Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit
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Lage und Entwicklung des aargauischen Arbeitsmarktes Ende Juni 1998
Im Juni 1998 ist die Zahl der bei den aargauischen regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldeten Stellensuchenden um 742 auf 12?795 Personen gesunken (minus 5,5 Prozent), was 4,7 Prozent der aargauischen Erwerbsbevölkerung entspricht.
38 Prozent der Ende Juni Stellensuchenden galten nicht als arbeitslos; hauptsächlich weil sie noch in einem (gekündigten) Arbeitsverhältnis standen, einen vorübergehenden Zwischenverdienst erzielten oder an einem Beschäftigungspro-gramm teilnahmen. Als Arbeitslose gemeldet waren im Aargau Ende Juni 1998 somit 62 Prozent der Stellensuchenden. Das waren 7?915 Personen oder 2,9 Prozent der Erwerbsbevölkerung. Die aargauische Arbeitslosenzahl lag Ende Juni 1998 um 692 Personen oder 8,0 Prozent tiefer als Ende Mai 1998.
Dieser Rückgang der Arbeitslosenzahl ist echt, d.h. nicht nur darauf zurückzuführen, dass immer mehr Arbeitslose ausgesteuert werden und dann aus der Arbeitslosenstatistik "verschwinden". Auch die Zahl der Aussteuerungen ist nämlich rückläufig. Im Juni 1998 wurden bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse 75 Versicherte ausgesteuert; das sind 18 weniger als im Mai, 27 weniger als im April und 39 weniger als im März 1998.
Seit Frühjahr 1997, d.h. seit sich die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage zu erholen begann, ist die Zahl der Stellensuchenden und diejenige der Arbeitslosen noch nie so stark zurückgegangen wie im Juni 1998. Im Vergleich zu früher ist die Arbeitslosigkeit zwar immer noch sehr hoch, und die wirtschaftliche Entwicklung bescheiden und unsicher. Viele Branchen und Betriebe - und damit auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - haben von einer wirtschaftlichen Besserung bisher wenig gespürt. Auf die ganze Volkswirtschaft bezogen hat der konjunkturelle Aufschwung aber - unterstützt durch positive saisonale Einflüsse - eindeutig an Kraft gewonnen.
Diese günstige Entwicklung dürfte in den kommenden Monaten anhalten. Dies wird die nach wie vor schwierige arbeitsmarktliche Eingliederung jener Stellensuchenden erleich-tern, die wegen ihres Alters, wegen geringer beruflicher Qualifikationen oder aus andern Gründen nicht den Idealvorstellungen der Arbeitgeber entsprechen. Auch den von Fusionen, Betriebsverlegungen, Betriebsschliessungen und andern unternehmerischen Umstrukturierungsmassnahmen Betroffenen (ihre Zahl wird in der näheren Zukunft kaum abnehmen) dürfte es dank der konjunkturellen Erholung etwas leichter fallen, eine neue Stelle zu finden.
Dass sich die Konjunkturlage bessert, zeigt sich auch bei der Kurzarbeit. Im Juni 1998 gingen beim KIGA für 44 im Aargau liegende Betriebe Kurzarbeitsmeldungen ein; 14 weni-ger als im Mai und 30 weniger als im April 1998.