Längere Pisten, mehr Ostanflüge
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Forderung nach fairer Verteilung des Fluglärms nicht aufgenommen
Das von der Zürcher Regierung vorgestellte Entwicklungskonzept für den Flughafen Zürich und die Flughafenregion hat aus Aargauer Sicht positive und negative Aspekte. Der Kanton Aargau will die Gelegenheit zur Diskussion nutzen, um weitere Kriterien, insbesondere die Forderung nach einer fairen Verteilung der Lärmbelastung, einzubringen.
Das im Auftrag der Zürcher Regierung von einem Expertenteam erarbeitete "Raumentwicklungskonzept für die Flughafenregion und langfristige Infrastrukturentwicklung des Flughafens" (RELIEF) beinhaltet Vorschläge für ein lärmoptimiertes Betriebsregime sowie neue Ideen für die Siedlungsentwicklung im Einflussbereich des Flughafens. Der Bericht soll parallel zur anlaufenden Flughafen-Mediation nun überprüft und breit diskutiert werden.
Der Vorschlag sieht kurz- und mittelfristig die Verlängerung der Piste 28 (Richtung Westen) um 450 m und der Piste 32 (Richtung Norden) um 400 m vor. Für eine langfristig denkbare Parallelpiste Richtung Norden wird eine raumplanerische Freihaltung vorgeschlagen. Das Betriebsregime soll nur geringfügig ändern. Das Konzept lässt offen, ob der gekröpfte Nordanflug eingeführt wird.
Die Auswirkungen dieses Entwicklungskonzeptes auf den Kanton Aargau können zum heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend bewertet werden. Kritisch beurteilt werden aber schon heute die engen Vorgaben an die Experten sowie die Kriterienwahl. Sie haben zwangsläufig zu einem Vorschlag geführt, der sich vom heutigen Regime fast nur durch eine weitere Minimierung der Südanflüge unterscheidet. Es scheint, dass die Forderung nach einer fairen Verteilung der Belastungen zu wenig gewichtet und der Grad der Betroffenheit zu wenig differenziert miteinbezogen wurde.
Positiv zu werten ist, dass die Erkenntnisse der Experten nun offen gelegt und zur Diskussion gestellt sind. Im Hinblick auf die Mediation stehen damit ergänzende Grundlagen zur Verfügung.
In einem nächsten Schritt wird der Aargau die möglichen Auswirkungen in Zusammenarbeit mit den Kantonen Schaffhausen und Thurgau analysieren.