Flussfische in Bedrängnis
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Kanton verbessert den Lebensraum für Äsche, Nase und Co.
Strömungsliebende Fischarten wie die Äsche oder Nase sind durch bauliche Veränderungen in ihren Lebensräumen selten geworden. Kiesig lockere Laichgründe sind über weite Flussstrecken verschwunden. Hochwasser im Frühjahr bringen die Jungfischbestände zusätzlich unter Druck. Mit gezielten Massnahmen soll den bedrängten Fischarten geholfen werden.
Für einige Flussfische kam das Hochwasser Mitte April 2008 zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn genau in dieser Zeitspanne halten sich die jungen Äschen und nur wenig später auch die jungen Nasen zwischen den Steinen in den lockeren Kiesbänken der Flüsse auf. Wirbelt während dieser für die Tiere kritischen Zeit ein Hochwasser das Kies und Geröll im Fluss stark auf, so ist der Grossteil des Nachwuchses verloren und in der Alterspyramide dieser Fische fehlt ein ganzer Jahrgang.
Dieses Szenario ist für die Äsche in diesem Frühjahr höchstwahrscheinlich eingetroffen. Die jährlichen Larvenzählungen verliefen bisher negativ. Schon zum vierten Mal hintereinander mussten die Fachleute extrem niedrige Zahlen an den Flussufern feststellen.
Die Sorge um den Bestand dieser beiden seltenen Flussfische im Aargau ist nicht neu. Bereits Mitte der siebziger Jahre war beispielsweise die Äsche in der Aare als Folge der Wasserverschmutzung vom Aussterben bedroht. Nur der Besatz mit von Menschenhand aufgezogenen Jungfischen hat wohl damals deren vollständiges Verschwinden verhindert und dazu geführt, dass zwischen Aarau und Brugg 1998 wieder mehr als 450 Tiere gefangen werden konnten. Heute, zehn Jahre später, ist der Bestand auf unter 150 gefangene Exemplare geschrumpft, und die laufende Kontrolle bekannter Laichplätze lässt Schlimmes befürchten.
Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt setzt sich deshalb seit langem dafür ein, den Lebensraum für Nase, Äsche und andere strömungsliebende Fische zu verbessern. Unterstützt von Pro Natura und dem WWF sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Erhaltungsmassnahmen eingeleitet worden. So wurden im Rahmen des Programms zum Auenschutzpark neue Fluss-Seitenarme angelegt und verbaute Ufer renaturiert. Zudem wurde der Fischaufstieg bei verschiedenen Kraftwerken verbessert. Bagger lockerten an verschiedenen Flussabschnitten bei Niedrigwasser die verklebte, harte Deckschicht von Kiesbänken auf, um den bedrängten Fischarten ein lockeres Laichsubstrat anzubieten. In Reuss und Aare wurden mehrere 10'000 Kubikmeter Kies aus Notbaggerungen den Flüssen zugeführt. Dieser soll den weitgehend verschwundenen Geschiebetrieb ankurbeln.
Einmal in Kraft, soll auch das neue Wassernutzungsgesetz zur Erhaltung des Lebensraumes dieser Fische beitragen. Dieses sieht vor, dass künftig mindestens 10 Prozent des jährlichen Wasserzinsertrages für die Renaturierung, Vernetzung und ökologische Aufwertung der Gewässer zur Verfügung stehen soll.