Konzentration in der Suchtprävention
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Regierungsrat legt neuen Suchthilfebericht vor
Der neue Planungsbericht Suchthilfe des aargauischen Regierungsrates legt das Schwergewicht auf die Konzentration und die Wirkungssteigerung in der Suchtprävention. In sieben Leitsätzen legt er Ziele fest und trägt dem veränderten gesellschaftlichen Umfeld Rechnung.
Hatte der Planungsbericht III Suchthilfe von 1998 die unterdessen realisierte Heroinabgabe als zentrales Postulat aufgenommen, so strebt der Suchthilfebericht IV schwergewichtig eine Wirkungssteigerung in der Prävention an. Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine Konzentration von Wissen und Ressourcen. Damit möchte Gesundheitsdirektor Ernst Hasler den knapper gewordenen finanziellen Mitteln Rechnung tragen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Einfachere Strukturen, effiziente Kommunikationswege und ein optimaler Mitteleinsatz sind die Weg dazu. Auch Zuständigkeiten und Kompetenzen sollen im Bereich der Suchtprävention neu festgelegt werden.
Die ambulante Suchtberatung bleibt weiterhin dezentral strukturiert. Die 11 Fachstellen müssen für die Klientinnen und Klienten gut erreichbar sein. Auf der Basis der bestehenden Leistungsvereinbarungen mit den 4 Trägerschaften sollen künftig nicht mehr Stellen, sondern definierte Leistungen abgegolten werden. Gesundheitsdirektor Ernst Hasler: "Statt Stellenprozente zu finanzieren, wollen wir in Zukunft Leistungen finanzieren."
Der Kanton Aargau stützt sich mit dem neuen Suchthilfebericht auf das vom Bund umschriebene 4-Säulen-Modell der Suchtpolitik: Prävention, Therapie, Schadensverminderung und Repression.Der neue Suchthilfebericht ist eine Bestandesaufnahme der aktuellen Situation im Bereich der legalen und illegalen Drogen. Während die Zahl der Heroinkonsumierenden rückläufig ist, verzeichnen synthetische Drogen deutliche Zunahmen. Der Bericht hält ausserdem fest, dass im Aargau über 6'000 Konsumierende mit einem problematischen (d.h. täglichen) Cannabiskonsum leben. Klar geht hervor, dass der Cannabiskonsum in sämtlichen gesellschaftlichen Schichten verbreitet ist. 50 Prozent der 15-24jährigen haben Erfahrung mit Cannabis. Insgesamt ist ein Trend zur Polytoxikomanie (Mehrfachkonsum von Drogen) feststellbar.
Eine klar veränderte Situation zeigt der neue Suchthilfebericht im Bereich der stationären Drogentherapie auf. Gesamtschweizerisch kämpfen viele Institutionen um ihr Fortbestehen. Im Kanton Aargau besteht derzeit ein Angebot von 125 stationären Behandlungsplätzen im legalen (54 Plätze) und illegalen Suchtmittelbereich (71 Plätze). Das Gesundheitsdepartement will den Austausch unter den verbleibenden Einrichtungen im Aargau fördern, um so der unsicheren Entwicklung zu begegnen.
Da die Suchtproblematik stark in Bewegung ist, lassen sich keine mittel- und längerfristigen Prognosen mehr stellen. Der Planungsbericht Suchthilfe fordert denn auch keine Angebote auf Vorrat, sondern unterstreicht die Bedeutung des situationsgerechten Handelns.
Mit dem vorliegenden Planungsbericht legt der Regierungsrat dem Grossen Rat nach 1987, 1993 und 1998 den vierten Bericht über die Situation der Suchtproblematik und der Suchthilfe im Aargau vor.
Internet: www.ag.ch/kantonsarzt