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Figurentheater aus Weissrussland :
"Ewiges Lied" nach dem weissrussischen Nationalepos

Vier Studierende der Abteilung Puppenspielkunst der Staatlichen Akademie der Künste Minsk treten im Rahmen des Figura Theaterfestivals in Baden auf. Die Partnerschaft Aargau-Belarus ermöglicht weitere Gastspiele im Kanton Aargau. Mit "Ewiges Lied" zeigen sie ein Stück, das ebenso verblüffend einfach wie faszinierend stark im Ausdruck der Bilder und Figuren ist.

Die überzeugend frische Studentenarbeit aus der Abteilung Puppenspielkunst der Staatlichen Akademie der Künste Minsk basiert auf dem gleichnamigen Schlüsselwerk des bekanntesten weissrussischen Autors Janka Kupala (1882-1942). Janka Kupala hiess eigentlich Ivan Luzewitsch. Sein Pseudonym wählte er aufgrund der strengen Zensur.

Symbolhaftes Fest als Lebensaufgabe

Der weissrussische Vorname Janka heisst auf Russisch Ivan. Der Nachname Kupala geht auf das Geburtsdatum des Autors am 25. Juni zurück, an dem die Weissrussen nach altem Kalender das Kupala-Fest feiern. Kupala ist das russische Wort für Johannisfeuer, welches am Kupala-Fest auch heute noch angezündet wird. Um Mitternacht geht man in den Wald, um die Glücksblume zu suchen. Wer das nur in dieser Nacht blühende Farnkraut findet, wird sein Leben lang glücklich sein, so der Mythos. Die Symbolik dieses Festes wurde Kupala zur Lebensaufgabe. Er strebte danach, diese Blume für das belarussische Volk zu finden, damit es ewig glücklich leben kann.

Sinnbild für eine ganze Nation

"Ewiges Lied" aus dem Jahre 1908 umreisst das Leben eines weissrussischen Bauern von der Geburt bis zum Tod und erhöht dieses zum Sinnbild der tragischen Geschicke einer ganzen Nation. Das Nationalepos des weissrussischen Volkes ist zugleich der symbolhafteste Text der weissrussischen Literatur. Fast 100 Jahre später ist "Ewiges Lied" noch immer Inspiration. Die vier Studierenden aus Minsk haben eine eindrückliche, aktuelle Umsetzung in die Bildsprache des Figurentheaters gefunden - ohne Worte. Textfragmente aus den Menschenrechtserklärungen und aus einer Rede des weissrussischen Präsidenten sind ebenso eingeflochten wie eindringliche, mehrstimmig gesungene Volkslieder aus Belarus.

Zusammenarbeit der Partnerschaft Aargau-Belarus

Die Schweizer Erstaufführungen von "Ewiges Lied" erfolgen dank der Zusammenarbeit der Partnerschaft Aargau-Belarus mit dem Figura Theaterfestival in Baden, der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten) sowie den Theaterbühnen in Aarau, Wohlen, Baden und Winterthur, wo das Stück ebenfalls aufgeführt wird.

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