SAK-KLL002 Kölliken, Katholische Pfarrkirche Mutter Gottes, 1963-1964 (Dossier (Spezialinventare))

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Signatur:SAK-KLL002
Signatur Archivplan:SAK-KLL002
Titel:Kölliken, Katholische Pfarrkirche Mutter Gottes
Ansichtsbild:
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Bezirk:Zofingen
Gemeinde:Kölliken
Adresse:Kirchengasse 14
Parzellen-Nr.:2052
Grundbuch-Nr.:1009
Koordinate N:1242896
Koordinate E:2664499
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2664499&y=1242896
Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kirche (christkath.)
Entstehungszeitraum:1963 - 1964
Autorschaft:Geiser & Schmidlin, Aarau
Bau- und Nutzungsgeschichte:Seit 1941 werden katholische Gottesdienste in Kölliken gehalten, 1957 wird ein Bauplatz für den Kirchenneubau erworben. Der Architekt Schmidlin, Aarau, erhält einen Direktauftrag für das Projekt [1]. Der Bau wird als "dauerhaftes Provisorium" geplant: Geplant ist, auf dem Grundstück eine Kirche und ein Pfarrhaus zu bauen, dann würde die jetzige Kirche als Pfarreisaal umgenutzt [2], dazu kommt es jedoch nicht. Nachträglich wird dem Kircheneingang ein Vordach angesetzt. Im Moment wird ein grösserer Umbau erwägt [3].
Beschreibung:Die kleine Saalkirche auf recheckigem Grundriss mit Eternit gedecktem Satteldach steht traufseitig etwas von der Strasse abgerückt. Vor der Kirche steht ein filigraner, offener Glockenturm aus Stahlträgern mit zwei Glocken. Die Strassenfassade der Kirche ist in Sichtbeton ausgeführt, das Dach wird von der Wand abgelöst. Im UG ist das Gelände teilweise abgegraben; in der im unteren Bereich verputzten Wand befindet sich der Eingang zu den Kirchgemeindenräumen. Die Stirnseiten sind verputzt, vor der Eingangsseite steht ein hölzernes Vordach. Die Längsseite zur Gartenseite dominieren fünf bis auf den Boden herabgezogene Dachbinder aus Sichtbeton. In ihrer Achse stehen scheibenförmige Sichtbetonpfeiler, innen bildet eine vertikale Glasfassade den Raumabschluss. Im Altarbereich ist aussen seitlich die Sakristei angesetzt, hier ist das Dach bis auf den Boden gezogen. Die Kirche betritt man giebelseitig über einen in den Raum eingestellten Windfang, der die Wegrichtung um 90° umlenkt.
Im Inneren ist die Kirche ebenso wie im Äusseren schlicht, aber sehr sorgfältig gestaltet: Die die äussere Dachform abbildende Decke ist mit Holz verkleidet. Die massiven Betondachbinder sind nicht in der Dachverkleidung, jedoch durch die Verglasung seitlich im Inneren sichtbar und rhythmisieren den vierachsigen Raum. Der Boden ist mit Bitumen ausgegossen, nur im um wenige Stufen erhöhten Altarbereich ist der Boden mit Steinplatten belegt. Der Altarbereich wird durch Dachfenster vertikal von oben beleuchtet, das seitliche, die gesamte Seite des ersten "Jochs" ausfüllende Buntglasfenster von Willy Helbling aus Brugg (*1920) [4] in der Strassenseite betont die zentrale Bedeutung dieses Bereichs. Die drei Achsen des Kirchenraums mit den Kirchenbänken werden über die vollflächige Verglasung zur Gartenseite beleuchtet. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das schwere Dach durch ein Fensterband von der Wand getrennt. Die Strassenfassade ist als ein raumgreifendes Wandelement ausgebildet: Die tiefen scheibenförmigen Sichtbetonpfeiler in Achse der Dachbinder bilden gemeinsam mit zwei horizontalen Flächen ober- und unterhalb der Fensterbänder ein Raster aus. Die Füllung der Ebenen liegt bei dem Fensterband und dem Buntglasfenster auf der Innenseite, bei den anderen Feldern auf de Aussenseite. So wird eine Art Seitenschiff und ein einseitig eingezogener Chor ausgebildet. Im "Seitenschiff" befindet sich auch der Beichtstuhl. Der räumliche Aufbau der Seitenwand mit den versetzten vertikalen Ebenen bildet sich auch im Äusseren ab: Über der Sichtbetonwand liegt das Fensterband tief eingenischt, unterteilt von den Querwänden in Achse der Dachbinder, auch das Buntglasfenster liegt zurückversetzt. Die Ausstattung des Kirchenraums ist grösstenteils erhalten, sowohl die Leuchten, das Gestühl als auch der Tabernakel von Willi Helbling sind bauzeitlich. Das grosse Kreuz an der Altarwand (vermutlich eine Florentiner Arbeit) und die Madonna im "Seitenschiff" stammen aus der Sammlung Siegfried Amberg [5]; zumindest das Kreuz hängt von Anfang an in der Kirche.
Würdigung:Die Mutter-Gottes-Kirche wird 1963-64 vom Architekturbüro Geiser & Schmidlin, Aarau, errichtet. In ihrer sehr schlichten, aber qualitätsvollen Detaillierung, der differenzierten Lichtführung und mit ihrer grösstenteils original erhaltenen Ausstattung ist sie ein gutes Beispiel einer Diasporakirche aus dieser Zeit.
Anmerkungen:[1] U. Kaufmann: Zum Bau der neuen kath. Kirche in Kölliken, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964.
[2] Geiser & Schmidlin: Beschrieb des Architekten, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964.
[3] Angaben von Frau Temperato, Sigristin, Gespräch vom 24.7.09.
[4] U. Kaufmann: Zum Bau der neuen kath. Kirche in Kölliken, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964; http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx Stand vom 24.7.09.
[5] U. Kaufmann: Zum Bau der neuen kath. Kirche in Kölliken, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964; Angaben von Frau Temperato, Sigristin, Gespräch vom 24.7.09.
Literatur:- Ludwig Reinhard: Die neue Marien-Kirche von Kölliken - ein Markstein für die Seelsorge der Pfarrei Schöftland, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964
- Georg Boner: Aus Köllikens kirchlicher Vergangenheit, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964
- U. Kaufmann: Zum Bau der neuen kath. Kirche in Kölliken, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964
- Geiser & Schmidlin: Beschrieb des Architekten, in: Pfarrblatt der röm.-katholischen Kirchgemeinden Aarau / Lenzburg 26.6.1964
- Markus Widmer-Dean: Kölliken. Geschichte eines Dorfes, o.O. (Zofingen) 1998, S. 325
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
Standort:Archiv Denkmalpflege
Behältnis:Behmen 2, Bachstrasse 15, 5001 Aarau
Verzeichnungsstufe:Dossier (Spezialinventare)
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=128097
 

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