NL.A-0284 Gewerkschaftliche Organisationen (verschiedene), 1864-2019 (Bestand)

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General information

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Ref. code:NL.A-0284
Ref. code AP:NL.A-0284
Title:Gewerkschaftliche Organisationen (verschiedene)
Creation date(s):1864 - 2019
Level:Bestand

Information on context

Name of the creator / provenance:Gewerkschaften (verschiedene)
Administration history:Dieser Bestand umfasst eine Vielzahl von eigenständigen Organisationen, die eng mit dem Aargauischen Gewerkschaftskartell bzw. Gewerkschaftsbund AGB verbunden waren. Während die meisten Arbeiterbildungsausschüsse Teil des AGB waren, agierten der Arbeiterbildungsausschuss Aarau und Umgebung, der Arbeiterbildungsausschuss des Bezirks Brugg sowie die Arbeiterunion Oberwynental und Seetal als eigenständige Vereine und als regionale Dachorganisationen. Mitglieder der drei genannten Vereine waren auch die SP und andere Bildungs-, Kultur- und Sportvereine der Arbeiterbewegung. Viele dieser Organisationen sind auf Initiative des AGB entstanden. Dazu gehören beispielsweise Projekte und Initiativen zur Integration ausländischer Arbeitnehmenden und zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen. Oft waren die kantonalen Sekretäre oder Präsidenten führende Mitglieder dieser Organisationen, die heute mehrheitlich nicht mehr existierenden. Die einzelnen Organisationen werden nachfolgend kurz beschrieben.

Der Arbeiterbildungsausschuss Aarau und Umgebung war bis 2006 aktiv und wurde 2019 nach jahrelanger Inaktivität aufgelöst. Er war für die Organisation und Durchführung von Arbeiterbildungsprogrammen in der Region verantwortlich und Teil der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale SABZ.
Der Verein Forum 1. Mai Baden, vormals Maifeierkommission Baden, organisiert und koordiniert seit 1989 die Maifeiern des Bezirks Badens.
1927 reorganisierte die Arbeiterunion Brugg und Umgebung die bisher selbst erbrachten Bildungsaktivitäten und gründete dafür den Arbeiterbildungsausschuss Brugg und Umgebung. Der Bildungsausschuss Bezirk Brugg stellte 1999 seine Aktivitäten ein. Da keine Nachfolgelösung aufgebaut werden konnte, wurde er 2010 aufgelöst.
Das Arbeiter-Sportkartell Brugg bestand von 1939 bis 1960 und war Teil des Sport- und Kulturkartells Brugg und Umgebung.
Der Arbeiterturnverein Brugg wurde 1917 gegründet und war noch 1960 als Satus Sektion Brugg aktiv.
Die Genossenschaft WohnBrugg wurde als Reaktion auf die stark steigenden Boden- und Liegenschaftspreise gegründet. Nebst der Schaffung von günstigem Wohnraum für ihre Mitglieder wollte sie auch eine aktive Informationspolitik mit Behörden und Öffentlichkeit betreiben. Aufgrund von Uneinigkeiten unter den Mitgliedern wurde 1997 die Liquidation beschlossen und im Mai 2002 vollzogen.
Die Arbeiter-Bildungs-Gemeinschaft ABG Möhlin (Commissione di Formazione operaia di Möhlin) entstand um 1965 und führte bis 1971 eine eigene Bibliothek. Nach zehnjähriger Pause führte sie ab 1981 wieder jährliche Bildungsprogramme in deutscher und italienischer Sprache durch. wurde sie in Bildungsgemeinschaft Möhlin umbenannt.
Das kantonale Komitee "Demokratie für Alle" wurde 1994 gegründet und bestand aus verschiedenen Regionalkomitees im ganzen Kanton. Das überparteiliche Komitees warb für 1993 eingereichten Aargauischen Volksinitiative für ein fakultatives Stimm- und -wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf Gemeindeebene.
Der Verein Neustart mit Sitz in Wettingen und Baden wurde 1997 gegründet und 2010 aufgelöst. Sein Ziel war die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitlosen. Dazu betrieb er mit Hilfe von Bundessubventinen die drei Übungsfirmen EnergieSpar Aargau ESA, Kinderwaren AG und Kaufmännisches Competence-Center KVCE. Initiant dieses Projekts war der AGB, welcher zur Realisierung der Übungsfirma ESA kurz zuvor die "Arbeitsgemeinschaft für Erwerbslose der Aargauer Gewerkschaften - AGfE" gegründet hatte.
Die Arbeiterunion des Oberwynen- und Seetals mit Sitz in Reinach bestand aus Arbeitervereinen, Gewerkschaftssektionen sowie den örtlichen sozialdemokratischen Parteien und ihr nahestehenden Gruppen. 1918 gegründet trat sie auch gleichzeitig als Arbeiterunion Bezirk Kulm auf. Der Volkshausverein (1926 gegründet) erbaute 1948 das Volkshaus, das bis zum Verkauf 2017 als Sekretariat diente. Die Namen Volkshausverein Oberwynen- und Seetal, Volkshausverein Reinach und Volkshausverein Bezirk Kulm wurden parallel verwendet.
Der Verein Aargauische Arbeitsgemeinschaft für die Betreuung ausländischer Arbeitskräfte AGAB wurde 1964 geschaffen. Der Zweck war die "Koordinierung und Unterstützung der Arbeit aller im Kanton um die Betreuung der Ausländer bemühten Beratungs- und Fürsorgestellen der Kirchen und ihrer Hilfswerke, der Arbeitnehmerverbände, der Arbeitgeber und gemeinnütziger Institutionen", welche zugleich die Mitglieder des Vereins waren. Die Geschäftsstelle war bis 1992 bei der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau und danach bis zur Auflösung des Vereins 1994 beim AGB.
Der Arbeitskreis für Ausländerfragen AKAF wurde 1996 gegründet und bestand bis 2003. Der Verein hatte ähnliche Träger wie die AGAB und gab das AKAF-Info in acht Migrationssprachen herausgab.
Archival history:Die Akten der verschiedenen Organisationen lagerten im Sekretariat des Aargauischen Gewerkschaftsbundes AGB. Im November 2006 kontaktierte das Zentralsekretariat der Unia mit Sitz in Bern das Staatsarchiv Aargau, um eine Lösung für die langfristige Sicherung der Archive der Aargauer Arbeiterbewegung zu finden. In der Folge ergab sich ein umfassendes Projekt mit dem Ziel, die im Kanton verstreuten Arbeiter- und Gewerkschaftsarchive zu sichern und in einem öffentlichen Archiv zugänglich zu machen.

