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Kanton verkauft Stromproduktion für 114 Millionen Franken :
NOK übernimmt Schweizer Strom vom neuen Kraftwerk Rheinfelden

Der Regierungsrat hat an seiner letzten Sitzung die Verwertung der Energie aus dem neuen Kraftwerk Rheinfelden an die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) vergeben. Diese zahlt dafür 114 Millionen Franken.

Im Jahr 1984 verpflichtete sich der Kanton Aargau, die Hälfte der Produktion aus dem geplanten neuen Kraftwerk Rheinfelden zu Gestehungskosten zu übernehmen. Bauherrrin ist die Energiedienst AG aus Rheinfelden BRD. Die Arbeiten am neuen Wehr begannen 2003 und werden in den nächsten Monaten abgeschlossen. Im Januar 2007 folgt der Bau des neuen Kraftwerksgebäudes. Das Kraftwerk wird die Produktion voraussichtlich im Jahr 2010 aufnehmen und rund 600 GWh Strom erzeugen.

Die Übernahmepflicht für den Strom aus dem neuen Kraftwerk Rheinfelden galt lange als schwere Hypothek für den Kanton. Als Folge der Marktöffnung in Europa sanken die Strompreise stark, was zu Verzögerungen im Bau des Kraftwerks führte. Das zog hohe Planungskosten nach sich; sie wurden in der letztjährigen Staatsrechnung als Eventualverpflichtung mit bis zu 48 Millionen Franken eingesetzt. Dazu wurden weitere 275 Millionen Franken als Kostenbeitrag für den Kraftwerkbau aufgeführt. Hätte das Kraftwerk vor fünf Jahren den Betrieb aufgenommen, wären dem Kanton Verluste von bis zu 25 Millionen Franken jährlich entstanden.

Heute sieht die Situation anders aus: Die sich abzeichnende Stromversorgungslücke in Europa und in der Schweiz lässt die Strompreise wieder steigen, und Strom aus Wasserkraft ist begehrt. Der Kanton nutzte diese gute Ausgangslage. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt einigte sich nach intensiven Verhandlungen mit der Energiedienst AG bezüglich der hohen Projektierungskosten. Gleichzeitig lud der Aargau verschiedene Unternehmen ein, Offerten für die Energieverwertung einzureichen.

Die Helbling Corporate Finance AG bewertete die Angebote; die für den Aargau interessanteste Offerte stammt von der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG. Die NOK bezahlt dem Kanton Aargau für das Verwertungsrecht 114 Millionen Franken und übernimmt alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag von 1984. Die Details werden in einer Vereinbarung geregelt.

Den Betrag von 114 Millionen Franken will die Regierung zur Spezialfinanzierung von Sonderlasten einsetzen. Der Kanton profitiert zusätzlich, falls die Investitionskosten für das neue Kraftwerk tiefer ausfallen oder wenn das Werk früher als geplant in Betrieb gehen sollte. Die NOK wird für die Energieableitung vom Kraftwerk aus eine Verbindung in das bereits bestehende Schweizer Versorgungsnetz bauen und verpflichtet sich zudem, die Energie aus Rheinfelden im Kanton Aargau zu verwerten.

Das Angebot der NOK gilt vorbehältlich der Zustimmung durch die zuständigen Gremien. Die erzielte Lösung trägt der Entwicklung im europäischen Strommarkt Rechnung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Kanton Aargau und in der Schweiz.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt