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Ziele und Schwerpunkte

In jedem Handlungsfeld zeigen strategische Ziele auf, was bis 2026 erreicht werden soll. Pro Handlungsfeld werden zudem mehrere Stossrichtungen aufgeführt. Sie beinhalten konkrete Ansätze für die Umsetzung in den nächsten drei Jahren und zeigen, mit welchen ersten Schritten die Ziele erreicht werden.

1. Dienstleistungen für Bevölkerung und Unternehmen

Ziele

Z1: Das digitale Leistungsangebot für die Bevölkerung und Unternehmen ist gezielt und priorisiert ausgebaut. Die meistgefragten Dienstleistungen und Informationen sind durchgängig elektronisch, medienbruchfrei und personalisiert verfügbar.

Z2: Die freie Nutzung von Daten von öffentlichem Interesse für Bevölkerung und Unternehmen ist weiter vereinfacht und sicher. In den meistnachgefragten Themenbereichen stehen die Daten benutzergerecht zur Verfügung.

Stossrichtungen

D1: Bei der Weiterentwicklung des digitalen Leistungs- und Informationsangebots werden die Kunden und die weiteren Anspruchsgruppen miteinbezogen.

D2: Die Dienstleistungen werden möglichst personalisiert angeboten. Der Einbezug von personen- und unternehmensbezogenen Daten kann von den Kundinnen und Kunden selber gesteuert werden.

D3: Die Nutzung der Dienstleistungen wird durch digitale Frage- und Antwortsysteme (zum Beispiel Chatbots oder Voicebots) unterstützt und vereinfacht. Trackingsysteme ermöglichen Abfragen zum Stand von Verfahren.

D4: Anstelle von Bewilligungsprozessen werden soweit wie möglich Selbstdeklarationen eingeführt.

D5: Daten von öffentlichem Interesse werden standardisiert und maschinenlesbar zugänglich gemacht.

Vereine sind darauf angewiesen, dass die Zusammenarbeit mit der Verwaltung orts- und zeitunabhängig möglich ist. Online-Dienstleistungen erleichtern uns die ehrenamtliche Tätigkeit enorm.

Ramona Stöckli Vizepräsidentin TV Muri

2. Kommunikation mit Bevölkerung, Unternehmen und Mitarbeitenden

Ziele

Z3: Der Regierungsrat und die Kantonsverwaltung nutzen digitale Kanäle, um zielgruppengerecht zu kommunizieren und zu interagieren.

Stossrichtungen

K1: Die Kommunikation erfolgt zeitnah und durchgängig über die zur Verfügung stehenden Kanäle.

K2: Das Informationsangebot des Kantons wird bezüglich Form, Sprache und Visualisierung nach den Bedürfnissen der Bevölkerung und Unternehmen ausgerichtet.

K3: Die zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle werden gezielt für den Austausch mit der Bevölkerung, den Unternehmen, Gemeinden und Mitarbeitenden genutzt.

K4: Die verfügbaren Daten und Informationen werden zur Erläuterung und Unterstützung der strategischen Sachziele des Regierungsrats eingesetzt

K5: Die Kommunikationskompetenzen des Kantons werden – unabhängig von Organisation und Standort – stärker miteinander vernetzt und optimiert (zum Beispiel durch Kompetenzzentren, Kanalbewirtschaftung).

K6: Die Umsetzung der Strategie Digitale Transformation «SmartAargau» wird durch gezielte verwaltungsinterne Kommunikations- und Informationsangebote, darunter auch Plattformen für die Partizipation und Kollaboration der Mitarbeitenden, begleitet und unterstützt.

3. Prozesse und Ressourcen

Ziele

Z4: Die notwendigen Ressourcen für die Entwicklung von Digitalisierungslösungen sind bereitgestellt. Mit der Automatisierung von Dienstleistungen und Abläufen wird das Mengenwachstum aufgefangen. Die Effizienzsteigerung setzt Ressourcen frei für Aufgaben ausserhalb der Routine.

Z5: Der Kanton Aargau reguliert möglichst technologieunabhängig unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Standards.

Stossrichtungen

P1: Die kantonale Verwaltung erfasst die mengenmässigen Hauptprozesse. Die Prozesse werden in Zusammenarbeit mit dem Bund und den Gemeinden durchgehend vereinfacht und medienbruchfrei digitalisiert.

