Hauptmenü

19.6 Integrationsvorlehre

Die Integrationsvorlehre (INVOL) bereitet anerkannte und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländerinnen und Ausländer branchenspezifisch auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vor. Die INVOL ist Teil eines vierjährigen Pilotprogramms des Bundes in Zusammenarbeit mit den Kantonen, den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) sowie den Institutionen der Berufsbildung. Im Kanton Aargau hat dieses Pilotprogramm im September 2018 an drei Berufsfachschulen gestartet: der Berufsschule Aarau (bsa), dem Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ Brugg) und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen (LZL). Das vom Bundesrat initiierte Programm soll die Integration von anerkannten und vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Ausländerinnen und Ausländern in die berufliche Grundbildung und in den Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern. Die INVOL soll dazu beitragen, das wirtschaftliche Potenzial junger Menschen im Flüchtlingsbereich besser auszuschöpfen und ihre Sozialhilfeabhängigkeit zu senken.

Das Angebot richtet sich an anerkannte und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländerinnen und Ausländer ab dem 21. Altersjahr. Sie müssen den Integrationskurs 1 (IKG 1) abgeschlossen haben und über genügend Deutschkenntnisse verfügen. Der Sprachstand der Teilnehmenden zu Beginn der INVOL sollte im Regelfall dem Niveau A2 mündlich und A1 bis A2 schriftlich entsprechen (gemäss gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen GER). Entscheidend sind neben der Motivation auch das schulische und praktische Potenzial der betreffenden Personen. Im Idealfall bringen diese eine geeignete Vorbildung oder Berufserfahrung aus ihrem Herkunftsland mit.

Im Kanton Aargau stehen pro Jahr 70 INVOL-Plätze für Personen zwischen 21 und 40 Jahren mit geeigneter Ausbildung und genügend Potenzial zur Verfügung. Die Lernenden besuchen während der einjährigen INVOL an zwei Tagen pro Woche die Berufsfachschule. An drei Tagen arbeiten sie in einem Betrieb, um praktische Erfahrungen im angestrebten Berufsfeld zu sammeln. Der schulische Teil deckt berufskundliche und allgemeinbildende Kompetenzen ab und setzt den Schwerpunkt auf den Erwerb der berufsbezogenen Sprache. Das Ziel nach der INVOL ist es, dass die Lernenden eine Berufslehre beginnen können und diese mit einem Eidgenössischen Berufsattest (EBA) oder einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) im angestrebten Beruf abschliessen können.