Änderung der Berechnungsgrundlagen überrascht
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Surbtal von Planungswertüberschreitungen betroffen
Nach ersten Einschätzungen fallen die Ergebnisse im Entwurf des Schlussberichts im SIL-Koordinationsprozess aus Aargauer Sicht ernüchternd aus. Da gegenüber früheren Berechnungen die Grundlagen geändert wurden, ist insbesondere im Nachtbetrieb das Surbtal wesentlich mehr von Planungswertüberschreitungen betroffen, als dies ausgehandelt wurde. Im Weiteren verbleibt auch der gekröpfte Nordanflug in der Diskussion, was der Strategie des Regierungsrates widerspricht und nicht akzeptiert werden kann.
Beim SIL-Koordinationsprozess soll die Entwicklung des Flugbetriebs des Flughafens Zürich mit der Raumentwicklung der betroffenen Kantone abgestimmt werden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat nun den Entwurf des Schlussberichts im SIL-Prozess präsentiert und bei den betroffenen Kantonen die Vernehmlassung eröffnet. Dieser überrascht, denn er weicht in wesentlichen Punkten von den im SIL-Prozess vereinbarten Lösungen ab. Auch wurde die im SIL-Prozess seit Jahren involvierte Fachstelle des Kantons Aargau bei verschiedenen Änderungen nicht mehr involviert, was umso überraschender ist, als der Kanton Aargau sich immer mit sehr konstruktiven Lösungen im SIL-Prozess eingebracht hat.
Betriebsvarianten bleiben
Gemäss dem Entwurf des Schlussberichts soll es bei den vier bekannten Betriebsvarianten bleiben. Zwei mittel- bis langfristige Varianten (J optimiert und E optimiert) gehen von einer freieren Verfügbarkeit des deutschen Luftraumes aus; dabei setzt die Variante J optimiert einen Ausbau von zwei bestehenden Pisten voraus. Die beiden kurz- bis mittelfristigen Varianten gehen von der unveränderten Gültigkeit der deutschen Durchführungsverordnung (DVO) aus und orientieren sich am heutigen Betrieb.
Ausweitung der belasteten Gebiete
Bei den Lärmkarten überrascht, dass sich die Gebiete, in denen die Immissionsgrenzwerte und die Planungswerte überschritten werden, gegenüber früheren Berechnungen vergrössert haben. Auffallend ist auch, dass im Rahmen der Variantenoptimierungen der Flottenmix hin zu grösseren und am Boden mehr Lärm verursachenden Langstreckenflugzeugen geändert wurde. Diese Anpassung läuft allen bisherigen Bestrebungen zur Reduktion der Gebiete mit Grenzwertüberschreitungen zuwider und führt dazu, dass auch in Lengnau die Planungswerte entgegen früherer Be-rechnungen wieder überschritten werden. Diese erneute Änderung der Berechnungsgrundlagen überrascht und befremdet den Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler, Vorsteher des Departements Bau, verkehr und Umwelt (BVU): "Der Kanton Aargau wurde in die Ausarbeitung nicht einbezogen. Dies widerspricht sämtlichen bisherigen Abmachungen".
Doppelbelastung des Surbtals nicht akzeptabel
Eine dieser Kurzfristvarianten (E DVO-G) beinhaltet unter bestimmten Bedingungen (Sicherheit, Kapazität, Stabilität) den gekröpften Nordanflug mit einem satellitengestützten Verfahren. Mit dieser Variante würde das Surbtal am Morgen früh und am Abend spät mit Fluglärm belastet. Dies widerspricht der Strategie des Regierungsrats und ist aus Aargauer Sicht nicht akzeptabel.
Die vom BAZL präsentierten Unterlagen wurden den seit Jahren im SIL-Prozess involvierten Fachstellen des Kantons vor der Medienkonferenz nicht zugestellt, was ebenfalls sehr überraschend ist. Die Fachstelle wird in den nächsten Tagen die Unterlagen im Detail prüfen müssen. Am nächsten Flughafen-Panel anfangs September wird der Entwurf des Schlussberichts mit den betroffenen Gemeinden diskutiert.