DSI-BAD061 Römerstrasse 30, Villa Langmatt, Gärtnereigebäude mit Treibhaus und Badehaus, Keine Angabe (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:DSI-BAD061
Signatur Archivplan:BAD061
Titel:Römerstrasse 30, Villa Langmatt, Gärtnereigebäude mit Treibhaus und Badehaus
Bezirk:Baden
Gemeinde:Baden
Adresse:Römerstrasse 30
Versicherungs-Nr.:804, 895, 845
Parzellen-Nr.:1318
Grundbuch-Nr.:1318
Koordinate E:2665494
Koordinate N:1259326
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2665494&y=1259326

Objekt-Infos

Autorschaft:Curjel, Robert (1859-1925), Moser, Karl (1860-1936).

Typologie

Nutzung (Stufe 1):Profane Wohnbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Repräsentatives Wohnhaus, Villa

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):5/21/1991
4/7/2016
Kategorie Inventar Kulturgüterschutz:A (nationale Bedeutung)
Kantonaler Schutzumfang:Integral

Dokumentation

Entstehungszeitraum:No information given
Bau- und Nutzungsgeschichte:Sidney Brown, der technische Leiter der Firma Brown Boveri & Co. (BBC) und seine Frau Jenny Brown-Sulzer liessen in den Jahren 1899-1901 in unmittelbarer Nähe des Fabrikareals im Haselfeld die Villa "Langmatt" als eigenes Wohnhaus errichten. Mit dem Entwurf wurde der Architekt Karl Moser (1860-1936) beauftragt, der damals zusammen mit seinem Partner Robert Curjel (1859-1925) ein Büro in Karlsruhe führte. Curjel & Moser hatten in Baden bereits zwei Villen für die Gründer- und Besitzerfamilien von BBC erbaut, darunter die benachbarte, 1898/99 entstandene "Römerburg" (1957 abgebrochen). Nach einem Vorprojekt in stärker dem englischen Landhausstil verpflichteten Formen wurde die Villa "Langmatt" in den Jahren 1900/01 ausgeführt. Für den heute nicht mehr vorhandenen Innenausbau wurde der Karlsruher Kunstgewerbler Max Läuger verpflichtet; den Garten gestaltete der Gartenarchitekt Otto Froebel, Zürich. Bereits in den Jahren 1904-06 wurde das Haus um einen Galerieanbau für die Gemäldesammlung der Eigentümer erweitert. Parallel zum Wandel ihrer Sammlungstätigkeit, die sich jetzt nicht mehr auf deutsche, sondern auf französische Gemälde richtete, liessen die Besitzer zwischen 1923 und 1927 das Innere einem als französisch empfundenen Geschmack anpassen, wodurch die bauzeitliche Ausstattung zerstört wurde. Nachdem die Villa als Vermächtnis von John A. Brown, des letzten Nachkommens der Erbauer, in eine Stiftung überführt worden war, wurde sie in den Jahren 1987-1990 restauriert und als Museum eingerichtet. Die Gemäldesammlung der ursprünglichen Besitzer und die als Wohnmuseum gezeigten Räume der Villa sind seither öffentlich zugänglich. Seit 1991 steht die Villa unter Denkmalschutz.
Der Zürcher Gartenarchitekt Otto Froebel liess von den damaligen Eigentümern des Grundstückes, Sidney William und Jenny Brown-Sulzer, um 1901 – gleichzeitig mit dem Bau der Villa – eine grosszügige Gartenanlage im Stil eines Landschaftsgartens anlegen. 1901 entstand an dessen Ostrand ein Gartenhaus. Dieses war ursprünglich als eine zur Villa hin offene Halle mit Tonnengewölbe gestaltet, rückwärtig kam ein Geräteraum zu stehen. Vermutlich in den 1920er-Jahren wurde die Stirnseite mit einer axialen Erschliessung und zwei seitlichen Fenstern neu fassadiert. Seitdem wurde das Gebäude, das an der westlichen Traufseite eine Aussendusche erhielt, als Badehaus umgenutzt.
1905/06 wurde die Gartenanlage von Otto Froebel überarbeitet. Dabei entstand wohl westlich der Villa ein Nutz- und Ziergarten mit zwei Treibhäusern. Gleichzeitig errichtete man in der Verlängerung eines der Treibhäuser ein Vorhaus, das heutige Gärtnereigebäude. Heute besteht nur noch eines der beiden Treibhäuser. Gärtnereigebäude mit Treibhaus und Badehaus sitehen seit 2016 als Schutzergänzung zur Villa unter Denkmalschutz.
Beschreibung:Die Villa "Langmatt" zeigt in ihrer Architektur eine eigentümliche Mischung aus englischem Landhausstil, Jugendstil und Elementen des Heimatstils, womit sie sich deutlich von der zumeist noch historistischen zeitgenössischen Villenarchitektur absetzte. Sie bildet damit wie auch andere Bauten von Curjel & Moser einen wichtigen Beitrag zum Villenbau und zur Wohnhausarchitektur in der Schweiz um 1900. Der Zugang zur Villa ist durch ein Rundbogentor mit zwei abstrahierten Zinnen und ornamental gestaltetem Hausnamen gerahmt (1987-1990 wiederhergestellt). Es gibt den Blick frei auf die Hauptfassade der Villa, die der Zufahrt gegenüber auf dem Gartengrundstück steht. Der blockhaft erscheinende Baukörper wird durch Fensteröffnungen und Vorbauten asymmetrisch gegliedert und von einem steilen Walmdach abgeschlossen. Auffällig ist die flächige Fassadenwirkung, die durch einen feinkörnigen hellen Putz, grosse ungegliederte Wandflächen sowie fassadenbündig versetzte, in rötlichem Elsässer Sandstein ausgeführte Fenstergewände und Eckquader erreicht wird. Während der Eingang an der vergleichsweise wenig befensterten westlichen Schmalseite liegt, zeigt sich die Südfassade mit unterschiedlichen Fensterformaten, zwei Erkervorbauten und einem Quergiebel als eigentliche Schauseite des Baus. An der Westfassade ist dem Haus eine doppelgeschossige, verglaste Loggia vorgebaut, die wie der Quergiebel in grün gestrichenem Fachwerk ausgeführt ist und von einem Krüppelwalmdach abgeschlossen wird. Der Portalvorbau und die französischen Fenster der Südfassade sind Ergänzungen der 1920er Jahre. Westlich schliesst der 1904-06 erbaute Galerieflügel an, der sich über eine dorische Portikus zum Garten öffnet und mit einem hohen, unten geknickten neobarocken Walmdach gedeckt ist. Im Inneren zeigte die Villa ursprünglich eine offene Treppenhalle nach englischem Vorbild und eine reiche Ausstattung in geometrischen Jugendstilformen; erhalten sind ein Wandbrunnen von Max Läuger mit mehrfarbig glasierten Kacheln im Verandavorbau sowie der Innenausbau des Galerieflügels.
Literatur:- Kunstführer GSK, 1991.
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=20682
 

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