Aargauer Trümpfe ausspielen
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Drittes Säulenhausgespräch zwischen Regierung und Parteien
Der Aargau wird sein Gewicht mit mehr Selbstbewusstsein in die eidgenössische Waagschale werfen. So lautete der Tenor am dritten "Säulenhaus-Gespräch" zwischen Abordnungen der Aargauer Regierung und der vier grössten Parteien im Kanton.
Das überdeutliche Nein des Nationalrats zu Aarau als Standort des Bundesstrafgerichts hat gezeigt, dass der Aargau seine Interessen auf nationaler Ebene wirkungsvoller vertreten muss. Das dritte "Säulenhaus-Gespräch" widmete sich deshalb am Mittwochabend in Aarau den Grundsatzfragen, wo der viertgrösste Schweizer Kanton politisch, wirtschaftlich und punkto Image steht, welche Trümpfe er ausspielen soll und wo er bewährte Partnerschaften stärken und neue aufbauen kann. Dabei ging es um einen vom Tagesgeschäft losgelösten Meinungsaustausch als Basis für spätere konkrete Umsetzungen.
Für den Aargau
In der Hitze der politischen Auseinandersetzung bestehe die Gefahr, dass das Gesamtwohl des Aargaus aus den Augen verloren werde, wurde in der Runde bemerkt. Alle Beteiligten sollten durch ihre grosszügige Haltung ein positiveres Bild des Kantons vermitteln. Man war sich einig, dass es dazu im harten Alltag immer wieder neue Anläufe braucht.
Kantonsjubiläum nutzen
Einig war man sich in der Auffassung, dass das Kantonsjubiläum 2003 als wichtige Chance für den inneren Zusammenhalt und die Ausstrahlung nach aussen genutzt werden kann und soll. Dadurch kann die gesamte Bevölkerung angesprochen, das identitätsstiftende Aargauer Bewusstsein gestärkt und der Stolz auf die Stärken des Aargaus geweckt werden - als Gegenpol zu den Anziehungskräften der grossen Zentren. Als solche Stärken wurden beispielsweise die Vielfalt und Wohnqualität der Regionen, die Innovationskraft der vielen kleinen und mittleren Unternehmungen und die gute Infrastruktur (Verkehrsverbindungen, Schulen, Spitäler) genannt. Das Bild des Kantons werde dabei letztlich durch Menschen geprägt. Deshalb solle jede einzelne Aargauerin, jeder einzelne Aargauer, aber auch die Medien im Kanton motiviert werden, sich als Botschafter unseres Kantons zu engagieren.
Aufgrund der geographischen und topographischen Situation und der gewachsenen Strukturen bleibt der Aargau ein "Kanton der Regionen", allerdings mit einer klaren Konzentration der Bevölkerung und der Pendlerströme auf der Ost-West-Achse. In der Sachpolitik sollte sich der Kanton deshalb nach Auffassung der "Säulenhaus"-Runde neben der bewährten Zusammenarbeit im Nordwestschweizer Rahmen vermehrt nach Zürich öffnen.
Nächstes Gespräch im März
Das Gipfelgespräch im Aarauer Säulenhaus bestritten auf Regierungsseite Landammann Ernst Hasler, Landstatthalter Peter C. Beyeler und Finanzdirektor Roland Brogli. Die Parteien delegierten ihre Präsidenten und Fraktionsvorsitzenden: die Schweizerische Volkspartei (SVP) Hans-Ulrich Mathys und Lieni Füglistaller, die FDP Herbert H. Scholl und Corina Eichenberger, die Sozialdemokratische Partei (SP) Heinrich Schöni und Markus Leimbacher und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) Theo Vögtli und Esther Egger. Am Treffen nahm neben Staatsschreiber Marc Pfirter und Informationschef Markus Hächler erstmals auch Katja Gentinetta teil. Das nächste "Säulenhaus-Gespräch" findet am 26. März 2003 statt.