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Gemeindefinanzstatistik 2020 veröffentlicht :
Gemeinden weisen mehrheitlich positive Rechnungsabschlüsse aus

Die Pandemie hat in den Jahresrechnungen 2020 der Aargauer Gemeinden noch wenige Spuren hinterlassen. Rund 85 Prozent aller Gemeinden konnten einen Ertragsüberschuss verbuchen. Alle Gemeinden zusammen weisen ein Plus von rund 205 Millionen Franken aus. Trotz positiver Gesamtbeurteilung gibt es aber auch Gemeinden mit angespannter Finanzlage.

Statistik Aargau hat die Gemeindefinanzstatistik 2020 publiziert. In bewährter Form werden vielfältige Daten zu den Gemeindefinanzen des vergangenen Jahrs präsentiert. Gleichzeitig stellt Statistik Aargau über das Datenportal sowie über das neue Gemeindeporträt kommunale Finanzdaten in einem erweiterten Umfang und mit neuen Darstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben den bisherigen Zahlen sind neu auch Daten ohne Spezialfinanzierungen verfügbar. Diese sind massgebend für den steuerfinanzierten Bereich des Finanzhaushalts. Im Gemeindeporträt kann die zeitliche Entwicklung einzelner Kennwerte grafisch aufbereitet betrachtet werden. Auch eine Vielzahl von Vergleichen mit anderen Gemeinden sind möglich. Auf der Homepage der Gemeindeabteilung finden sich detaillierte Erläuterungen zu den Jahresrechnungen 2020.

Aufwand und Ertrag

Der Nettoaufwand der Gemeinden ist 2020 gegenüber dem Vorjahr absolut um 2,8 Prozent und pro Kopf um 1,5 Prozent angestiegen. Die Verteilung auf die einzelnen Gemeindeaufgaben ist nahezu unverändert geblieben: Weiterhin machen die Bereiche Bildung, Soziale Wohlfahrt und Allgemeine Verwaltung zusammen fast drei Viertel des Nettoaufwands aus.

Die Steuern sind die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Gemeinden. Der Fiskalertrag aller Gemeinden hat im Jahr 2020 erstmals die Grenze von zwei Milliarden Franken überschritten und wuchs gegenüber dem Vorjahr mit fast den gleichen Raten wie der Nettoaufwand.

Ergebnis, Investitionen, Selbstfinanzierung

179 Gemeinden erzielten (inklusive Spezialfinanzierungen) Ertragsüberschüsse von 221 Millionen Franken. 31 Gemeinden mussten Defizite in der Höhe von gesamthaft 16 Millionen Franken ausweisen. Insgesamt resultiert so ein kumulierter Überschuss von rund 205 Millionen Franken.

Die Ertragsüberschüsse ergänzt um die Abschreibungen ergeben zusammen die Selbstfinanzierung. Das sind jene Mittel, die zur Finanzierung der Investitionen zur Verfügung stehen. Wie in den beiden Vorjahren liegt die Selbstfinanzierung höher als die Nettoinvestitionen, die 2020 bei 410 Millionen Franken (inklusive Spezialfinanzierungen) beziehungsweise 348 Millionen Franken (ohne Spezialfinanzierungen) lagen. Somit konnten – über alle Gemeinden betrachtet – alle Investitionen aus eigenen Mitteln finanziert und darüber hinaus weiter Schulden abgebaut werden.

Nettoschuld und Nettovermögen

Inklusive Spezialfinanzierungen weisen alle Gemeinden zusammen ein Nettovermögen von 925 Franken pro Kopf aus. Wird nur der steuerfinanzierte Bereich – die Gemeinderechnung ohne Spezialfinanzierungen – in den Blick genommen, ist die Nettoschuld von 380 auf 229 Franken pro Kopf gesunken. Über alle Gemeinden gerechnet, liegt die Nettoschuld (ohne Spezialfinanzierungen) bei 159 Millionen Franken. Im Einzelnen haben auf der einen Seite 124 Gemeinden eine Nettoschuld von insgesamt 799 Millionen Franken, während auf der anderen Seite 86 Gemeinden ein Nettovermögen von 640 Millionen Franken aufweisen. Eine allfällige Nettoschuld muss in Relation zur Struktur und Finanzstärke der Gemeinde und zum Zustand der kommunalen Infrastruktur beziehungsweise zu den bereits erfolgten oder noch anstehenden Investitionen gesetzt werden.

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Die Steuerstatistiken stehen unter Steuern zur Verfügung.

  • Departement Volkswirtschaft und Inneres