Grab mit Goldschmuck
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Ausgrabung eines Gräberfeldes des 7./8. Jh. in Möhlin
Die akute Bedrohung des frühmittelalterlichen Gräberfeldes durch die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung veranlasste die Kantonsarchäologie Aargau zu einer Rettungsgrabung. Herausragend ist das intakte Steinplattengrab einer 40-jährigen Frau mit reichem Halsschmuck aus rund 180 Glasperlen und 4 Goldanhängern.
Auf einem abgelegenen Feld in Möhlin untersucht die Kantonsarchäologie frühmittelalterliche Gräber. Sie sind durch die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung zum Teil schon stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Landwirt war beim Pflügen seines Feldes wiederholt an grossen Kalksteinplatten hängengeblieben. Die in Absprache mit dem betroffenen Landwirt vorgenommene Rettungsgrabung steht kurz vor ihrem Abschluss.
Während der ersten Grabungsetappe im letzten Herbst legte das Ausgrabungsteam 20 von 23 bekannten Bestattungen frei. Fast die Hälfte aller Gräber waren sogenannte Steinplattengräber. Die darin bestatteten Toten lagen in bis zu 2 m langen Kisten aus behauenen Platten aus Kalkstein. Die restlichen Gräber besassen eine Einfassung aus kleineren Kalk- oder Tuffsteinen. Reine Erdbestattungen waren selten.
Nur gerade 5 Verstorbene waren mit Beigaben bestattet worden. Es handelt sich dabei um ein Messer und zwei einfache Gürtelschnallen aus Eisen sowie Glasperlen von Halsketten. Die Beigaben ermöglichen eine Datierung des Gräberfeldes in das späte 7. und frühe 8. Jahrhundert.
Herausragend ist das intakte Steinplattengrab einer ca. 40 Jahre alten Frau mit einem reichen Halsschmuck aus rund 180 Glasperlen. Darüber trug die Frau einen zweiten Halsschmuck mit 4 identischen Anhängern aus gepresstem Goldblech, auf welchen stilisierte Adler dargestellt sind.
Die Goldanhänger stammen aus der Zeit um 700 und sind hervorragend erhalten. Das Adlermotiv auf dem Halsschmuck der reichen Frauenbestattung symbolisiert in der frühen christlichen Kunst die Auferstehung Christi. Auf vergleichbaren Anhängern finden sich neben dem Adler nicht selten Kreuze. Die Anhänger sind ein Hinweis darauf, dass es sich bei dem Gräberfeld von Möhlin möglicherweise um den Bestattungsplatz einer christlichen Gemeinschaft aus der Zeit um 700 handelt.