Niederwil/Stetten – Reussbrücke Gnadenthal

Die Reussbrücke Gnadenthal weist baulich einen sehr schlechten Zustand auf. Es ist nicht mehr möglich, alle schadhaften Bauteile instand zu stellen. Weiter genügt die Brücke den heutigen Anforderungen an die Hochwassersicherheit nicht. Daher plant die Abteilung Tiefbau die Realisierung einer neuen Brücke.

Die baufällige Reussbrücke Gnadenthal wird durch einen Neubau ersetzt. Die neue Brücke wird für Verkehrslasten nach heute gültiger Norm ausgelegt und zwei Fahrspuren sowie einen kombinierten Rad-/Gehweg aufweisen. Der neue Reussübergang wird ein zeitgemässes Ingenieurbauwerk sein, das dauerhaft, sicher und schön gestaltet ist.

Die Brücke fügt sich optimal in die empfindliche Landschaft ein. Mit ihrem zurückhaltenden Erscheinungsbild konkurrenziert sie die denkmalgeschützte Klosteranlage nicht, sondern ordnet sich ihr unter. Das Bauwerk nimmt Rücksicht auf die natürlichen Uferpartien bzw. die geschützten Uferbereiche.

Das Projekt beinhaltet den Brückenersatz sowie die Strassenanpassung der Gnadenthalerstrasse beidseitig der Reuss.

Stand des Projekts

Die Anhörung erfolgte im Zeitraum vom 8. Juni bis 7. September 2012. Es ergaben sich insgesamt 23 Eingaben. In allen Eingaben fand das Vorhaben grundsätzlich Zustimmung. Anerkannt wurde insbesondere, dass ein Ersatz der Brücke nötig ist und die Gewährleistung der Hochwassersicherheit die Verlagerung des Brückenstandorts rechtfertigt. Eine rasche Umsetzung wurde befürwortet. In den Stellungnahmen wurde das Projekt gewürdigt, es wurden Prüfungsanträge und Verbesserungsvorschläge eingebracht und sachliche Kritik geübt.

Am 21. August 2012 erfolgte eine öffentliche Orientierung der Bevölkerung von Stetten.

Der Regierungsrat hat die Botschaft an den Grossen Rat am 7. November 2012 gutgeheissen.

Die Kreditgenehmigung durch den Grossen Rat erfolgte am 15. Januar 2013. Der Beschluss wurde am 25. Januar 2013 im Amtsblatt publiziert.

Die Frist für das Ausgabereferendum ist am 25. April 2013 abgelaufen.

Vom 2. September bis 1. Oktober 2013 lag das Projekt in den Gemeinden Niederwil und Stetten öffentlich auf.

Zum Projekt gingen zwei Einwendungen ein. Bei beiden Einwendungen konnte der Rückzug erwirkt werden.

Am 5. November 2014 hat der Regierungsrat das Bauprojekt für den Ersatz der Reussbrücke Gnadenthal gutgeheissen.

Das Landerwerbsverfahren wurde in der ersten Hälfte 2015 abgeschlossen.

Die Beschaffung der Baumeisterarbeiten ist erfolgt. Die Arbeiten wurden an die ARGE Rothpletz Lienhard/H. Graf AG vergeben.

Am 7. August 2015 erfolgte der Spatenstich. Die Bauarbeiten starteten am 10. August 2015.

Am 17. und 18. März 2016 wurden die drei Stahlbauelemente des
Brückentrogs – an den Randfeldern zweimal je ca. 70 Tonnen und im Mittelteil ca. 35 Tonnen – mit einem grossen Pneukran versetzt. Die Schweissarbeiten am Brückentrog wurden nach 14-tägiger Dauer abgeschlossen.

Anfang April wurden die Schalwagen für die Herstellung der Fahrbahnplatte aus Stahlbeton auf die Baustelle gebracht und mit dem Zusammenbau begonnen. Am 15. April 2016 starteten die Betonierarbeiten der Fahrbahnplatte mit einer 12,5 Meter langen Etappe. Anschliessend folgten weitere 7 Etappen mit Längen zwischen 10 und 17,5 Metern. Die letzte Etappe wurde am 29. Juni 2016 betoniert. Insgesamt wurden dabei fast 400 Kubikmeter Beton verbaut, was einem Gesamtgewicht von nahezu 1000 Tonnen entspricht.

Die Erstellung der Fahrbahnplattenränder, den sogenannten Konsolköpfen, wurde Mitte Juni gestartet. Pro Arbeitswoche wurde an beiden Rändern gleichzeitig jeweils eine 20 m lange Etappe geschalt, bewehrt und betoniert. Nach fünfwöchiger Dauer wurde am 21. Juli 2016 das letzte Konsolkopfteilstück gegossen. Die Rohbauarbeiten der Brücke sind somit abgeschlossen.

Im August und Anfang September haben die Fertigstellungsarbeiten der Brücke, die sogenannten Möblierungsarbeiten, stattgefunden. Auf der Brücke wurden der Gussasphaltbelag inklusive Fahrbahnübergänge eingebaut sowie die Brückengeländer und die Beleuchtung montiert.

Am 12. September 2016 erfolgte die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke bei gleichzeitiger Ausserbetriebnahme der alten Brücke. Letztere wurde in den Monaten Oktober und November, mit Ausnahme des BrückenkopfsGnadenthal, vollständig rückgebaut.

