Navigation

Sprunglinks

Was ist häusliche Gewalt?

Häusliche Gewalt liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten ehelichen, partnerschaftlichen oder familiären Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen.

Wer ist von häuslicher Gewalt betroffen?

Häusliche Gewalt wird oft auf Gewalt in Paarbeziehungen reduziert. Der Begriff umfasst jedoch auch folgende Beziehungen:

  • Geschwister
  • (Gross-, Stief-, Pflege- und Adoptiv-) Eltern-Kind
  • Verwandte

Einige Beispiele: Getrennt lebende Ehefrau wird am Arbeitsplatz von ihrem Ex-Mann belästigt; Mutter misshandelt ihre zweijährigeTochter; Jugendlicher bedroht und schlägt seine ältere Schwester; Familie und Angehörige zwingen eine junge Frau mit Todesdrohungen, sich von ihrem Freund zu trennen.

Häusliche Gewalt betrifft alle sozialen Schichten, unabhängig von Bildung, Einkommen, gesellschaftlichem Status, Religion, Kultur oder Herkunft. Es zeigt sich allerdings die Tendenz, dass häusliche Gewalt bei sozial schlechter gestellten Personen leicht häufiger vorkommt.

Wie sind Kinder von Gewalt zwischen ihren Eltern betroffen?

Kinder erfahren häusliche Gewalt als direkt Betroffene oder indirekt als Zeugen oder Zeuginnen. Letztere werden oft nicht als Betroffene wahrgenommen. Untersuchungen belegen, dass bereits Säuglinge körperliche Anomalien entwickeln, wenn die Beziehung der Eltern von Gewalt geprägt ist.

Gewalt zwischen den Eltern geht häufig damit einher, dass auch die Kinder misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt werden.

Wie äussert sich häusliche Gewalt?

Von Gewalt geprägte Beziehungen unterliegen oft einer Eigendynamik, die für Aussenstehende schwer zu verstehen ist. Folgende Faktoren sind charakteristisch:

  • Häusliche Gewalt wiederholt sich oft. Die Übergriffe werden im Laufe der Zeit häufiger und schwerwiegender.
  • Häusliche Gewalt erfolgt systematisch (im Unterschied zu spontanem Konfliktverhalten).
  • Schuld und Schamgefühle führen zu jahrelangem Schweigen. Die Opfer verbergen die Probleme oder leugnen ihren wahren Ursprung.
  • Die Vorfälle werden – oft von beiden Seiten – bagatellisiert.
  • Opfer können sich häufig nur schwer aus Gewaltbeziehungen lösen. Die emotionale Bindung und Nähe zwischen der Gewalt ausübenden und der gewaltbetroffenen Person schaffen ein Abhängigkeitsverhältnis, das eine Trennung erschwert.
  • Besonders gefährlich für Opfer in Paarbeziehungen sind Trennungssituationen. Während und nach einer Trennung kann häusliche Gewalt entstehen oder bei bereits bestehender Gewalt massiv intensivieren, besonders dann, wenn die Gewalttaten entdeckt und öffentlich werden.
  • Die Gewalt ausübende Person nützt ein Machtgefälle in der Beziehung aus.
  • Kinder – als direkt Betroffene oder als Zeugen oder Zeuginnen - zeigen häufig diverse Verhaltensauffälligkeiten.

Es gibt zahlreiche Formen häuslicher Gewalt, die einzeln, oft aber in Kombination vorkommen:

  • Physische Gewalt (schlagen, würgen, schütteln, Verbrennungen zufügen, mit Gegenständen bewerfen usw. bis zur Extremform: mit einem Messer zustechen oder mit einer Schusswaffe erschiessen)
  • Psychische Gewalt (drohen, nötigen, stalken, wiederholt erniedrigen, bevormunden, Kontakte kontrollieren oder verbieten, ein- oder aussperren, Erwerbsarbeit verbieten oder dazu zwingen, Lohn beschlagnahmen usw.)
  • Sexuelle Gewalt (zu sexuellen Handlungen oder zur Prostitution nötigen, vergewaltigen usw.)

Welche Folgen hat häusliche Gewalt für die Betroffenen?

Gewaltbetroffene Personen leiden häufig unter gesundheitlichen Problemen körperlicher und psychischer Art. Einige Beispiele:

  • Folgen körperlicher Art: Verletzungen, Schmerzen, Infektionen, Fettleibigkeit, Alkohol-, Drogen-, Medikamentenmissbrauch
  • Folgen psychischer Art: Depressionen, Angst, Panikattacken, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls, Ess- und Schlafstörungen, Suizidgedanken/-versuch

Neben den gesundheitlichen Folgen kommen in der Regel auch soziale Probleme hinzu. Einige Beispiele:

  • Folgen sozialer Art: Stigmatisierung, Isolation, Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Verarmung usw.

Neben den Folgen für die Betroffenen verursacht häusliche Gewalt jährlich hohe volkswirtschaftliche Kosten.

Rechtliche Grundlagen

Häusliche Gewalt ist ein komplexes, vielschichtiges Phänomen, das verschiedene Rechtsbereiche tangiert.

Nationale Rechtsgrundlagen

Kantonale Rechtsgrundlagen

Nach Oben