Ein persönliches Bildungsprofil entwickeln
:
Jugendsymposium 2002/2003
Jeder Schüler und jede Schülerin soll vermehrt die individuellen Talente und Fähigkeiten entwickeln können. Das sinkende Leistungsniveau soll durch gezielte Kompetenzen- und Talentförderung behoben werden. Diesem Ziel hat sich das Jugendsymposium 2002/2003 verschrieben.
Das Spezielle am Jugendsymposium 2002/2003 ist, dass nicht Politikerinnen oder Bildungswissenschaftler sich mit der momentanen Bildungsproblematik im Aargau beschäftigen, sondern Jugendliche, die täglich von den eingesetzten Bildungsgeldern profitieren. Es sind Jugendliche, die aus Ihrer eigenen Adlerperspektive alltägliche Lernsituationen beobachten. Sie decken schulische Knacknüsse auf und suchen konkrete, umsetzbare Lösungsideen. Es sind 19 Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler, die für Jugendlichen der Sekundarstufe II das Symposium erarbeitet und heute gestaltet haben. Sie wollen mit ihrem grossen Engagement einen Beitrag zur Verbesserung der alltäglichen Unterrichtsqualität leisten. Sie werden mit der Entwicklung eines Kartensystems Wege zeigen, wie mehr Schülerinnen und Schüler von Berufs- und Kantonsschulen froher und erfolgreicher Lernen und Arbeiten können. Im Zentrum steht nicht mehr eine seinseitige Wissensvermittlung, sondern eine umfassende Kompetenzenförderung. Ziel ist die Entwicklung eines persönlichen Bildungprofils: Jeder Schüler und jede Schülerin soll vermehrt die individuellen Talente und Fähigkeiten entwickeln können. Ziel auf diese Weise das sinkende Leistungsniveau durch gezielte Kompetenzen- und Talentförderung zu heben.
Dass viel mehr geleistet werden könnte, zeigen die Blicke hinter Schulkulissen, wie es hier getan wird! Denn die bisherigen Analysen zeigen deutlich, dass die eingesetzten Bildungsmillionen noch schönere Früchte bringen könnten! Zu oft quälen sich Schüler/innen mit Langeweile durch den Schulalltag. Zu oft, hemmen Mobbing, Gewalt und frustrierender Notendruck die persönliche Entwicklung. Zu oft wird in der Schule täglich gelitten. Doch - und das ist das Zentrale - es soll hier nicht beim Aufdecken von Missstände bleiben. Es soll auch keine Kritik geübt und niemandem Schuld zugeschoben werden. Vielmehr geht es darum, Schritte aus der Misère zu entwickeln und diese täglich zu trainieren. Dies war der Inhalt dieser bis ins Detail geplanten Tagung!
Heute haben sich also 140 Jugendliche im Rittersaal auf dem Schloss Lenzburg zu aktivem forschenden Tun eingefunden. Regierungsrat Rainer Huber eröffnete das Symposium mit dem berühmten Bild von Albert Anker. Damit verglich er die damalige Schule mit der heutigen und motivierte die Schüler/innen, ihre heutige Situation genauer unter die Lupe zu nehmen und auch an diesem Tag das Beste zu geben. In einem ersten Teil dann forderte das Schlossteam die eingeladenen Jugendlichen auf, Ihre Lernsituation zu ebenfalls mit Adleraugen zu betrachten. Mit Kreativitätstechniken für die tägliche Lernarbeit wurden weitere schulischen Knacknüsse aufgedeckt, Visionen entwickelt und Ideen notiert. In vielen Körben wurde das reiche Datenmaterial gesammelt. In 9 Ateliers zu Themen wie Teamsprit, Unterrichtsentwicklung, Selbstmotivation, wurden anschliessend bereits formulierte Schritte, die auf den Karten notiert waren, diskutiert, Botschaften an Schüler/innen, Lehrkräfte und Lehrmeisterinnen und an Politiker/innen formuliert und im Schlussplenum vorgetragen.
Es wird nun spannend sein, die Auswertung der Daten zu verfolgen. Ab Donnerstag werden die ersten Ergebnisse auf der Homepage www.Jugendsymposium.ch.tf zu finden sein.