Aarau: Versicherungsbetrug
Mit fingierten Krankheiten, Unfällen und Diebstahls-meldungen betrog ein Ehepaar diverse Versicherungen, wobei der Ehemann als Haupttäter bezeichnet werden muss. Der Deliktsbetrag beläuft sich auf 1,2 Mio. Franken. Davon wurden innerhalb von 13 Jahren 825'650 Franken kassiert.
Im August 2001 erstattete eine Versicherungsgesellschaft beim Bezirksamt in Bremgarten eine Anzeige wegen Verdacht Versicherungsbetruges gegen ein Schweizer Ehepaar. Begründet wurde die Anzeige damit, dass das Ehepaar in wenigen Jahren übermässig viele Krankheitsfälle und Unfälle gemeldet und Taggelder von insgesamt mehreren hunderttausend Franken ausbezahlt bekommen habe. In jüngster Zeit seien aber die betroffenen Versicherungen den Forderungen nicht mehr nachgekommen, da das Ehepaar diese vermutlich betrüge. Nach der Sichtung diverser Versicherungsunterlagen liess das Bezirksamt Bremgarten das vom Kanton Aargau in den Kanton Zürich umgezogene Ehepaar im September 2001 festnehmen und beauftragte den Dienst für Wirtschaftskriminalität im Polizeikommando in Aarau mit der Durchführung eines Ermittlungsverfahrens.
Inzwischen konnte dieses Verfahren abgeschlossen werden. Wie sich zeigte, ist es zur Hauptsache dem Ehemann immer
wieder gelungen den Ärzten eine Unfallverletzung oder eine Krankheit vorzuschwindeln. Durch diese Täuschung erschlich er von den Ärzten Zeugnisse mit Bestätigungen von Arbeitsunfähigkeit von oftmals mehreren Monaten. Durch die Einreichung von fingierten Unfall- bzw. Krankmeldungen mit der jeweils ärztlichen bestätigten Arbeitsunfähigkeit kam er dann in den Genuss von hohen Summen von unberechtigten Versicherungsleistungen. Um die Einnahmen noch zu erhöhen, musste seine Ehefrau unter seiner Anweisung das selbe tun.
Bei Sachversicherungen meldete der Ehemann zudem fingierte Diebstähle oder Raubüberfälle an und forderte von den Versicherungen für angeblich gestohlene Gegen-stände (Teppiche, Kleider etc.) hohe Geldbeträge.
Der Gesamtdeliktsbetrag aus all den Versicherungs-betrügen beläuft sich auf 1,2 Mio. Franken. Davon wurden immerhin 825'650 Franken ausbezahlt. Beim Rest blieb es beim Betrugsversuch.
Der 53-jährige Ehemann, der klar als Haupttäter bezeichnet werden muss, ging in den letzten Jahren auch keiner geregelten Arbeit mehr nach und versuchte sein Glück an der Börse, der grosse Gewinn blieb aber aus. Er befindet sich weiterhin in Haft, während die Ehefrau in der Zwischenzeit entlassen wurde. Sie werden sich für ihre Verfehlungen zu gegebener Zeit vor dem Richter verantworten müssen.