Einigungsgespräche vorläufig gescheitert
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Arbeitszeiten für Assistenzärzte: Türe bleibt offen
Die Arbeitszeit-Verhandlungen zwischen dem Verband der Schweizerischen Assistenz- und Oberärzte (VSAO) und dem Gesundheitsdepartement des Kantons Aargau sind in der vierten Verhandlungsrunde vorläufig geplatzt. Beide Seiten erklären jedoch, dass sie die Türen offen lassen.
Gescheitert sind die im Dezember 98 begonnenen Verhandlungen am Anspruch des VSAO auf eine maximale Arbeits- und Präsenzzeit von 52,5 Stunden pro Woche. Das Gesundheitsdepartement und die beiden Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie die Regionalspitäler offerierten 55 Stunden, wobei diese Offerte vom Regierungsrat noch bestätigt werden muss. Mehr liege aus finanziellen Gründen - Vermeidung von Prämien- und Steuererhöhungen - beim besten Willen nicht drin, erklärte am Dienstag die Aargauer Gesundheitsdirektorin, Regierungsrätin Dr. Stéphanie Mörikofer-Zwez, an einer Medienkonferenz in Aarau.
In 4 Verhandlungsrunden waren die Arbeitgeber dem VSAO entgegengekommen, indem sie ihre ursprüngliche Vorstellung - pro Woche maximal 60 Stunden Arbeits- und Präsenzzeit, wovon höchstens 24 Stunden am Stück - auf 55, bzw. 12 Stunden herunterschraubten. An Wochenenden und für die kleinen Regionalspitäler sollten allerdings Ausnahmen möglich sein. Die im Verband der Aargauischen Krankenhäuser VAKA zusammengeschlossenen 7 Regionalspitäler unterstehen nicht dem Kanton, waren aber ebenfalls in die Verhandlungen mit einbezogen worden. Zusammen mit den Kantonsspitälern unterstützten sie die Haltung des Gesundheitsdepartementes.
Regierungsrätin Mörikofer erklärte, sie sei am Vorabend sehr enttäuscht gewesen über das vorläufige Scheitern der Verhandlungen: "Wir haben uns bemüht, Lösungen zu finden, die für beide Seiten vertretbar sind." Die Positionen seien aber nicht so weit auseinander, dass keine Einigung möglich wäre. Der VSAO bestätigte diese Einschätzung gegenüber den Medien.
Die Aargauer Gesundheitsdirektorin hofft nun auf ein Einlenken der VSAO-Basis, die am 17. März über das weitere Vorgehen entscheiden wird. Mindestens bis zu diesem Termin würden auch die im Verlauf der Verhandlungen erreichten provisorischen Arbeitszeit-Verbesserungen für Assistenzärztinnen und -ärzte beibehalten, bekräftigte Stéphanie Mörikofer. Demnach sollten die angehenden Arztinnen und Ärzte im Wochendurchschnitt maximal 55 Stunden und nicht länger als 24 Stunden am Stück arbeiten müssen. Die vom Regierungsrat 1989 beschlossenen Werte liegen weit darüber.