Auf der Seite Stetten wurden die Werkleitungsarbeiten abgeschlossen, das fehlende Teilstück des Rad-/Gehwegs gebaut und die neue Strassenbeleuchtung versetzt.

Auf der Tägerigerstrasse muss der fehlende Deckbelag noch eingebaut werden. Dies geschieht voraussichtlich im Frühling 2017. In Absprache mit der Gemeinde bleibt dieser Strassenabschnitt mindestens bis dahin für jeglichen Verkehr gesperrt. Am Freitag 5. Mai 2017 wurde der Deckbelag eingebaut und die Verkehrsfreigabe erfolgte am darauffolgenden Montag, den 8. Mai 2017. Die durch die Gemeinde Niederwil erlassene vorübergehende Verkehrsbeschränkung auf der Gnadenthalerstrasse (Strassenstück Gnadenthal – Nesselnbach) wurde gleichzeitig aufgehoben.

Über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel 2016/2017 blieb die Baustelle eingestellt.

Aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse, mit anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt während des ganzen Tagesverlaufs, erfolgte die Arbeitsaufnahme auf der Seite Niederwil um einen Tag verzögert, nämlich am Dienstag, den 17. Januar 2017.

Mit zunächst reduzierter Belegschaft wurden erste Werkleitungsarbeiten im Bereich des neuen Restaurantparkplatzes ausgeführt. Einhergehend mit den verbesserten Wetterbedingungen von Ende Januar bzw. Anfang Februar, starteten die Abbrucharbeiten des verbliebenen Widerlagers der alten Brücke und die Bauarbeiten des neuen Parkplatzes.

In den Monaten Februar und März 2017 wurde im Bereich des rückgebauten Brückenwiderlagers ein neuer, rund 22 Meter langer Ufermauerabschnitt erstellt. Die hierfür erforderliche Baugrubensicherung bestand aus mehreren in den Boden getriebenen Spundwandprofilen, welche im Endzustand einen geschlossenen Kasten bildeten. Nachdem dieser trockengelegt und gesäubert wurde, konnten die Schalungs- und Betonarbeiten der Mauer ausgeführt werden. Flussseitig wurde der vorgelagerte, aus grossen Blocksteinen bestehende Uferschutz ergänzt und mit zwei zusätzlichen Buhnen erweitert. Mit der Montage des neuen Geländers auf der gesamten Länge der Mauerkrone, wurden die Bauarbeiten im Bereich der südlichen Ufermauer in der zweiten Junihälfte 2017 abgeschlossen.

Parallel zum Mauerbau wurden die Tiefbauarbeiten für den neuen Parkplatz des Restaurant Gnadenthal weitergeführt und soweit vorangetrieben, dass dem Wunsch des Grundeigentümers nach Inbetriebnahme der Anlage an Ostern (16.04.2017) entsprochen werden konnte. Die Fertigstellung der Anlage, dazu gehörten Arbeiten wie beispielsweise der Einbau des Deckbelags, das Aufbringen der Bodenmarkierungen und die Begrünung mit Hecken bzw. Sträuchern, erfolgte bis Ende Juni 2017. Die Baumpflanzung folgt im Herbst 2017.

Einhergehend mit der Inbetriebnahme des neuen Restaurantparkplatzes wurde auf der Seite Stetten der temporäre Ersatzparkplatz aufgehoben, um den Bau des Retensionsfilterbeckens mit Unterhaltsweg und die Umsetzung der ökologischen Ausgleichsmassnahmen zu ermöglichen. Die Geländemodellierung und die Realisierung der zwei Wasserflächen bzw. Tümpel wurden im Juli 2017 beendet. Mit der Pflanzung von Hecken und Büschen im Spätherbst, werden die ökologischen Ausgleichsmassnahmen abgeschlossen. Die ursprüngliche Parkierungsmöglichkeit für Motorfahrzeuge (Kiesfläche) entlang der Zufahrtsstrasse zur Wildenau ist wieder hergestellt und zur Benutzung freigegeben.

Der Rückbau des Hauptinstallationsplatzes am rechten Reussufer wurde abgeschlossen. Der während der Bauausführung umgelegte Wanderweg ist in seine ursprüngliche Lage zurückversetzt worden. Die Wiederaufforstung der nördlichen Uferpartie erfolgt ebenfalls im Herbst 2017.

Der Einbau des Deckbelags auf der neu angelegten Kantonsstrasse K 413 erfolgte während einer Vollsperrung der Kantonsstrasse für jeglichen Motorfahrzeugverkehr. Von Samstag, 10. Juni 2017, 18:00 Uhr, bis Montag, 12. Juni 2017, 05:30 Uhr, war die Gnadenthalerstrasse (K 413) ab dem Klosterfeldweg, Seite Stetten, bis zur Lieferanteneinfahrt des Reussparks, Seite Gnadenthal, gesperrt und eine Umleitung signalisiert. Für den Zweiradverkehr sowie für Fussgängerinnen und Fussgänger blieb der kombinierte Rad-/Gehweg jederzeit benutzbar. Die Strassensperrung brachte für alle Verkehrsteilnehmenden Vorteile: Einerseits konnte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt den Deckbelag innert kurzer Zeit mit einer hohen Qualität einbauen lassen, andererseits profitierten die Strassenbenutzerinnen und -benutzer von einer minimalen Behinderungszeit. Das Aufbringen der Strassenmarkierungen und die letzten Fertigstellungsarbeiten erfolgten in der Anschlusswoche.