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Auch 1998 mehr Sozialhilfeausgaben :
Weniger Entlassungen aus der Sozialhilfe

1998 wurden gleich viele neue Unterstützungsfälle wie im Jahr zuvor gezählt. Die Bruttoaufwendungen für Sozialhilfe haben aber beim Kanton um über 10 Prozent auf mehr als 26 Millionen Franken zugenommen.

Sozialhilfe ist grundsätzlich Sache der Gemeinden. Doch für rund 40 Prozent der Aargauer Sozialhilfefälle - in erster Linie ausländische Staatsangehörige - ist der Kanton Kostenträger. 1998 bearbeitete der Kantonale Sozialdienst 1059 neue Unterstützungsfälle (1997: 1071).

Weil weniger Personen in die finanzielle Unabhängigkeit finden als hinzukommen, wächst der Gesamtbestand. 1998 unterstützte der Kantonale Sozialdienst rund 5?400 Einzelpersonen und Familien. Administrativ bedeutet dies die Behandlung von 7500 Posteingängen und 22'000 Quartalsrechnungen. Die Bruttoaufwendungen für materielle Hilfe betrugen 26,2 Millionen Franken, was einer Zunahme von 10,6 Prozent entspricht. Von andern Kostenträgern wurden 7,8 Millionen Franken zurückerstattet.

57 Prozent der ausgerichteten Sozialhilfe dienen dem generellen Lebensbedarf von Menschen, die über gar kein Einkommen verfügen. 32 Prozent dienen der Sicherung des Existenzminimums von Menschen mit kleinem, ungenügendem Einkommen. Der Rest entfällt auf die medizinische Versorgung und Krankenkassenbeiträge sowie Leistungen für Fremdplazierung und Überbrückungen.

Mehr Alleinstehende und Jüngere

Drei Viertel der Antragstellerinnen leben allein, davon sind weniger als die Hälfte alleinerziehende Mütter. Nur ein Viertel lebt in Familien oder Partnerschaften. Von den Antragstellern leben 50 Prozent allein und 49 Prozent in Familien oder Partnerschaften. Nur 1 Prozent sind alleinerziehende Väter.

Fast zwei Drittel der Hilfesuchenden sind weniger als 40 Jahre alt. Ihr Anteil ist doppelt so hoch wie der Bevölkerungsanteil dieser Altersklasse.

Unterstützung wegen Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist bei 38 Prozent der Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger im Aargau die wichtigste Ursache von Bedürftigkeit. Dies, weil ausländische Einwohner und Einwohnerinnen häufig schlecht qualifiziert sind. Es kommt zum Teufelskreis: Langzeitarbeitslosigkeit, Krankheit, ungenügende IV-Renten.

Trennung und Scheidung stehen an zweiter Stelle der Unterstützungsgründe, an dritter Krankheit oder Unfall. Immer mehr bedürftige Schweizer und Schweizerinnen kehren aus dem Ausland heim, weil sie dort kein Auskommen mehr finden.

Erhebung in den Gemeinden

Über die Sozialhilfeleistungen der Gemeinden wurde eine Erhebung zum Geschäftsjahr 1997 durchgeführt. Es wurden total 6'524 Fälle bearbeitet, welche Bruttoleistungen von 74,6 Millionen Franken verursachten. Nach Abzug der Vergütung durch den Kanton und aller Rückerstattungen (inklusive Alimentenzahlungen) verblieb den Gemeinden 1997 ein bereinigter Nettoaufwand von 19,8 Millionen Franken. Zusätzlich richteten die Gemeinden in 1'539 Fällen Alimentenbevorschussungen im Betrag von 7,5 Millionen Franken aus.

  • Staatskanzlei