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General information |
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Information on content and structure |
| Kantonale Unterschutzstellung (DSI): | 6/2/2026 |
| Kantonaler Schutzumfang: | integral |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | before 1850 |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Nutzung (Stufe 1): | Landwirtschaftliche Bauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Obsttrotte |
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Information on related materials |
| Würdigung: | Das Gebäude, zunächst im Brandkataster als "Holzhaus mit Schweineställen" bezeichnet, mag zunächst nicht als Trotte genutzt worden sein, die Abmessungen der Baute sowie die Konstruktion mit einem Hängewerk, das im stützenlosen Erdgeschoss die Aufstellung einer Baumtrotte ermöglichte, weist jedoch darauf hin, dass die Einrichtung einer Trotte zur Bauzeit vorgesehen wurde. Das Dachwerk greift konstruktiv eine Bautechnik auf, die bereits im 13. Jahrhundert (erhalten und dokumentiert vorwiegend im Sakralbau) die Möglichkeit zu weiten stützenfreien Räumen bot. Auffällig ist der vergleichsweise gute Erhaltungszustand der Konstruktion und die sorgfältige Verarbeitung der Holzverbindungen als Überblattungen. Blattverbindungen sind im 19. Jahrhundert zwar weiterhin im traditionellen Holzbau anzutreffen, jedoch bis auf spezielle auf Zug konstruierte Verbindungen, vielfach bereits spätestens ab dem 16. Jahrhundert durch gezapfte Holzverbindungen ersetzt worden. Die Konstruktionsart zeigt ein Beispiel eines Tragwerks in handwerklicher Tradition. Die Trotte ist in ihrer Lage auf dem sanften Hangrücken in der Nähe der Gemeindegrenzen zu Oberrüti und Sins in besonderer Weise mit der Landschaft und der Kulturgeschichte der Region verbunden. Das ehemalige Trottgebäude ist als kleiner landwirtschaftlicher Ökonomiebau ein wichtiger Zeuge einer historischen, wirtschaftlichen, handwerklichen und technischen Situation. Er dokumentiert die Fortsetzung handwerklicher Tradition im Holzbau und ist das einzige bekannte und erhaltene hölzerne Trott-gebäude einer wichtigen Blütezeit des öbstbaus im Freiamt. Die in Teilen erhaltene Ausstattung der Trotte zeugt vom bescheidenen technischen Fortschritt im 19. Jahrhundert und ist als baulicher Zeuge einer späten Phase der Protoindustrialisierung anzusprechen, in der der landwirtschaftliche Nebenerwerb und die überregionale Vermarktung gesellschaftlich und wirtschaftlich strukturprägend wurden. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Das Hofensemble gründet sich auf einen bäuerlichen Wohnbau aus dem 17. Jahrhundert, mit seinen im Ende des 18. Jahrhunderts entstandenen Erweiterungen. Es ist im Jahr 2020 abgerissen und durch einen Ersatzneubau ersetzt worden. Das Trottgebäude bestand spätestens 1850 als "Holzhaus mit Speicher, Schweinställen von Holz unter Ziegeldach, 19'lang, 13'breit, 8'hoch". Die Eigentumsverhältnisse änderten sich in den nächsten zwei Jahrzehnten mehrfach, während das Wohnhaus konstant in anderer Hand verblieb. Die Brandkatasterauszüge ab 1875 verzeichnen schliesslich für Wohnhaus und Nebengebäude, beschrieben als "Holzhaus mit Baumtrotte u. Obstmühle, samt Schweineställen von Holz (Gebäude f 3400 Trotte u. Mühle 600, 12.50m Länge, 9.20m Breite und 5.50m Höhe), Melchior Steiner als Eigentümer, welcher von 1840-1863 Lehrer an der Unterschule in Dietwil war. Das Lagerbuch der Aargauischen Brandversicherungsanstalt von 1899 übernimmt die Bezeichnung als Trotte. Spätestens mit dem Eigentumsübergang (1921 oder 1929) auf den Erben Johann Steiner wird offenbar die Nutzung als Trotte aufgehoben und der Bau fortan als "Oekonomiegebäude" geführt. Zum Zeitpunkt der Inventarisierung durch die Bauernhausforschung im Jahr 1987 befindet sich die Liegenschaft weiterhin im Eigentum der Familie Steiner. Im Jahr 2017 erwarb die Familie Oswald Isenegger die Liegenschaft. Im Jahr 2018 liessen die Eigentümer das Notdach über dem Gebäude errichten. Im 19. Jahrhundert gewann der Obstbau im ländlichen Raum eine grosse Bedeutung. "Mit dem Übergang vom Selbstversorger- zum Marktobstbau begann man in den Kantonen Obstbaukurse für Landschullehrer und Baumwärterkurse anzubieten. 