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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1902 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE916A-G |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Reihenhaus, Zeilenbebauung |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Historismus |
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Information on related materials |
| Würdigung: | Wohnhaus einer von 1899–1903 entstanden Blockrandbebauung an der Belchenstrasse / Quellenstrasse, an der verschiedene Eigentümerschaften und Baumeister beteiligt waren. Wie für Kleinstädte geradezu paradigmatisch, ist das Konzept der Blockrandbebauung, das sich im 19. Jahrhundert zum prägenden Element im Städtebau etabliert hatte, nur fragmentarisch ausgeführt worden. Die einen rechten Winkel bildenden Mehrfamilienhäuser umfassen an der Belchenstrasse vier viergeschossige Einheiten (inkl. südlicher Eckbau) und drei dreigeschossige Einheiten an der Quellenstrasse, die (gekappte) Mansarddächer tragen. Mit ihrer Lage in einem ehemaligen Industriequartier von Rheinfelden zeigt die Bebauung den Ansatz zum städtisch verdichteten Bauen. Insbesondere die Eckbauten weisen üppigen historistischen Bauschmuck auf. Mit ihrem äusserlich guten Erhaltungszustand ist die Blockrandbebauung ein städtebaulicher, architekturhistorischer und baukünstlerischer Zeuge, der eine urbane Präsenz generiert. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Mit dem Wachstum der Grossstädte durch die Industrialisierung entstand der Bautypus des mehrgeschossigen Mietshauses in Form der Blockrandbebauung. Diese entwickelte sich im 19. Jh. zum prägenden Prinzip des mitteleuropäischen Städtebaus, bei dem geschlossene Gebäudezeilen mit Innenhöfen klare Strassenräume definierten. Das Erdgeschoss war meist für Ladengeschäfte vorgesehen; der Innenhof bot Platz für Lager- und Werkstatträume; in den gegenüber den anderen Geschossen meist etwas prunkvolleren ersten Obergeschossen (bel étage) sind Wohnungen für die wohl situierte Gesellschaft zu finden; den Abschluss bilden (gekappte) Mansarddächer. Somit verband die Blockrandbebauung eine effiziente Parzellenstruktur sowie eine vielfältige Nutzung mit repräsentativen Fassaden zumeist mit historistischem Dekor und prägte Grossstädte wie Paris, Wien, Berlin. Auch in Schweizer Städten wie Zürich, Basel oder Genf hielt die Blockrandbebauung Einzug. In vielen Kleinstädten hingegen blieb sie oft nur fragmentarisch ausgebildet: Statt vollständig geschlossener Blöcke entstanden dort halbseitige Strassenfassungen oder nur abschnittsweise gefasste Platzränder, die dennoch die Intention nach einer übergeordneten räumlichen Ordnung erahnen lassen und eine urbane Präsenz erzeugen. In Rheinfelden lässt sich diese Situation mit mehreren blockrandähnlichen Sequenzen an der Bahnhofstrasse 2 u. 17; am Kirchplatz 1; an der Roberstenstrasse (Bauinventarobjekt RHE938); am Stadtweg (Bauinventarobjekt RHE946) sowie im vorliegenden Fall an der Ecke Quellenstrasse / Belchenstrasse besonders gut beobachten. Nachdem die Blockrandbebauung im 20. Jh. durch aufgelockerte Siedlungsformen, wie z. B. die Gartenstadt oder die Zeilenbauweise, in Frage gestellt wurde, wird sie in jüngerer Zeit im Städtebau neu rezipiert. Die Blockrandbebauung Belchenstrasse / Quellenstrasse steht westlich des Bahnhofs, wo sich zur Bauzeit der Häuser eines von Rheinfeldens Industriequartieren befand. Der Ansatz zum städtisch verdichteten Bauen an dieser Lage ist im Zusammenhang mit der 1885 auf Anregung von Feldschlösschen-Gründer Theophil Roniger entstandenen gegenüberliegenden Fassfabrik zu sehen. Die Fassfabrik produzierte Bottiche, Wannen, quadratische sowie rechteckige Gefässe und lieferte somit Erzeugnisse, die sowohl in der Getränkeindustrie – man denke an die Rheinfelder Brauereien – wie auch in der Chemie- und Textilindustrie ihren Absatz fanden [1]. Die Häuserzeilen Belchenstrasse 7–11 und Quellenstrasse 18–24 bilden einen Teil einer Blockrandbebauung und sind von unterschiedlichen Auftraggeberschaften und Baumeistern in den Jahren 1899–1903 entstanden. Der blinden Ostfassade des Hauses an der Belchenstrasse 1 nach zu urteilen, war ursprünglich mindestens auch eine Bebauung am Margaretenweg geplant, eventuell sogar ein vollständiges Blockrandgeviert. Die Fragment gebliebene Bebauung ist wohl finanziellen Gründen geschuldet. Das Wohnhaus an der Quellenstrasse 20 wurde 1902 wohl auf eigene Rechnung von Baumeister Gustav Eicheli errichtet. 1987 fand ein Umbau der Dachwohnung und eine Fassadenrenovation statt [2]. |
| Beschreibung: | Die Blockrandbebauung Belchenstrasse / Quellenstrasse befindet sich südwestlich der Altstadt nahe des Bahnhofs in einem der ehemaligen Industriequartiere von Rheinfelden. Die einen rechten Winkel bildenden historistischen Mehrfamilienhäuser umfassen an der Belchenstrasse vier viergeschossige, reich dekorierte Einheiten, wobei insbesondere die Eckbauten im Norden (RHE916A Belchenstrasse 7) und im Süden (RHE916G Quellenstrasse 24) mit steilen Mansarddächern, Eck- und Sockelrustika, Eckbalkonen sowie üppigem Zementguss-Fensterbekrönungen ausgezeichnet sind. Die übrigen drei Einheiten an der Quellenstrasse (RHE916D–F Quellenstrasse 18–22) sind lediglich dreigeschossig ausgebildet und weisen eine bescheidenere Fassadengestaltung auf. Das Wohnhaus an der Quellenstrasse 20 ist ein dreigeschossiges Wohnhaus unter einem Mansarddach. Die strassenseitige Südfassade umfasst drei Fensterachsen, wobei der Hauseingang auf der östlichen Achse liegt und die westliche Achse Doppelfenster und Balkone aufweist. Der Hauseingang bewahrt sein bauzeitliches Holztürblatt mit Ziergitter. Die Balkone ruhen auf dekorativen Konsolen. Die Kunststeingewände der Fenster sind mit Zierkonsolen, Brüstungsfelder oder profilierten Verdachungen ausgestattet. Im Hausinnern hat sich im Treppenhaus die hölzerne Treppe mit Staketengeländer und gedrechseltem Antrittspfosten bewahrt. In den Wohnungen sind Türgewände und Türblätter sowie Stuckdecken erhalten. |
| Anmerkungen: | [1] Zur Fassfabrik und Industrie allgemein in Rheinfelden siehe z.B. Walter Hochreiter et al., Drinnen, draussen, dabei. Die Geschichte der Stadt Rheinfelden, Heidelberg 2014, S. 206. [2] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch von 1987. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Gebiet 3.1. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 250; 272. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 510, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch von 1987. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142430 |
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