Feldarchäologie erlernen und erleben
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Studierende der Universität Basel auf laufender Ausgrabung in Kaiseraugst
Vom 14. Juni bis zum 22. Juli erhalten 18 Stu-dentinnen und Studenten der Universität Basel die Möglichkeit, praktische Erfahrungen auf einer laufenden Ausgrabung zu sammeln. Das Unterstadtquartier von Augusta Raurica, das während der römischen Zeit vielfältig genutzt wurde, ist ideales Übungsgelände für eine Lehrgrabung.
Im Rahmen ihres Archäologiestudiums werden 18 Studierende vom 14. Juni bis zum 22. Juli ihre ersten Grabungserfahrungen sammeln. Diese besuchen an der Universität Basel Lehrveranstaltungen der sogenannten Vindonissa-Professur, die vom Kanton Aargau mitfinanziert wird. Sie werden in eine bereits begonnene Ausgrabung integriert und Einblick in die Arbeit eines Feldarchäologen erhalten.
Studierende sammeln praktische Erfahrung
Funde und Befunde auszuwerten ist nur ein Aspekt dieses Berufs. Daneben gehört unter anderem auch das Ausgraben und das kann man sich nur auf praktische Art und Weise aneignen. Die Grabungen sind die wichtigsten Quellen für spätere Auswertungen und somit auch Teil der Forschung. So werden die Studierenden während sechs Wochen Schichten abtragen, Strukturen freilegen, aber auch das massstäbliche Zeichnen und das Dokumentieren erlernen. Unterstützt werden sie dabei von der örtlichen Grabungsleitung der Kantonsarchäologie und von ihrem Professor Peter-Andrew Schwarz (Universität Basel).
Ziel ist einerseits, dass die Studierenden stufengerecht aus- oder weitergebildet werden. Andererseits erhofft sich die Kantonsarchäologie mit einer dreimal grösseren Belegschaft auch schneller voranzukommen.
Spannende Funde sind zu verzeichnen
Mittelfristig soll in der Flur "Auf der Wacht" in Kaiser- augst eine Überbauung mit Mehrfamilienhäusern entstehen, sodass die Kantonsarchäologie Aargau seit dem 4. April 2011 einen Teil des Geländes untersucht. Dank einer exemplarischen Zusammenarbeit zwischen der Einwohnergemeinde und dem Kanton Aargau können die zu ergrabende Fläche möglichst klein gehalten werden. Bloss ein Drittel der Gesamtfläche wird untersucht, während im zweiten Drittel über den Ruinen gebaut werden darf. Das letzte Drittel soll erst längerfristig zur Überbauung freigegeben werden.
Aus den umliegenden Altgrabungen ist der Überbauungscharakter dieses Quartiers der römischen Unterstadt von Augusta Raurica gut bekannt. Es handelt sich um ein Gewerbe- und Handwerkerviertel mit bescheidenen Häusern aus dem 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. So wurden in den ersten Wochen der Grabung eine römische Strasse und Fundamente von einfachen Häusern mit deren Hinterhöfen entdeckt. Speziell zu erwähnen sind zwei kleine Töpferöfen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. In den kommenden Wochen werden noch weit mehr Aufschlüsse über die lokale Handwerkstätigkeit in römischer Zeit erwartet.
Führungen am Internationalen Tag des Denkmals
Öffentliche Führungen werden am Internationalen Tag des Denkmals angeboten. Am Wochenende des 10./11. September 2011 werden vor Ort jeweils um 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr kostenlose Besichtigungen für Interessierte stattfinden.
Unter folgendem Link können Fotos heruntergeladen werden: www.ag.ch/medienmitteilung/de/pub/bilder.php