Navigation

Sprunglinks

Pilotprojekte "Deutschförderung vor dem Kindergarten"

Frau sitzt mit drei spielenden Kindern am Tisch.
© Adobe Stock

Der Regierungsrat hat anfangs Juni 2020 die Durchführung von Pilotprojekten zur "Deutschförderung vor dem Kindergarten" beschlossen. Mit dem Pilotvorhaben in ausgewählten vier bis sechs Gemeinden sollen ab 2021 bis 2024 Erkenntnisse gesammelt werden, die eine Entscheidungsgrundlage zur Einführung einer kantonalen Gesetzesgrundlage bilden.

Hintergrund zu diesem Vorhaben sind parlamentarische Vorstösse, welche die Einführung von gesetzlichen Grundlagen verlangen, um Vorschulkinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen zum Besuch von Sprachfördermassnahmen verpflichten zu können. Dadurch sollen bei Eintritt in den Kindergarten ausgeglichenere Bedingungen für den Schulstart geschaffen werden.

Ziele der Pilotprojekte

In den Pilotprojekten sollen vielfältige Erkenntnisse gewonnen werden, welche eine Grundlage für einen politischen Entscheid über eine mögliche Einführung einer obligatorischen Deutschförderung vor dem Kindergarten bilden. Sie liefern zudem Informationen:

  • zum Stand der Deutschkenntnisse von Vorschulkindern ein Jahr vor Kindergartenbeginn,
  • zum Aufwand für die Umsetzung einer einjährigen Deutschförderung bei den Vorschulkindern mit Förderbedarf,
  • zu den durchschnittlichen Kosten für die Förderung pro Kind und
  • zu den konkreten Effekten der Förderung auf die Deutschkenntnisse und die soziale Integration.

Inhalt

Die Pilotprojekte bestehen aus zwei Verfahrensschritten:

  1. Der Identifikation derjenigen Kinder, bei denen ein Deutschförderbedarf besteht, über ein spezifisches Selektionsverfahren, und
  2. der anschliessenden Umsetzung einer einjährigen Deutschförderung an Kindertagesstätten, Spielgruppen oder allenfalls Tagesfamilien. Die Förderung findet im Jahr vor dem Kindergarteneintritt während mindestens zwei Halbtagen pro Woche in alltagsintegrierter Form statt.

Im Rahmen der Pilotprojekte erfolgt die Deutschförderung auf freiwilliger Basis.

Die beiden Verfahrensschritte sollen an vier bis sechs Pilotgemeinden unterschiedlicher Grösse und Struktur erprobt werden. Der Kanton übernimmt dabei einen substanziellen Teil der Kosten für die Förderung der Kinder mit festgestelltem Förderbedarf.

Zeitplan

WannWas
Juni 2020Ausschreibung der Pilotprojekte
Herbst 2020Auswahl der Pilotgemeinden
Januar 2021Information der Eltern und Selektion der Kinder mit Förderbedarf in den Pilotgemeinden
August 2021Start des ersten einjährigen Förderangebots in den Spielgruppen, Kindertagesstätten oder allenfalls Tagesfamilien
Juli 2024 (Ende Schuljahr 2023/24)Abschluss der Pilotprojekte nach dreimaliger Durchführung des Selektionsverfahrens und der jeweils einjährigen Deutschförderung

Interessiert?

Ausschreibung zur Teilnahme für interessierte Gemeinden

Informationsunterlagen und Bewerbung

An einer Teilnahme an den Pilotprojekten interessierte Gemeinden können sich zum Erhalt weiterer Informationsunterlagen per E-Mail an das Departement BKS wenden. Das Bewerbungsverfahren dauert bis zum 18. September 2020.

Voraussetzungen

Voraussetzungen zur Teilnahme an den Pilotprojekten sind

  • die Zustimmung durch den Gemeinderat,
  • die Bestimmung einer projektverantwortlichen Person vor Ort,
  • das Vorhandensein mindestens einer der erwähnten Institutionen für die Deutschförderung,
  • und die Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit allen am Projekt Beteiligten.

Zudem ist es von Vorteil, wenn die Gemeinde bereits Kontakte zu Institutionen des Frühbereichs pflegt, die Erfahrung mit alltagsintegrierter Sprachförderung haben beziehungsweise bereit sind, sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln.