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Ein Jahrzehnt starker Veränderungen :
Ergebnisse der neuen Volkszählung 2010

In den Jahren 2000 bis 2010 hat sich der Kanton Aargau stark verändert. Das letzte Jahrzehnt war insbesondere geprägt durch ein starkes Bevölkerungswachstum, einen Anstieg der ausländischen Bevölkerung, eine Zunahme der Beschäftigten und damit verbunden auch mit einer deutlichen Zunahme der Pendlerbewegungen.

Die Publikation Bevölkerungs- und Pendlerstatistik 2010 veranschaulicht, wie sich der Kanton Aargau in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Diese Entwicklung wird anhand von Ergebnissen der neuen Volkszählung gezeigt. Das System der Volkszählung wurde auf das Jahr 2010 hin umfassend verändert und modernisiert. Als Grundlage für die Analysen dienen neu einerseits die Register zu Einwohnern und Gebäuden / Wohnungen, andererseits die sogenannte Strukturerhebung mit einer Stichprobe von gesamtschweizerisch gut 300'000 Personen (Stichprobe für den Kanton Aargau gut 30'000 Personen). Im Gegensatz zum bisherigen System der Volkszählung sind nun keine Aussagen mehr auf Gemeindeebene möglich, da nicht mehr die gesamte Bevölkerung befragt wird.

Ergebnisse

Die Gesamtbevölkerung hat zwischen 2000 und 2010 um 11,7 Prozent zugenommen. Einzig in den Jahren 1950 bis 1970 war die Zuwachsrate höher. Damals nahm die Bevölkerung während zwei Jahrzehnten sogar um 20 Prozent zu. Der absolute Wert der Bevölkerungszunahme lag jedoch einzig in den Jahren 1960 bis 1970 (72‘344) höher als zwischen 2000 und 2010 (63'973). Am höchsten war das Bevölkerungs-wachstum im Bezirk Rheinfelden mit 17,6 Prozent und am tiefsten im Bezirk Kulm (+5,5 Prozent).

Zwischen 2000 und 2010 beträgt die Zunahme der ausländischen Wohnbevölkerung 25,9 Prozent. Im Kanton Aargau leben also ein Viertel mehr Ausländer als im Jahr 2000. Knapp 20 Prozent der ausländischen Bevölkerung stammt aus Deutschland. Die Deutschen bilden damit im Jahr 2010 die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe und lösen erstmals die Personen mit Herkunftsland Italien ab. 60 Prozent der ausländischen Bevölkerung geben Deutsch als Hauptsprache an.

Jede fünfte Aargauerin und jeder fünfte Aargauer ist konfessionslos. Vor zehn Jahren gehörten erst 10,5 Prozent keiner Konfession an. Erstmals liegt der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung bei den Schweizerinnen und Schweizern mit 36,4 Prozent über jenem der evangelisch-reformierten Bevölkerung (35,7 Prozent). Bei der ausländischen Wohnbevölkerung sind nur gerade 6,0 Prozent evangelisch-reformiert.

Im Kanton Aargau sind im Jahr 2010 knapp 50‘000 Personen mehr erwerbstätig als zehn Jahre davor. Dies entspricht einer Zunahme um 17 Prozent. 51,4 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten teilzeitlich. Damit ist der Anteil der teilzeitlich erwerbstätigen Frauen erstmals höher als derjenige der vollzeitlich Erwerbstätigen. Bei den Männern herrscht noch das traditionelle Arbeitsmodell vor: Nur 8,5 Prozent der erwerbstätigen Männer arbeiten teilzeitlich.

Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der Pendler erneut sehr stark zugenommen. Bei den Wegpendlern beträgt die Zunahme 57,2 Prozent, bei den Zupendlern 59,1 Prozent. Bei den Pendlern über die Kantonsgrenze haben diese Anteile sogar noch etwas mehr zugenommen. Der Zeitaufwand für den Arbeitsweg beträgt bei 26,7 Prozent der Erwerbstätigen 30 Minuten und mehr, während sogar 42,6 Prozent der mehr als 15-jährigen Personen in Ausbildung einen "Schulweg" von 30 Minuten und mehr zurücklegen müssen.

  • Departement Finanzen und Ressourcen