Interkantonale Zusammenarbeit im Bildungsbereich
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Ein neuer Lehrplan für den Kindergarten
Ab Beginn des Schuljahres 2002/2003 wird im Aargau sowie in neun weiteren Kantonen ein verbindlicher Lehrplan für den Kindergarten eingeführt. Damit hat sich erstmals ein grosser Teil der Deutschschweiz auf eine gemeinsame pädagogische Grundlage einigen können.
Lehrpersonen der Aargauer Kindergärten haben sich bisher an einem Rahmenplan orientiert, der vom "Verband KindergärtnerInnen Schweiz" herausgegeben worden ist. Dieser "Rahmenplan für die Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten" diente während 30 Jahren quasi als pädagogische Richtschnur, ist heute jedoch längst überholt. Denn der Bildungs- und Erziehungsauftrag ist im Laufe der Jahre komplexer und anspruchsvoller geworden, zudem sind Kindergarten und Schule näher zusammengerückt.
Als Antwort auf diese Entwicklung haben verschiedene Kantone begonnen, für die Kindergartenstufe eigene Lehrpläne zu definieren. Nicht so der Kanton Aargau: Zusammen mit den Kantonen Basel-Stadt, Luzern, Nid- und Obwalden, Schwyz, Uri und Zug sowie den deutschsprachigen Teilen der Kantone Wallis und Freiburg wurde ein anderer Weg gewählt. Anstatt einen eigenen kantonalen Lehrplan zu schaffen, wurde der Lehrplan Kindergarten für den deutschsprachigen Teil des Kantons Bern auf den Aargau angepasst und übernommen. In seiner Sitzung vom 18. Mai 2001 hat der Erziehungsrat diesem Vorgehen zugestimmt. Damit hat sich erstmals ein grosser Teil der deutschen Schweiz auf gemeinsame pädagogische Grundlagen für die erste Stufe unseres Bildungssystems einigen können.
Der vorliegende Lehrplan formuliert den Bildungsauftrag, indem er pädagogische und didaktische Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit im Kindergarten aufzeigt. Er berücksichtigt die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und ist auch eine Grundlage für den Kindergarten und die Zusammenarbeit unter den am Kindergarten Beteiligten. Der Lehrplan ist ebenfalls Grundlage für die Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Schule sowie für die Evaluation und Weiterentwicklung des Kindergartens.
Die Zielsetzungen des Berner Kindergartenlehrplanes sind durchaus kompatibel mit denjenigen der neuen Aargauer Volksschullehrpläne. Bereits im Kindergarten werden die Kinder auf ihrem Weg zur Entfaltung der individuellen Fähigkeiten und zur Selbständigkeit unterstützt und gefördert. Es werden Haltungen, Fähigkeiten und Kenntnisse umschrieben, die erworben und differenziert werden sollen und die als Basis dienen für das weitere Lernen in der Schule. Der Kindergarten wird dabei als Lebens-, Entdeckungs- und Erfahrungsraum verstanden, wo das Spielen und Verweilen eine grosse Bedeutung haben. Die Umschreibung der Leitideen und Ziele geben der Arbeit im Kindergarten eine Struktur und die didaktischen Grundsätze verdeutlichen die pädagogische Ausrichtung des Kindergartens. Trotzdem bleiben genügend Freiräume, die eine kreative und vielfältige Gestaltung des Unterrichtes zulassen.
Bis Ende Februar ist jede Kindergartenlehrperson im Besitz des neuen Lehrplanes. Im zweiten Semester des Schuljahres 2001/2002 werden Arbeitstreffen stattfinden, anlässlich derer die Lehrpersonen eine erste Einführung in den neuen Lehrplan erhalten. Auf Schuljahresbeginn 2002/03 wird ein breites Weiterbildungsangebot vorbereitet, das eine Vertiefung in die verschiedensten Bereiche ermöglicht. Der neue Lehrplan kann beim Kantonalen Lehrmittelverlag für sechs Franken bezogen werden: Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Im Hag 9, 5033 Buchs, 062 834 60 10, lehrmittelverlag@ag.ch .