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Fusion der Aargauer Fachhochschulen :
Regierungsrat will Fusion verfolgen und eine Standortkonzentration anstreben

Der Regierungsrat will die Strategie für die Aargauer Fachhochschulen optimieren. Er hat den Auftrag erteilt, die Fusion der beiden Fachhochschulen im Aargau vorzubereiten. Zugleich sollen die Standorte der verschiedenen Direktionsbereiche auf zwei reduziert werden mit der Option, später einen einzigen Standort festzulegen.

Die Fusion würde im Aargau zu einer Fachhochschule mit rund 2000 Studierenden führen. Der Regierungsrat geht davon aus, dass nur eine Institution dieser Grösse langfristig überleben kann. Mit dem Fusionskonzept übernimmt der Aargau eine Vorreiterrolle in der schweizerischen Fachhochschullandschaft. Bei den getroffenen Entscheiden des Regierungsrates handelt es sich um eine visionäre Perspektive, die 1999 vom Grossen Rat definitiv zu entscheiden ist.

Gesamtbeurteilung vorgenommen

Der Regierungsrat hat eine Gesamtbeurteilung des Fortschritts der Fachhochschulreform im Aargau vorgenommen. Dabei stellte er fest, dass das bisherige Konzept mit dem Aufbau von zwei unabhängigen Fachhochschulen (FH Technik, Wirtschaft, Gestaltung und FH Gesundheit und Soziale Arbeit - plus Pädagogik in einem späteren Schritt) in kürzester Frist erfolgreich umgesetzt werden konnte. Für die weitere Entwicklung ist nach Ansicht des Regierungsrates ein Optimierungsschritt nötig. Die dezentrale Struktur der beiden Fachhochschulen stellt seines Erachtens langfristig betrachtet einen Nachteil für die optimale Entwicklung dar und kann vorhandene Potentiale zu wenig ausschöpfen. Der Zusammenschluss der beiden Fachhochschulen mit entsprechend höherer Zahl von Studierenden stärkt langfristig die Chancen für die nationale und internationale Anerkennung und Ausstrahlung. Der Regierungsrat ist daher zum Schluss gekommen, dass sich im staatspolitischen Interesse eine Fokussierung und Konzentration aufdrängt.

2000 Studierende: konkurrenzfähige Grösse

Der Regierungsrat ist entschlossen, dem Kanton Aargau die Führung einer national und international anerkannten Fachhochschule zu sichern und sich als Standortkanton im Hochschulbereich zu etablieren. Aus diesen Gründen hat er beschlossen, die Fusion der beiden Fachhochschulen zu einer einzigen Institution zu verfolgen. Mit dieser Fusion würde eine Institution von über 2000 Studierenden entstehen. Die Fachhochschule Aargau würde damit eine Grösse aufweisen, die sich mit den wichtigen anderen schweizerischen Fachhochschulverbünden vergleichen lässt und der Bedeutung des Kantons entspricht.

Standorte konzentrieren

Der Regierungsrat ist dezidiert der Auffassung, dass nach den Erfahrungen mit der heutigen dezentralen Struktur (Technik in Windisch, Wirtschaft in Baden, Gesundheit in Aarau, Soziale Arbeit in Brugg, die Lehrerbildung in Aarau, Brugg und Zofingen; der Standort für Gestaltung ist noch offen) eine örtliche Konzentration der verschiedenen Fachbereiche unumgänglich ist. Aus diesem Grunde will er die Standorte auf zwei konzentrieren mit der langfristigen Option einer möglichen weiteren Konzentration. Er hat dazu dem Erziehungs- und dem Baudepartement entsprechende Prüfungsaufträge erteilt. Deren Ergebnis soll im nächsten Jahr dem Grossen Rat zur Entscheidung unterbreitet werden.

Der Aargau geht einen andern Weg

Mit der entschlossenen Optimierung seiner Fachhochschulen schlägt der Aargau in der schweizerischen FH-Landschaft einen neuen Weg ein. Die bisherige Fachhochschulplanung in der Schweiz zeichnet sich durch die Bildung von komplexen Verbünden mit einer Vielzahl von Teilschulen an zahlreichen Standorten aus. Aufgrund der Erkenntnisse im Kanton muss davon ausgegangen werden, dass sich Lösungen auf Dauer als erheblicher Nachteil erweisen werden. Der Aargau macht als erster Kanton ernst mit der Bildung einer organisatorisch und räumlich zentralisierten Fachhochschule nach dem Vorbild der klassischen Hochschulen. Er entspricht damit den Vorstellungen des Bundes bei der Planung und Realisierung der Fachhochschulen und stellt die mit der Bundesanerkennung formulierten Auflagen auf den Prüfstand. Schliesslich geht es dabei um die Frage, ob der Aargau als volkswirtschaftlich und bevölkerungsmässig viertgrösster Kanton der Schweiz Standort einer Hochschule bleibt.

Schule für Gestaltung in Provisorium

Zum Standort des künftigen Direktionsbereichs Gestaltung wurde im Sommer eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Da aber die Standortfrage nun im Rahmen eines optimierten Konzeptes für die Fachhochschule Aargau betrachtet werden muss, wird diese Frage erst nach den Entscheiden über die Fusion der beiden FH und die Standortfragen getroffen werden können. Damit dennoch eine zeitgerechte Eröffnung des Gestaltungsbereichs bis Ende 1999 möglich ist, hat der Regierungsrat beschlossen, aufgrund der eingegangenen Offerten zunächst einen provisorischen Standort zu bestimmen.

Definitive Zuteilung der Berufsschulstandorte 1999

Die zur Zeit in einem Vernehmlassungsverfahren stehende Frage der Zuteilung von Berufsschulstandorten hängt eng mit der Frage eines Gesamtkonzeptes für die Standorte kantonaler Schulen zusammen. Der Regierungsrat hat daher beschlossen, zunächst nur die dringendsten Massnahmen umzusetzen. Ein definitives, langfristig ausgerichtetes Standortkonzept soll unter Berücksichtigung der laufenden Vernehmlassung im Rahmen des Gesamtkonzeptes für die kantonalen Schulen 1999 dem Grossen Rat unterbreitet werden.

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