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Gelungener Auftakt :
Forum für partnerschaftliche Arbeitsteilung

Mit der Veranstaltung "1xMuttertag, 1xVatertag" begann am 14. September 2002 ein von kantonalen Fachstellen geleitetes Forumsprojekt für Eltern, die Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich teilen wollen oder es bereits tun.

Rund 40 Mütter und Väter, die Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich teilen möchten, fanden am Samstag aktive Unterstützung an einem Workshop in Aarau. Kurzreferate und Workshops boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, gemeinsam mit Fachpersonen strukturelle und psychologische Hürden einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.

Aargau hat Vorreiterrolle

Ruth Treyer von der Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität Aarau thematisierte Vor- und Nachteile auf dem Gebiet von Sozialversicherungen und Steuern. Sie wies auf eine Vorreiterrolle des Aargaus hin: Mit dem neuen Steuergesetz 2001 sind Paare im Konkubinat den verheirateten Paaren praktisch gleichgestellt. Für doppelverdienende Paare gibt es zudem keine Nachteile mehr. Sie können beide Berufsauslagen und beide ihre einbezahlte dritte Säule abziehen. Ebenfalls abgezogen werden können familienexterne Kinderbetreuungskosten bis zu 75 Prozent.

Hartnäckige Rollenbilder

Laut Susanne Seytter, Co-Leiterin der Kantonalen Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern (FGFM), ist die strikte Trennung von "weiblichen" und "männlichen" Tätigkeitsbereichen zwar aufgeweicht, die gesellschaftliche Ablösung von Rollenclichés jedoch noch lange nicht vollendet. "Das partnerschaftliche Modell, in dem beide Partner Kinderbetreuungs- und Haushaltsaufgaben übernehmen, ist noch immer ein Pioniermodell", sagte Seytter.

Chancen und Reibungsflächen

FGFM-Co-Leiter Enrico Violi wies auf Reibungsflächen und Chancen des partnerschaftlichen Modells hin. Als zentrale Konfliktherde nannte er unterschiedliche Vorstellungen von Haushaltsführung und Erziehung, sowie den hohen Organisationsaufwand und Vorurteile seitens der sozialen Umwelt. Insbesondere rollenteilende Männer seien mit Vorurteilen gegenüber teilzeitarbeitenden Männern und mangelnder Akzeptanz als Hausmänner konfrontiert.

Als positive Seiten nannte er die gemeinsame Beteiligung am Familieneinkommen, den Erwerb von Kompetenzen in beiden Lebensbereichen, ein grösseres gegenseitiges Verständnis und mehr Berührungspunkte innerhalb der Partnerschaft. "Aufs Ganze gesehen erfahren rollenteilende Paare das partnerschaftliche Modell als Gewinn."

Alltagsorganisation und Abgrenzung

Nach den Referaten diskutierten die Frauen und Männer in vier Gruppen über Aspekte der partnerschaftlichen Rollenaufteilung aus Sicht der Betroffenen. Die Gespräche zeigten, dass es viele Stolpersteine gibt: Konflikte mit dem Arbeitgeber bei Teilzeitpensen, von anderen und von sich selbst auferlegter Leistungsdruck, Angst vor Stress, Existenzsicherung und mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten, um nur einige Beispiele zu nennen. Von zentralen Bedeutung ist dabei die Frage, wie sich der Alltag zur Zufriedenheit beider Partner organisieren lässt.

Einig war man sich, dass auf politischer Ebene noch einiges getan werden muss. Dazu gehören die Schaffung von mehr familienexternen Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes. Die abschliessende Diskussion in der ganzen Gruppe zeigte ein starkes Bedürfnis nach mehr Austauschforen zum Thema partnerschaftliche Erwerbs- und Familienarbeit auf.

Die Fachstelle für die Gleichstellung für Frauen und Männern und die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität bieten die Möglichkeit, unter der Leitung von Anton Hasler und Marianne Haussmann an vier Austausch-Abenden zwischen Oktober und Januar teilzunehmen. Anmeldung bis zum 28. September bei der Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Telefon 062 835 12 11 oder vereinbarkeit@ag.ch.

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