P2: Zur Verfügung stehende Standardlösungen werden geprüft, bevor Individuallösungen erarbeitet werden. Die Vernetzung der technischen Systeme und die Zusammenarbeit zwischen Organisationseinheiten werden gefördert.

P3: Die verwaltungsinterne elektronische Aktenführung wird standardisiert und als Führungsinstrument eingesetzt.

P4: Auch die Akten im Rahmen rechtlicher Verfahren stehen in digitaler Form medienbruchfrei zur Verfügung.

P5: Bei der Ressourcenzuteilung werden zukunftsfähige Veränderungen im Massengeschäft und die Entwicklung neuer Ansätze bei der Aufgabenerfüllung prioritär behandelt.

P6: Es werden rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die neuen Geschäftsmodellen Rechnung tragen.

P7: Internationale, nationale und interkantonale Regulierungen und Standards werden laufend beobachtet und Insellösungen bezüglich der Regulierung vermieden.

Alles spricht von neuen Bedrohungen durch Cyberkriminalität. Dass aber die Digitalisierung und Vernetzung in der Polizeiarbeit auch mehr Sicherheit bringt, geht gerne vergessen.

Michael Leupold Kommandant der Kantonspolizei

4. Infrastruktur in der kantonalen Verwaltung

Ziele

Z6: Die Infrastruktur und die Unterstützungsleistungen der Informations- und Kommunikationstechnologie IKT für die digitale Transformation der Kantonsverwaltung sind bedarfsgerecht weiterentwickelt.

Stossrichtungen

I1: Die nahtlose und automatisierte Zusammenarbeit zwischen den technischen Systemen und den Prozessbeteiligten (Interoperabilität) wird gefördert. Die systemübergreifende Prozessführung ist für die beteiligten Stellen transparent und nachvollziehbar.

I2: Die medienbruchfreie Abwicklung und Verknüpfung von externen und internen Prozessen wird gefördert. Dabei sind gemeinsame Basisinfrastrukturen, Datenbanken und Applikationen als Hilfsmittel zu nutzen. Die digitalen Identitäten können in allen Bereichen genutzt werden.

I3: Die Speicherung und der Austausch von Daten sowie die Zugriffs- und Berechtigungsverwaltung werden periodisch dem neuesten Stand der Technik angepasst und auf neue Gefährdungen überprüft. Der Datenschutz wird frühzeitig durch geeignete technische und organisatorische Massnahmen sichergestellt.

I4: Es werden die erforderlichen Einrichtungen bereitgestellt, damit Mitarbeitende die Möglichkeit haben, orts- und plattformunabhängig sowie bei Bedarf auch zeitunabhängig auf ihre Geschäftsunterlagen und Geschäftsprozesse zuzugreifen.

5. Führung und Mitarbeitende

Ziele

Z7: Die digitale Transformation der Kantonsverwaltung ist als prioritäre Aufgabe verankert. Die Führungsverantwortlichen und ihre Mitarbeitenden gestalten und leben den Wandel aktiv.

Z8: Die Mitarbeitenden wenden digitale Techniken nutzbringend an und erkennen das Potential vorhandener Daten für Prozessverbesserungen und intelligente Anwendungen.

Stossrichtungen

F1: Das Bewusstsein für den Abbau von Grenzen und für das Denken in Prozessen wird gefördert. Auf allen Führungsebenen wird die organisationsübergreifende Zusammenarbeit gestärkt.

F2: Führungsverantwortliche und Mitarbeitende schaffen ein Umfeld, in dem Neues ausprobiert und mit Fehlern konstruktiv umgegangen wird.

F3: Die kantonale Verwaltung strebt Kooperationen mit Partnern an, um vorausschauend, flexibel und iterativ Lösungen zu erarbeiten und zu testen. In diesen "Labors" (Pilotprojekten) wird die künftige Art der Aufgabenerfüllung erprobt.

F4: Führungsverantwortliche und Mitarbeitende erhalten die erforderlichen Weiterbildungen und Austauschmöglichkeiten, um ihre Kompetenzen für die digitale Transformation zu stärken.

F5: Die Führungsverantwortlichen und Mitarbeitenden werden bezüglich Datensicherheit und Datenschutz laufend sensibilisiert.

Eine bewusste Kulturentwicklung bezieht auch die laufende digitale Transformation ein. Und sie ist nur erfolgreich, wenn Mitarbeitende ein offenes Arbeitsumfeld finden, wo Innovationen willkommen sind und auch Neues ausprobiert werden darf.

Brigitte Lüthi Leiterin Human Resources Aargau