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Freundeidgenössische Rücksichtnahme auf Biel :
Aargauer Regierung stimmt Erhöhung des Bielersee-Abflusses zu

Die Stadt Biel und ihre Umgebung sollen nach Möglichkeit vor einer Überflutung durch den Bielersee geschützt werden. Der Kanton Aargau toleriert eine ausserordentliche Erhöhung der Bielersee-Abflussmenge. Die Aargauer Regierung hat auf ein entsprechendes Gesuch aus Bern grundsätzlich positiv reagiert.

Das interkantonale Regulierreglement der 2. Juragewässerkorrektion von 1980/82 sieht für die Aare bei Murgenthal AG eine maximale Wassermenge von 850 m3 pro Sekunde vor. In Notsituationen darf "im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der beteiligten Kantone und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft" von diesem Wert abgewichen werden.

Aufgrund der akuten Hochwassersituation im Bielerseegebiet ersuchten der Kanton Bern und der Bund am Mittwoch den Aargau, den Abfluss der Aare aus dem Bielersee durch Öffnen der Schleusen so erhöhen zu dürfen, dass eine drohende Überflutung der Gemeinden Biel und Nidau mit absehbaren Schäden in zweistelliger Millionenhöhe möglichst abgewendet werden kann.

Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat diesem Gesuch grundsätzlich zugestimmt, um solidarisch mitzuhelfen, die Situation in Biel zu entschärfen. Er hat den Vorsteher des Baudepartements, Landammann Dr. Thomas Pfisterer, ermächtigt, eine stufenweise Erhöhung des Aareabflusses in Nidau um jeweils 50 m3 pro Sekunde zu bewilligen, bis zu einem maximalen Abflusswert von 1250 m3 pro Sekunde bei Brugg. Der Brugger Auschachen an der Aare mit dem Eidgenössischen Zeughaus und dem Schachenhof ist nach den Berechnungen der eidgenössischen und kantonalen Fachleute gegenwärtig das einzige kritische Gebiet im Aargau. Im ungünstigsten Fall - falls es im Aargau oder im Emmental in der Nacht auf Donnerstag zu flächendeckenden schweren Regenfällen käme - könnte also der Brugger Auschachen zugunsten von Biel erneut vom Hochwasser betroffen werden. Die Wetter- und Gewässerfachleute erachten dieses Risiko aber als wenig wahrscheinlich.

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