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51. Habsburg-Rapport des Regierungsrates

Die militärischen Führungsverantwortlichen aller Stufen sollten sich an der Diskussion um die Zukunft der Schweizer Miliz-Armee beteiligen. Dies forderte Militärdirektorin Stéphanie Mörikofer-Zwez am 51. Habsburg-Rapport vor dem Gesamtregierungsrat und zahlreicher feldgrüner Prominenz.

Der 51. Offiziers-Rapport auf der Habsburg fand grippebedingt vor etwas kleinerer Teilnehmerkulisse statt als in früheren Jahren. Vor dem gesamten Regierungsrat des Kantons Aargau, dem Generalstabschef, Korpskommandant Hans-Ulrich Scherrer, Rüstungschef Toni J. Wicki und zahlreichen weiteren militärischen Gästen unterstrich Landammann Dr. Ulrich Siegrist zur Begrüssung die Bedeutung der Vernetzung zwischen ziviler und militärischer Führung und des Milizgedankens in Politik und Armee.

In ihrer Ansprache zum 51. Habsburg-Rapport erinnerte die Aargauer Militärdirektorin Dr. Stéphanie Mörikofer-Zwez daran, dass die Bereitschaft zum Dienen eine Gemeinschaft stark macht, aber nicht notwendigerweise auch gut. Gerade beim Militär könnten Gehorsam und Disziplin dazu führen, dass der Zweck des Dienstes nicht mehr hinterfragt werde. Am Beispiel der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zeigte Stéphanie Mörikofer auf, dass sich der Dienst der Armee für Staat und Gemeinschaft nicht auf die fraglose Erfüllung von politischen Vorgaben beschränken dürfe. Allerdings dürften politische Entscheide nicht der demokratischen Willensbildung entzogen werden: "Wo das Militär über die Politik entscheidet, herrscht Diktatur." Der Ausweg aus diesem Dilemma sei nicht einfach, aber möglich: "Wer in unserer Armee Führungsverantwortung wahrnimmt und damit über die nötige fachliche Kompetenz verfügt, muss sich in der Diskussion über die zukünftige Rolle der Armee in der Schweiz einmischen." Als wichtigste Frage in diesem Zusammenhang nannte die Militärdirektorin mögliche Friedenssicherungs-Einsätze der Schweizer Armee im Ausland.

Der Offiziers-Rapport im grossen Rittersaal der Habsburg wurde 1948 vom damaligen Militärdirektor Ernst Bachmann zur Kontaktpflege zwischen politischer und militärischer Führung eingeführt. Höhepunkt des Anlasses ist neben der regierungsrätlichen Ansprache jeweils die Verabschiedung der scheidenden Kommandanten. Als Ehrengast erhielt auch Brigadier Eugénie Pollak Iselin, bis Ende Juni 1998 Chefin "Frauen in der Armee" (FDA; ehemals Militärischer Frauendienst MFD) aus den Händen der Militärdirektorin ein Abschiedsgeschenk: das Jubiläumsbuch "Revolution im Aargau".

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