Die Firma Docuteam GmbH in Baden-Dättwil wurde mit der Ausführung der Erschliessungsarbeiten beauftragt, welche von 2007 bis 2010 andauerten. Der vorliegende Bestand wurde bei der Erschliessung aus diversen kleinen Gewerkschaftsarchiven gebildet, die eigenständige Organisationen, aber eng mtit dem ABG verbunden waren. Die Übernahme des Bestandes ins Staatsarchiv Aargau als Schenkung erfolgte am 08.07.2010.

2018 kontaktierte der Unterstützungsverein Archive der Aargauer Arbeiterbewegung UV-AAA, mit Sitz im Volkshaus Aarau, das Staatsarchiv, um eine grössere Nachlieferung von Akten der dort ansässigen Gewerkschaften und der kantonalen SP vorzubereiten. In der Folge ergab sich ein gemeinsames Projekt mit dem Ziel, im Staatsarchiv die bestehenden Bestände zu ergänzen und die restlichen Papierarchive zu sichern. Die Gewerkschaftsarchivarin Rita Lanz bereitete im Auftrag des UV AAA die Ablieferungen in enger Absprache mit dem Staatsarchiv vor.
Das Staatsarchiv Aargau übernahm 2019 und 2020 Nachlieferungen zum Bestand NL.A-0284 mit Unterlagen aus dem Zeitraum 2018-2019, die 2022 durch Rita Lanz im Staatsarchiv erschlossen wurden.

Information on content and structure

Contains:Der Bestand enthält zum grössten Teil Unterlagen des Arbeiterbildungsausschusses Aarau und Umgebung, des Arbeiterbildungsausschusses des Bezirks Brugg sowie der Arbeiterunion Oberwynental und Seetal, wohingegen die anderen lokalen Arbeiterbildungsausschüsse richtigerweise als Teil des Bestands Aargauischer Gewerkschaftsbund AGB (NL.A.-0282) archiviert wurden.
Hinzugefügt wurden Dokumente kleinerer Organisationen wie Forum 1. Mai Baden, Demokratie für Alle, Arbeitsgemeinschaft JA zum Antirassismus-Gesetz, Arbeitskreis Ausländerfragen AKAF, Verein Neustart, Arbeiterunion Oberwynental und Seetal, Deutscher Verein und Arbeiterbildungsverein Eintracht Baden und Schneiderfachverein Baden.
Appraisal and destruction:Kassiert wurden Buchhaltungsbelege, Dokumentationsmaterialien, Unterlagen Dritter, Arbeitsmittel (z. B Büromaterialbestellungen, Druckvorstufen) und Doubletten.
System of arrangement:Der Bestand der verschiedenen Gewerkschaftlichen Organisationen ist in zwei Teilbestände unterteilt: Die Aktenübernahme 2010 enthält die erste Ablieferung von 2010, die Aktenübernahmen ab 2011 die Nachlieferungen von 2019 und 2020. Der erste Teil wurde von Docuteam GmbH gemäss dem Staatsarchiv Aargau Ordnungssystem für Vereine (Version 3.2 vom 15.02.2010) geordnet und verzeichnet. Für den zweiten Teil wurde 2022 ein Ordnungssystem für Gewerkschaften und Parteien entworfen.

Zugangs- und Benutzungsbestimmungen

Access regulations:Die Benutzung für Drittpersonen ist im Schenkungsvertrag vom 23. März 2011 zwischen dem Aargauischen Gewerkschaftsbund (AGB) und dem Staatsarchiv Aargau geregelt. Für Nachlieferungen ab 2011 besteht eine Vertragsanpassung.

Für die Aktenübernahme 2010 gilt:
Für die Einsichtnahme in bisher nicht veröffentlichte Unterlagen der geschäftsleitenden Gremien gilt eine generelle Schutzfrist von zehn Jahren. Für die Einsichtnahme durch Drittpersonen in Unterlagen, welche schützenswerte Personendaten enthalten, gelten die Bestimmungen des Gesetzes über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen vom 24. Oktober 2006 (IDAG) und diejenigen der Verordnung zum Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen vom 26. September 2007 (VIDAG).

Für Aktenübernahmen ab 2011 gilt:
Die Einsichtnahme in sämtliche Akten richtet sich nach den Bestimmungen des Gesetzes über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen vom 24. Oktober 2006 (IDAG) und denjenigen der Verordnung zum Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen vom 26. September 2007 (VIDAG).

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Related material:NL.A-0282 Aargauischer Gewerkschaftsbund AGB
 

Usage

Permission required:Staatsarchiv Aargau
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Einsichtnahme eingeschränkt
 

URL for this unit of description

URL:https://ag.ch/staatsarchiv/suche/detail.aspx?ID=2165
 

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