INV-BRG915 Glärnischweg 5/7, 1911 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-BRG915
Signatur Archivplan:BRG915
Titel:Glärnischweg 5/7
Bezirk:Bremgarten
Gemeinde:Bremgarten (AG)
Ortsteil / Weiler / Flurname:Obere Vorstadt
Adresse:Glärnischweg 5/7
Versicherungs-Nr.:417, 418
Parzellen-Nr.:2312, 2313
Koordinate E:2668745
Koordinate N:1244837

Chronologie

Entstehungszeitraum:1911
Grundlage Datierung:Baugesuch

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Profane Wohnbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Wohnhaus
Epoche / Baustil (Stufe 3):Schweizer Holzbaustil

Dokumentation

Autorschaft:Conrad & Cie., Baugeschäft, Bremgarten
Würdigung:1911 vom Bremgarter Baugeschäft Conrad & Cie. errichtetes, noch späthistoristisch geprägtes Doppeleinfamilienhaus, das durch seine sorgfältigen Zierelemente in den Formen des Schweizer Holzstils auffällt. Der zweigeschossige verputzte Mauerbau wird in axialsymmetrischer Disposition von zwei Eckrisaliten unter Krüppelwalmdächern gerahmt; dazwischen spannt sich eine doppelgeschossige hölzerne Veranda, über die auch der Zugang zum Haus erfolgt. Insbesondere der Hausteil Glärnischweg 5 bewahrt mit den bauzeitlichen Fenstern und dem sorgfältig renovierten Zierwerk noch viel bauzeitliche Substanz.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Doppeleinfamilienhaus wurde 1911 durch das Bremgarter Baugeschäft Conrad & Cie. auf eigene Rechnung errichtet und wohl kurz nach der Fertigstellung verkauft [1]. Es steht damit am Anfang der nach dem Bahnbau einsetzenden Bebauung der Bärenmatt in der Oberen Vorstadt, die sich um den alten Verbindungsweg nach Zufikon (heutige Bärenmattstrasse) sukzessive nach Osten ausdehnte.
1964 erfolgte ein rückwärtiger Zimmeranbau an Hausteil Glärnischweg 5. In den 1980er Jahren wurde derselbe Hausteil unter Erhaltung der ursprünglichen Bausubstanz sanft renoviert.
Beschreibung:Das Doppeleinfamilienhaus erhebt sich zusammen mit einem analog disponierten, aber einfacher gestalteten westseitigen Nachbarn (Glärnischweg 1/3) parallel zur Bärenmattstrasse. Der Erschliessung dient der parallel zur Bärenmattstrasse angelegte, kurze Glärnischweg, welcher die langgestreckten Parzellen in die Vorgartenzone um das Haus und die zur Bärenmattstrasse hin gelegenen, ehemaligen Pflanzgärten der beiden Häuser teilt. Es handelt sich um ein axialsymmetrisch organisiertes, noch späthistoristisch geprägtes Baumeisterhaus, das als zweigeschossiger, verputzter Mauerbau unter einem traufseitig weit herabgezogenen Halbwalmdach liegt. Die sorgfältig gestaltete Schaufassade nach Süden wird von zwei Eckrisaliten unter Krüppelwalmdächern gerahmt, zwischen die eine doppelgeschossige Laubenfront gespannt ist. Das reiche, wohl schon ursprünglich rotweiss gefasste, zierbeschnitzte Balkenwerk an den Giebeln und an der Laubenbrüstung wie auch die dekorativ ausgesägten Verschalungen entstammen dem Formenschatz des Schweizer Holzbaustils (Chaletstil). Einen Blickfang bilden die beiden Quergiebel, die von einer Flugsparrenkonstruktionen auf paarweise angeordneten beschnitzten Bügen getragen und von eine spitzbogigen Ründe abgeschlossen werden. Das umlaufende Gurtgesims und die Rahmungen der hohen, schlanken Rechteckfenster sind Zementgussprodukte. An den Risaliten sind die Fenster verdoppelt. Der Zugang zu den Häusern erfolgt jeweils über eine kurze Freitreppe zur Erdgeschossveranda.
Die Fassaden sind mit zeittypischem Besenwurf verputzt. Der westliche Hausteil Glärnischweg 5 besitzt noch die bauzeitlichen Fenster, die mit quadratisch gesprosstem Obstück und hochrechteckig gesprosster unterer Randleiste akzentuiert sind. Erhalten ist hier auch das gefelderte, hölzerne Türblatt. Durchgehend sind noch die ursprünglichen hölzernen Jalousieläden vorhanden. Haus Glärnischweg 5 ist rückwärtig um einen aufgeständerten Zimmeranbau mit Flachdach erweitert.
Das Innere der beiden Häuser ist streng spiegelbildlich konzipiert. Der Erschliessung dient jeweils ein Treppenhaus an der Veranda und ein kurzer Stichgang, an den im Erdgeschoss aussen zwei Zimmer stossen, während die Küchen hinter dem Treppenhaus zum Hausinneren hin orientiert sind. Hausteil Glärnischweg 5 bewahrt noch die bauzeitliche Holztreppe mit gedrechseltem Staketengeländer und einige Wandschränke. Unter den heutigen Belägen sind vielleicht noch die originalen Holzböden vorhanden. Das Dachgeschoss wurde unter Beibehaltung der vorhandenen Belichtung nachträglich zu Wohnzwecken ausgebaut. (Hausteil Glärnischweg 7 nicht gesehen.)
Die als Ziergarten angelegten Vorgärten werden zum Glärnischweg hin von einer Hecke abgeschlossen. Der ehemalige Pflanzgarten des Hauses Glärnischweg 5 ist heute mit einer Garage besetzt.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
Anmerkungen:[1] Pläne im Baugesuchsarchiv.
Quellen:- Stadt Bremgarten, Baugesuchsarchiv: Baupläne 1911.
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=31446
 

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