DSI-KLI024 Klosterweg 217, Friedhofkapelle, 1816 (Dossier (Denkmalschutzinventar))

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General information

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Information on identification

Ref. code:DSI-KLI024
Ref. code AP:KLI024
Former reference codes:KLI902
DOK-KLI839.010
Title:Klosterweg 217, Friedhofkapelle
Bezirk:Zurzach
Gemeinde:Klingnau
Adresse:Klosterweg 217
Versicherungs-Nr.:217
Parzellen-Nr.:1022
Koordinate E:2661259
Koordinate N:1270337
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2661259,1270337&z=9&search=2661259%2F1270337,coordinate

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kapelle

Information on content and structure

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):6/2/2026
Kantonaler Schutzumfang:integral

Information on related materials

Creation date(s):1816
Bau- und Nutzungsgeschichte:Über Jahrhunderte wurden die Toten auf dem Friedhof bestattet, der die Pfarrkirche umgeben hatte. Platzmangel und Hygienegründe führten 1813 zur Verlegung des Gottesackers an den Hangfuss des Achenbergs im Osten der Stadt. Der Bau einer Kapelle wurde der Gemeinde 1815 gegen die Verpflichtung bewilligt, für den baulichen Unterhalt aufzukommen. Ein Jahr später fand die Einsegnung der Jesus, Maria und Joseph gewidmeten Friedhofskapelle statt, in der jährlich drei Messen gelesen werden durften. Ein Grossteil der Ausstattung (nicht erhalten) konnte aus profanierten Sakralbauten Klingnaus übernommen werden: Der Altar, die Bestuhlung und etliche Leuchter kamen aus der Hauskapelle der Propstei Klingnau, Propsteistrasse 1, die Stationenbilder und eine Glocke aus der ehemaligen Klosterkirche Sion. 1875/76 erhielt der Friedhof eine neue Einfriedung, deren Sockelsteine von Steinmetz Jakob Fischer, Dottikon, geliefert und versetzt wurden. 1878/79 renovierte Zimmermann R. Holzschitter das Gotteshaus und stattete es mit einem neugotischen Vorzeichen aus. Während der Friedhof 2013 nach einem Umbau neu geweiht wurde, harrt die letztmals 1979 renovierte Kapelle ihrer Instandsetzung.
Beschreibung:Die zweiachsige Friedhofskapelle bedeckt ein Satteldach, das über dem Polygonalchor abgewalmt ist und einen quadratischen, blechverkleideten Dachreiter trägt. Seinen Helm bekrönt ein Malteserkreuz, das von der Johanniterkirche stammen soll. In die ungegliederten Längswände und die Schrägwände des Chors sind rundbogige Fensteröffnungen eingeschnitten. Die Sandsteingewände der Fenster und des mit profilierten Bogenanfängern versehenen Korbbogenportals sind schmal gefast. Das zweiflügelige Türblatt geht ebenfalls noch auf die Bauzeit zurück und zeigt eine Aufdoppelung aus profilierten, im Fischgratmuster angeordneten Friesbrettern. Im schmucklosen, von flachen Gipsdecken überspannten Inneren trennt ein Triumphbogen das Schiff vom Chor. Die Bleiverglasung mit farbigen Bordüren geht auf das späte 19. Jh. zurück, der Tonplatten-boden auf eine Sanierung von 1920. Die beiden Glocken wurden im Vorfeld der nicht realisierten Restaurierung abgehängt und in der Abdankungshaile aufgestellt. Die 1567 datierte Glocke (Dm. 39,5 cm) stammt aus der Klosterkirche Sion und wurde der Gemeinde 1815 vom Staat unentgeltlich
überlassen. Sie trägt an der Schulter die Umschrift «GOT BEGNAD VNNS ARMEN ANNO DOMENY M COCCO LXVIl». 1797 (Dm. 39 cm) von Jakog Philipp Brandenberg, Glockengiesser in Zug. An der Schulter die Umschrift: «CRVX CHRISTI SIT NOBIS AD VTRIVSQVE VITE SALVTEM (Möge das Kreuz Christi für uns zur Rettung beider Leben sein) 1797» zwischen Blütenfriesen. An der Flanke drei Reliefs: Kreuzigungsgruppe, hl. Nikolaus, hl. Joseph mit stehendem Jesusknaben; am Wolm die Giesserin-schrift «lA • PHI • B • B • IN ZVG». "Die bemerkenswerte, vermutlich aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts datierende Einfriedung des Gottesackers besteht aus Muschelkalksteinplatten und Gusseisengittern.
Das Haupttor, das sich genau in der Kapellenachse befindet, flankieren reich skulptierte Postamente aus Muschelkalkstein mit bekrönenden Metallvasen." Das ältere Friedhofskreuz datiert von 1665 und ist als Einzelobjekt im Jahr 1963 unter kantonalen Schutz gestellt worden (DSI-KLI010). Um das Jahr 1970 wurde es von seinem angestammten Standort beim Haupteingang der Pfarrkirche St. Katharina auf den Friedhof versetzt. Bei dessen Erweiterung 1979 wurde es umplatziert und restauriert. Die Vorderseite des aus Muschelkalk gehauenen Kreuzes trägt am gestuften Sockel die Inschrift des Stifterehepaars «BEATH IAC[OB] / HAEFELE DER / RATHEN / M[ARIA?] BARBARA HOFSTETTEN /1665» und darüber das Datum einer Renovierung von 1831. Rückseitig steht unter einem Totenschädel (Schädel Adams) der Mahnspruch «STAMBAUM / UNSERS / HEILS / ÜBER TOT / U[ND] HÖLLE». Auch das eigentliche Kreuz ist beidseits skulptiert. Vorn sind die Balkenenden mit Sonne und Mond versehen, darunter findet sich das von einem Dolch durchstossene Herz Jesu mit dem Spruch «DAS ZEICHEN DES SIEGES JESU». Die rückseitigen Balkenenden tragen geflügelte Engelsköpfchen (Cherubim), der Kreuzstamm das von Nägeln durchbohrte Herz Jesu. Das jüngere Friedhofskreuz in der Mittelachse vor der Kapelle datiert von 1880. Es trägt am hohen Postament die Inschrift «Rette deine Seele» und dürfte als Missionskreuz entstanden sein. Bei der jüngsten Restaurierung 2012 wurde der aus Zink gegossene Korpus repariert und neu vergoldet. Sockel und Postament konnten geflickt werden, während das stark verwitterte Kreuz ersetzt werden musste.
Literatur:- Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau XI, Der Bezirk Zurzach I, Aaretal, Surbtal, Kirchspiel Leuggern", Edith Hunziker, Thomas B. Manetsch, Susanne Ritter-Lutz; Bern 2024, S. 142f.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
KI-KLI902 Friedhofkapelle, Keine Angabe (Dossier (Kurzinventar))
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=124811
 

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