1844 fand die erste Früchte- und Blumenausstellung statt, organisiert durch die Zürcher Landwirtschaftliche Gesellschaft. Auch der Eigentümer von Wohnhaus und Trotte im späten 19. Jahrhundert, Melchior Steiner, war Lehrer in Dietwil. Unbekannt ist, ob auch seine Tätigkeit als Lehrer die Teilnahme an oder den Unterricht der Bamwärterkurse umfasste. Die anzunehmende Diversifizierung der Einkommensquelle des Lehrers durch den Betrieb der Obsttrotte ist typisch für die Protoindustrialisierung, in der der landwirtschaftliche Nebenerwerb und die überregionale Vermarktung gesellschaftlich und wirtschaftlich strukturprägend wurden. Das Ende der Nutzung als Trotte, gemäss Brandkatasterauszug spätestens 1929, könnte mit dem "Zusammenbruch des [Obst-]Markts nach einer Rekordernte 1922" zsammenhängen. |
| Beschreibung: | Hinter Eglezen ist ein abseits des Dorfes an der Strasse nach Fenkrieden gelegener Einzelhof. Der knapp südlich des Hofs entlang führende Fahrweg zwischen Dietwil und Fenkrieden ist im IVS ab 1722 belegt. Die Hofanlage setzte sich ehemals aus einem schindelgedeckten Wohnhaus (Tatschhaus) aus dem 17./18. Jahrhundert (Vers.-Nr.59, heute Ersatzneubau), einer im Jahr 2015 eingestürzten und abgeräumten Stallscheune aus dem späten 19. Jahrhundert (Vers.-Nr. 63), einem Holzschopf mit Trotte (Vers.-Nr.61) und einem Bienenhaus (Vers.-Nr. 62) zusammen. Aus dem historischen Gebäudebestand erhalten ist lediglich das Trottgebäude. Der holzverkleidete Ständerbau unterziegelgedecktem Satteldach mit Giebellukarne ist 9.20m breit und 12.12m lang. Die Konstruktion ist zweigeschossig und stockwerkweise abgebunden, abgestützt auf niedrigen Steinsockeln. Unter dem Gebäude verläuft in Längsrichtung eine kanalartige Jauchegrube. Die Materialisierung mit Eichenholz im Norden und Nadelholz (Fichte/Tanne) für die Südseite ist als gezielte Wahl interpretierbar und dient der Dauerhaftigkeit der Baute. Die Gefache sind regelmässig gesetzt, ungefüllt und nur mit den konstruktiv notwendigen Versteifungen erbaut. Das Gebäude ist mit vertikaler, sägeroh verbauter Bretterverschalung geschlossen. Der Innenraum ist zweigeschossig. Im nördlichen Teil befinden sich die Schweinekoben, ein Abort sowie der Treppenaufgang zum Obergeschoss. Von der Einrichtung als Trotte haben sich nur Reste erhalten. Die Baumtrotte selbst ist nicht mehr vorhanden. Noch an der Decke des Erdgeschosses vorhandene Installationen der für eine Spindelpresse benötigten Transmission deuten auf den neuzeitlichen Ersatz des älteren Trottbaums. In der Geschossdecke zum Obergeschoss dokumentiert der bauzeitlich erstellte Wechsel, der einen länglichen Schlitz in der Geschossdecke ermöglicht, den Verarbeitungsweg von der im Obergeschoss aufgestellten Obstquetsche zur unten stehenden Presse. Im Obergeschoss befindet sich ein Bretterverschlag, der wohl als Hühnerstall diente und das hölzerne Untergestell der Obstmühle sowie diverse klappbare Öffnungen zum Erdgeschoss. Im Obergeschoss ist auch die Holzkonstruktion als Hängewerk mit dem Unterzug und den eisernen Aufhängungen der Hängesäulen sichtbar. Im Dachgeschoss eingebaut ist eine offenbar bauzeitliche Kammer aus Bohlenwänden, abschliessbar mit einem stabilen Schloss. Inschriften, Strichzählung und Skizzen menschlicher Köpfe aus Kreide und Rötel zeugen von der Nutzung. Zurückhaltende Baudekoration findet sich in den sorgfältig ausgearbeiteten Zierformen, beispielsweise als Eierfase an den Brettabschlüssen und profilierte Fensterbrüstungen. Sie sind als typisch für die Bauzeit zur Mitte des 19. Jahrhunderts anzusprechen und beispielhaft für die sorgfältige traditionelle Zimmermannsarbeit. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=143356 |
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