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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1899 - 1900 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Wohn- und Geschäftshaus |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Historismus |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Jakob Anz, Baumeister Rheinfelden |
| Würdigung: | 1899/1900 vom lokalen Baumeister Jakob Anz errichtetes dreigeschossiges Wohn- und Gewerbehaus unter einem Mansardwalmdach, dessen Erdgeschoss das Restaurant Warteck beherbergte. Sein guter Erhaltungszustand und die späthistoristische Fassadengestaltung mit den Gliederungselementen und Schmuckformen verleihen dem Gebäude eine baukünstlerische Bedeutung. Da es neben dem Obertorturm (kantonales Denkmalschutzobjekt DSI-RHE002) direkt an die Aussenseite der Stadtmauer angebaut ist, befindet es sich an einer prominenten Stelle innerhalb des Stadtgefüges. Mit seiner abgeschrägten und durch den Haupteingang und Balkone ausgezeichneten Südostfassade tritt es betont repräsentativ und städtebaulich geschickt inszeniert in Erscheinung. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Das Wohn- und Gewerbehaus wurde 1899/1900 vom lokalen Baumeister Jakob Anz direkt an die Aussenseite der Stadtmauer angebaut. Anz war dabei bereits mit dem Bauplatz vertraut, da er 1895 beim Wohnhaus auf der anderen Mauerseite (Obertorplatz 2) eine Aufstockung sowie eine historistische Fassadenüberformung vorgenommen hatte [1]. Im Erdgeschoss des Gebäudes am Zollrain 1 befand sich das Restaurant "Warteck"; gemäss Brandkataster war bereits zur Bauzeit die Erdgeschossnutzung als Wirtschaft festgelegt. Anz hat das Gebäude wohl auf eigene Rechnung errichtet und 1901 an den Wirt Johann Marquard verkauft. Nachdem der Restaurantbetrieb eingestellt wurde, diente das Erdgeschoss zunächst als Kindertagesstätte [2]; heute als Ladenlokal. Ein zwar etwas grösseres und repräsentativer gestaltetes, aber hinsichtlich der Bautypologie und Bauzeit durchaus vergleichbares Gebäude stellt der sogenannte "Elsässerhof", das Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstrasse 17 / Hauptwachtplatz 2 von 1896/97 dar, das im Erdgeschoss ein Ladenlokal und eine Wirtschaft umfasste und gemäss mündlicher Auskunft der Eigentümerschaft vom in beiden Rheinfelden tätigen Baumeister Albert Schröter (1865–1924) gebaut wurde [3]. |
| Beschreibung: | Das Wohn- und Gewerbehaus befindet sich unmittelbar beim Obertorturm (kantonales Denkmalschutzobjekt DSI-RHE002) und ist an die Aussenseite der Stadtmauer angebaut. Mit dieser prominenten Lage innerhalb des Stadtgefüges prägt es den Strassenraum des Zollrains und schafft einen Übergang von der mittelalterlichen Kernstadt zu der Bebauung der südöstlichen Vorstadt. Sein rechteckiger Grundriss ist an der südöstlichen Ecke abgeschrägt, so dass eine zusätzliche einachsige Fassade entsteht. Über den drei Vollgeschossen befindet sich ein ausgebautes Mansardgeschoss. Letzteres ist in zeittypischer Weise mit dunklem Schiefer gedeckt und wird durch mehrere Lukarnen gegliedert, die mit kleinen Dreiecksgiebeln versehen sind und eine harmonische Dachsilhouette erzeugen. Die im Späthistorismus häufige Mansardform dient nicht nur der architektonischen Betonung der Attikazone, sondern erweitert zugleich den nutzbaren Wohnraum im Dachgeschoss. Die Fassadengestaltung ist geprägt von einer axialsymmetrischen und feingliedrigen, historistischen Formensprache. Für die Putzfassaden wurden zwei Farbtöne verwendet, einen hellen für die Flächen und einen dunkleren für sämtliche Gliederungselemente, wie Fensterrahmungen, Gesimse, Konsolen und Brüstungsfelder. Das Erdgeschoss zeigt eine rustizierte Putzstruktur, die eine solide Sockelwirkung erzielt und den Gastwirtschaftsteil des Hauses optisch vom Wohnbereich abgrenzt. Die Fenster- und Türöffnungen des Erdgeschosses schliessen stichbogenförmig ab. Während sich der Eingang zur Wirtschaft an der südöstlichen Schmalseite befindet und somit städtebaulich geschickt auf die Kreuzung Zollrain / Schützenweg ausgerichtet ist, liegt der Eingang zum Treppenhaus zu den Obergeschossen dezent an der Südfassade. Die Eingänge sind mit dekorativen Holztüren versehen, die profilierte Rahmungen und Glasfüllungen aufweisen. Die Obergeschosse zeigen axialsymmetrisch angeordnete Rechteckfenster mit unterschiedlich geschmückten Gewänden. Im ersten Obergeschoss sind sie mit einem Dreiecksgiebel bekrönt, ihre Sohlbänke sind durch ein kräftig profiliertes Brüstungsgesims verbunden, unter dem die Brüstungsfelder mit antikisierenden Ornamenten hervorgehoben sind. Im zweiten Obergeschoss ist das Brüstungsgesims flacher ausgebildet und der obere Fensterabschluss lediglich durch einen Schlussstein akzentuiert. Die Fenster bewahren das bauzeitliche System des Sonnenschutzes mit den aussenliegenden und ausklappbaren Rollläden. Besonders hervorzuheben sind die beiden Balkone an der abgeschrägten Südostfassade, die auf schmuckvollen Konsolen ruhen und gebauchte, volutenverzierte Geländer aus Schmiedeeisen besitzen. Ihre Position betont die diagonale Hauptansicht des Gebäudes und verleiht der Ecke eine besondere gestalterische Spannung. Bei der rückwärtigen Nordfassade ist durch die abfallende Topographie das Kellergeschoss freistehend. Die Fenster sind hier als schlichte Rechtecköffnungen gestaltet. Im Innern haben sich im Erdgeschoss im Bereich des ehemaligen Restaurants holzsichtiges, kassettiertes Wandtäfer und ein schlichter Stuckrahmen an der Decke erhalten. Das Treppenhaus in der westlichen Gebäudehälfte bewahrt das hölzerne Treppengeländer mit den gedrechselten Staketen. In den Wohnungen im Obergeschoss fanden Modernisierungen statt, wobei sich Parkettböden und Knietäfer erhalten haben. Im Keller sind massive Mauern aus Natursteinen im Zusammenhang mit der Stadtmauer vorhanden. |
| Anmerkungen: | [1] Hunziker Hoegger 2011, S. 226. [2] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 1218 (2005). [3] Edith Hunziker, Zusatzmaterialien zum Kunstdenkmälerband, Parzellendossier Bahnhofstrasse 17, Hauptwachtplatz 2, Ass. 189, P. 1006 (unpubliziert, Kantonale Denkmalpflege Aargau). |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 489, Anm. 982. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 392, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 1218 (2005). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142426 |
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