Aufbruch zu neuen Wegen
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Jahresversammlung des Schweizerischen Forstvereins in Zofingen
An der 160. Jahresversammlung des Schweizerischen Forstvereins in Zofingen beschäftigen sich die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute Donnerstag mit der Zukunft der Schweizer Waldwirtschaft. In sechs Ideenbörsen wagen sie den "Aufbruch zu neuen Wegen". Der Schweizerische Forstverein wird derzeit von Heinz Kasper, Leiter der Abteilung Wald des Aargauer Finanzdepartementes, präsidiert.
Die Ertragslage in der schweizerischen Waldwirtschaft ist bereits seit Jahren kritisch. Zudem wird die angespannte Lage der öffentlichen Finanzen den Druck auf die Waldwirtschaft in den nächsten Jahren weiter verstärken. Der Schweizerische Forstverein setzt sich deshalb an seiner Jahresversammlung, welche heute Donnerstag und morgen Freitag in Zofingen mit einer Rekordbeteiligung von 240 Teilnehmenden stattfindet, unter anderem intensiv mit der Frage auseinander: "Was ist in dieser Situation zu tun?"
"Bereits heute werden an vielen Orten neue, zukunftsorientierte Wege beschritten, erklärt Präsident Heinz Kasper. "Wir erteilen deshalb heute jenen das Wort, welche im Alltag längstens mit Reformprojekten arbeiten und von deren Erfahrungen wir alle profitieren können." In sechs Ideenbörsen werden dazu die besten Projekte aus der forstlichen Praxis vorgestellt und diskutiert. Behandelt werden in den Workshops unter anderem die Themen "Personalpolitik in Zeiten des Umbruchs", "Verselbständigung von öffentlichen Forstbetrieben" und "Leistungsvereinbarungen zwischen Forstbetrieben und öffentlichen und privaten Körperschaften". Die Ideenbörse wird durch ein Referat von Prof. Dr. Gerhard Oesten von der Universität Freiburg i. Br. abgeschlossen.
Erfolgsreiches Vereinsjahr
Der Schweizerische Forstverein zählt derzeit knapp 1000 Mitglieder. Auch das vergangene Vereinsjahr brachte wieder ein "gerüttelt Mass an Arbeit", wie Heinz Kasper an der Mitgliederversammlung ausführte. So erarbeitete und verabschiedete der Verein im letzten Vereinsjahr die Erklärung von Braunwald zur Erhaltung und Förderung des Schweizer Bergwaldes, entwickelte an zwei Waldgipfeln Visionen und Handlungsansätze für die Waldpolitik, verfasste ein Positionspapier zur Walderhaltungspolitik, legte die Broschüre "Nachhaltige Waldwirtschaft in der Schweiz" mit klaren Standpunkten neu auf und baute den Internetauftritt (www.forest.ch) weiter aus.
Stolz ist der Verein insbesondere auf die Herausgabe der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen. "Die Zeitschrift pflegt ihre Nische als bald einzige deutschsprachige forstliche Zeitschrift mit einem wissenschaftlichen Niveau gut", freut sich Heinz Kasper. "Sie ist als abonnierte Zeitschrift auch Botschafterin der Schweizerischen Waldwirtschaft in rund 50 Ländern."
In seiner Grussbotschaft dankte Regierungsrat Roland Brogli dem Forstverein für die engagierte Arbeit für den Schweizer Wald und erinnerte an die "gemeinsamen" Anfänge des Kantons Aargau. "Zu den massgebenden Kräften, die damals die neue Ordnung schufen, gehörten auch Forstleute, beispielsweise der berühmte Politiker, Autor und Forstmann Heinrich Zschokke, der das aargauische Forstwesen von 1802 bis 1829 leitete und massgeblich prägte."
Wichtige Programmpunkte an der Jahresversammlung, welche von einem Team um OK-Präsident Erwin Jansen (Kreisförster 6. Forstkreis) professionell organisiert wurde, sind neben den Workshops und der Mitgliederversammlung das Galadiner von heute abend sowie die ganztägigen Exkursionen morgen Freitag.