroffenen Betriebe haben umfangreiche Massnahmen zur Reduktion des Risikos realisiert.

Mit dem Lagebericht Chemiesicherheit 1999 legt das Gesundheitsdepartement gegenüber dem Grossen Rat und der Öffentlichkeit Rechenschaft über die im Laufe von 12 Jahren erfolgten Tätigkeiten und den heutigen Stand im Bereich Chemiesicherheit ab. Der Bericht will das Wissen über und das Verständnis für Risikosituationen verbessern.

Der Chemierisikokataster des Kantons Aargau umfasst ein weites Spektrum betroffener Betriebe von Sportanlagen über Chemiebetriebe bis zu Spitälern. Das Risiko ist dabei einerseits abhängig von der Menge und den Eigenschaften eines Stoffes sowie den getroffenen Sicherheitsmassnahmen, anderseits aber auch vom betroffenen Einwirkungsbereich, d.h. ob eine grosse Zahl von Personen oder z.B. ein bedeutendes Grundwasservorkommen von einem Störfall betroffen sein könnte.

Im Verlauf der letzten 12 Jahre wurden die Risiken von 230 der Störfallverordnung unterstellten Betrieben analysiert. Daraus resultierende Sicherheitsmassnahmen mussten von den betroffenen Betrieben umgesetzt werden. Feuerwehren und Chemiewehren bereiten sich zielgerichtet auf die Bewältigung verbleibender Risiken vor.

Bemerkenswert ist, dass die grossen Risiken nicht unbedingt dort liegen, wo man sie erwartet hätte. Folgende Gründe sind dafür verantwortlich: Im Kanton Aargau liegen die meisten Chemieanlagen auf der grünen Wiese in sicherer Entfernung von der Bevölkerung, während sich zum Beispiel in Sportanlagen die Besucher in grosser Zahl in nächster Nähe zu den gefährlichen Stoffen aufhalten. Chemikalien wie Ammoniak oder Flüssiggase, die nur als Kühlmittel respektive Energiequelle verwendet werden, wurden oftmals nicht als Gefahrenquellen erkannt.

Der Chemierisikokataster wird über Baugesuche und Nachkontrollen laufend aktualisiert. Er unterstützt kantonale Amtsstellen unter anderem bei raumplanerischen Entscheiden sowie bei der Bewältigung von technischen und Naturkatastrophen (z.B. Hochwasser). Bei den Führungsorganen der Gemeinden sind Kopien der Berichte über die lokalen Betriebe vorhanden. Die betroffene Bevölkerung kann Einsicht in diese Berichte nehmen.

Im vorliegenden Lagebericht über stationäre Chemierisiken wird nicht auf Risiken im Zusammenhang mit dem Transport gefährlicher Güter sowie auf biologische Risiken eingegangen. Diese werden Schwerpunkte der künftigen Tätigkeit bilden.

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