Krankenkassenprämien steigen überdurchschnittlich an
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Durchschnittliche Aargauer Monatsprämie aber immer noch unter dem Mittel
Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im Aargau im Jahr 2010 durchschnittlich um10,5 Prozent. Trotz dieses erneuten Anstiegs liegt die durchschnittliche Aargauer Monatsprämie für Erwachsene mit 326.20 Franken immer noch unter dem schweizerischen Mittel von 351.05 Franken.
Im kommenden Jahr steigen die Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Aargau um durchschnittlich 10,5 Prozent an (Vorjahr 4,7 Prozent). Mit diesem Anstieg liegt der Aargau über dem gesamtschweizerischen Mittel von 8,7 Prozent, er gehört aber auch nach dem Prämienaufschlag zu jenen Kantonen mit einer unterdurchschnittlichen Prämie. Diese beträgt für Erwachsene im kommenden Jahr 326.20 Franken (Gesamtschweiz 351.05 Franken). In der Grundversicherung variiert die Prämienbelastung für Erwachsene zwischen 266.50 und 380.00 Franken; junge Erwachsene bezahlen durchschnittlich 273.99 Franken; die Kinderprämie beträgt 77.60 Franken. Die Differenzen fallen dabei je nach Altersgruppe und Kasse unterschiedlich aus. Grosse Unterschiede sind im kommenden Jahr insbesondere bei Personen mit höherer Franchise zu beobachten.
Nachholbedarf bei der Reservebildung
Der überdurchschnittliche Prämienanstieg im Aargau ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass bei der Reservebildung unverändert Nachholbedarf besteht. Zwar kalkulieren die im Kanton tätigen Versicherer für 2010 durchschnittlich eine Reservequote von 7,1 Prozent, das gesetzliche Minimum liegt jedoch bei rund 11,5 Prozent. Erfreulicherweise gehen die Versicherer im kommenden Jahr von einer unterdurchschnittlichen Kostensteigerung im Kanton Aargau aus.
Förderung alternativer Versicherungsmodelle
Die Möglichkeiten des Kantons, den Kostenanstieg in der Grundversicherung kurzfristig dämpfen zu können, sind vergleichsweise bescheiden. Dies vor dem Hintergrund, dass die Mengenausweitung aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts anhält. Regierungsrätin Susanne Hochuli, Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS), erwartet von den Krankenversicherern jedoch, dass sie das Angebot an Hausarzt- und Managed-Care-Modellen weiter ausbauen und fördern und auf diese Weise einen sinnvollen Beitrag zur Kostendämpfung leisten. Denn mit alternativen Versicherungsmodellen wo solche verfügbar sind übernehmen die Versicherten mehr Eigenverantwortung und können dadurch Prämien sparen, ohne selber ein höheres finanzielles Risiko eingehen zu müssen.