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Auffangklassen für Flüchtlingskinder :
Rund 250 Kinder und Jugendliche werden im Aargau unterrichtet und betreut

Rund ein Dutzend Auffangklassen werden im August im Aargau gebildet, um voraussichtlich 250 Kinder und Jugendliche aus dem Kosovo zu unterrichten. Definitive Standorte und Zahlen stehen zurzeit noch nicht fest, da die Zuteilung der Flüchtlinge aus den kantonalen Durchgangszentren in die Gemeinden noch im Gange ist.

Die Abweichung vom Prinzip der Integration fremdsprachiger Kinder in Regelklassen rechtfertigt sich aus verschiedenen Gründen. Sie entspricht Empfehlungen der Erziehungsdirektorenkonferenz und wird als Ausnahme betrachtet.

Grundsätzlich haben alle Kinder , die sich in der Schweiz aufhalten, gemäss Bundes- und Kantonsverfassung das Recht auf Schulung, somit auch die Kinder aus dem Kosovo. Mit Stand Anfang August 1999 sind dem Kanton Aargau rund 250 schulpflichtige Kinder vom Bund zugewiesen worden, welche allerdings erst zu einem kleineren Teil von den Erstaufnahmezentren oder Durch-gangsheimen in Gemeinden platziert werden konnten. Eine Einschulung im Rahmen der bisher angewandten Angebote für fremdsprachige Kinder, die in der Regel in die bestehende Schulorganisation mit zusätzlichem Deutschzusatzunterricht integriert werden, ist nich

Zur Situation der Flüchtlingskinder

Ein grosser Teil der Kinder hat in den vergangenen Jahren die Schule nur unregelmässig oder gar nicht besucht; die Kinder befanden sich auf der Flucht und sind durch die Geschehnisse stark belastet oder gar traumatisiert. Sie sind durch die Kriegsereignisse, die zum Teil auch die Auflösung der familiären Struk-turen zur Folge hatten, in ihren Sozialbezügen sehr verun-sichert und sie werden sich grösstenteils nur vorübergehend in der Schweiz aufhalten. Anfang Juni 1999 hat der Regierungsrat des Kantons Aargau das durch das Erziehungs-departement erarbeitete Schulungskonzept für kriegsvertriebene schulpflichtige kosovo-albanische Flüchtlinge, welches spezielle regional geführte Auffangklassen vorsieht, gutgeheissen. Inzwischen hat auch die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) den Kantonen das vom Aargau beschlossene Konzept als angemessener Unterricht für kriegsvertriebene kosovo-albanische schulpflichtige Kinder empfohlen.

Zielsetzung der Auffangklassen

Die im Verlauf des Monats August regional geführten altersgemischten Auffangklassen (rund ein Dutzend) führen einerseits zur Entlastung der Regelklassen, für welche die Aufnahme der Flüchtlingskinder in grosser Zahl eine unzumutbare Belastung darstellen würde. Andererseits kann den besonderen Bedürfnissen dieser Kinder gezielt Rechnung getragen werden. Die Schulung in Auffangklassen, welche für das Schuljahr 1999/2000 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden eingerichtet werden, verfolgt folgende Zielsetzungen: Die kriegsvertriebenen Flüchtlingskinder sollen auf eine baldige Rückkehr in ihr Heimatland vorbereitet werden. Dafür müssen die Kinder in den regionalen Auffangklassen wieder eine geregelte Tagesstruk-tur erfahren. Sie sollen Geborgenheit spüren, in ihrer Muttersprache kommunizieren können und - soweit es im schulischen Rahmen möglich ist, ihre Kriegserlebnisse verarbeiten können. Deshalb erfolgt auch ein Teil des Unterrichtes in albanischer Sprache durch ausgebildete kosovo-alba-nische Lehrkräfte, welche vom Erziehungsdepartement in Zusammenarbeit mit dem kosovo-albanischen Elternverein rekrutiert werden.

Integration bei längerem Verbleib

Bei einem längeren Verbleib in der Schweiz (länger als ein Jahr und auf unbestimmte Zeit) werden die Kinder in die aargauische Volksschule integriert. Für diese spätere Zuweisung in Schulklas-sen, die möglichst dem Alter und der Begabung und dem Leistungsstand der Kinder entsprechen, müssen sie auf die Anforderungen der Volksschule vorbereitet werden, indem sie in den Auffangklassen soweit als möglich eine Grundausbildung in deutscher Sprache (Lesen und Schreiben) und Rechnen erwerben. Dies er-leichtert die spätere Einschulung in die Regelklassen. In den Auffangklassen tragen die deutschsprachigen Lehrpersonen die Hauptverantwortung für den Unterricht und werden von den albanisch sprechenden Lehr-personen als pädagogische Betreuungspersonen unterstützt. Vor ihrem Einsatz werden die im Tandem wirkenden Lehrpersonen vom Erziehungsdepartement in den ersten zwei Wochen des neuen Schuljahres in einem Intensivkurs auf ihre Aufgabe vorbereitet.

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