Aargau: Einbrecher haben Hochsaison
Die Zahl der Einbruchdiebstähle im Wohnbereich bleibt hoch. Auffallend ist, wie oft dreiste Einbrecher in der Nacht zuschlagen. Letzte Nacht war dies in Boswil gleich zweimal der Fall.
Nächtliche Einbrecher in Boswil
In einem Einfamilienhaus am Kirchweg in Boswil begann am Donnerstag, 3. Mai 2012, um ein Uhr der Hund laut zu bellen. Die aufgeschreckten Bewohner bemerkten, dass eine Zimmertüre verschlossen war. Die alarmierte Kantonspolizei war innert Minuten vor Ort und kontrollierte das Haus. Dabei stellten die Polizisten fest, dass die Täterschaft das verriegelte Zimmer durch ein Fenster verlassen hatte.
Die Einbrecher waren durch ein offenstehendes Kellerfenster ins Haus eingestiegen und hatten das Erdgeschoss durchsuchen wollen. Der Hund hatte das Unterfangen dann vorzeitig beendet.
Ein Anwohner sah noch, wie zwei dunkle Gestalten durch das Quartier wegrannten. Die weitere Fahndung mit mehreren Polizeipatrouillen und einem Polizeihund blieb allerdings erfolglos.
Die vermutlich gleichen Einbrecher liessen sich von der erhöhten Polizeipräsenz offensichtlich nicht verscheuchen. So wurden die Bewohner eines Einfamilienhauses an der Sentenstrasse in Boswil um 2.40 Uhr durch einen Knall geweckt. Der Ehemann schaute sofort nach und überraschte zwei maskierte Männer. Diese hatten soeben mit einem Ast ein schräg gestelltes Fenster aufgedrückt. Sie flüchteten sofort, als sie sich ertappt sahen.
Der Polizeihund konnte noch eine Fährte aufnehmen, verlor diese jedoch. Trotz weiterer intensiver Fahndung blieben die Einbrecher verschwunden.
Weitere Einbrüche zur Tageszeit
Gestern während des Tages und am frühen Abend suchten Einbrecher in Stetten, Ehrendingen, Aristau und Zuzgen je ein Einfamilienhaus heim. In allen Fällen waren die Bewohner abwesend und fanden ihr Haus danach durchwühlt vor. Die Einbrecher - wahrscheinlich verschiedene Gruppen - erbeuteten Bargeld, Schmuck, Uhren und Computer.
Auffällig viele Einbrüche in der Nacht
Seit mehreren Wochen verzeichnet die Kantonspolizei Aargau überdurchschnittlich viele Einbruchdiebstähle im Wohnbereich. Allein letzte Woche waren es deren 34. Dabei ist auffallend, wie oft die Einbrecher in der Nacht zuschlagen und dabei in Kauf nehmen, von den anwesenden Hausbewohnern überrascht zu werden.
Die Tatorte konzentrieren sich mit wenigen Ausnahmen auf einen Streifen entlang der A1. Neben anderen Erkenntnissen deutet dies darauf hin, dass sogenannte «Kriminaltouristen» am Werk sind. Deren hohe Mobilität und eine Vielzahl geeigneter Wohnquartiere machen die gezielte Fahndung für die Polizei äusserst schwierig.
Auch bei diesen jüngsten Einbrüchen bestätigt sich die polizeiliche Erkenntnis, dass Einbrecher den einfachsten Weg wählen, in ein Haus zu gelangen. Schräg gestellte Fenster, unverschlossene Haustüren oder zurückgelassene Leitern sind Einladungen für Einbrecher. Jedes zusätzliche Hindernis, das die Tat erschwert, wirkt hingegen abschreckend.