Archive privater Herkunft

Archive privater Herkunft bilden eine wichtige Ergänzung zum staatlichen Archivgut. Das Staatsarchiv übernimmt Nachlässe von ausgewählten Personen, Organisationen, Institutionen und Firmen, sofern diese für die Kantonsgeschichte bedeutsam sind.

Die Archive privater Herkunft sind unterschiedlich erschlossen. Daher sind nicht alle Archive privater Herkunft online recherchierbar. Für die Einsichtnahme gelten die Bestimmungen in den Schenkungs- bzw. Hinterlegungsverträgen.

Nachlässe von Aargauer Persönlichkeiten

Das Staatsarchiv hat verschiedene Archive von Aargauer Personen, Persönlichkeiten und Familien in seine Bestände übernommen. Die Archivalien decken einen Zeitraum von der 2. Hälfte des 18. Jh. bis ins 21. Jh ab. Neben Unterlagen wie Tagebücher gehören Korrespondenzen, Manuskripte, aber auch Bilddokumente wie Fotografien und Glasplatten in seinen Beständen.

Heinz Fröhlich

Fotoreporter Heinz Fröhlich (1933-)

Das Fotoarchiv (ca. 1970-1997) von Heinz Fröhlich bietet einen Fotoschatz, in welchem sich neben nationalen, auch internationale und vor allem regionale Themen finden, in denen der Alltag im Aargau wie Anlässe, Feste, Sport, Brauchtum, Unfälle, und Katastrophen (Flugzeugabsturz Dürrenäsch und Explosion Sprengstoff-Fabrik Dottikon) dokumentiert werden. Dazu zählt auch die Ausschnittsammlung von Presseartikeln, die eine Vielzahl von Themen umfasst.

Zschokke

Politiker und Pädagogen Heinrich Zschokke (1771-1848)

Das Archiv der Familie Zschokke, deren Herzstück der Nachlass von Heinrich Zschokke bildet, hat über die Jahre immer wieder Zuwachs in Form von Schenkungen verschiedener Zschokke-Nachkommen und durch Ankäufe erhalten. Im Bestand von Heinrich Zschokke lassen sich persönliche Dokumente, Briefe, Kolleghefte, Materialien und Vorarbeiten zu seinen Werken finden. Dazu kommen Tage- und Reisetagebücher sowie Akten aus der Zeit der Helvetik 1798 bis 1801 und Bildmaterial.

Nachlässe von Firmen

Die Archive von Firmen bilden im heutigen Industriekanton eine wichtige Ergänzung zu den amtlichen Überlieferungen. Zu einem der frühen Bestände gehört das Firmenarchiv der Indiennedruckerei Laué & Cie, welche von Johann Rudolf Dolder, dem späteren Politiker der helvetischen Republik, 1775 gegründet wurde.

Bronzewarenfabrik Turgi BAG

Bronzewarenfabrik Turgi BAG

Bereits seit 1890 wurden in Turgi Beleuchtungsinstallationen und Haushaltsartikel produziert. 1909 wurde schliesslich die Broncewarenfabrik Turgi BAG gegründet. Sie entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Leuchtenfabriken der Schweiz und hat Industrie- und Designgeschichte geschrieben. Sie produzierte bis 1998 Beleuchtungskörper, fertigte kunstgewerbliche Metallarbeiten und betrieb Handel mit diesen Waren.

Buch- und Firmenarchiv des Verlagshauses Sauerländer

Buch- und Firmenarchiv des Verlagshauses Sauerländer

Bis ins Jahr 2001 bleibt der Sauerländer Verlag in Familienbesitz. 2004 wird das fast lückenlose Firmen- und Bucharchiv dem Staatsarchiv Aargau bzw. der Aargauer Kantonsbibliothek übergeben und damit der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht. Neben den Dokumenten der Firma wurden auch die Archive der Familien Sauerländer, Frey und Oehler übernommen sowie eine Sammlung zur Zeit- und Industriegeschichte. Die Aufarbeitung des Firmenarchivs und der Sammlungen begannen bereits im Rahmen des 150-jährigen Firmenjubiläums 1957 und wurde nach der Übergabe vom Staatsarchiv weitergeführt.

Nachlässe von Organisationen

Aargauer Arbeiterbewegung

Die Archive der Aargauer Arbeiterbewegung

Nachdem die Bestände der landesweit operierenden Gewerkschaften GBI, SMUV und VHTL - Vorgängergewerkschaften der Unia - aufgearbeitet und im Sozialarchiv in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden waren, lancierte die Unia 2007 ein Projekt zur Sicherung der regionalen Überlieferung. Die Überlieferung dieser Organisationen stellt eine wichtige Quelle der Schweizer Geschichte dar. In diesem Zusammenhang wurde auch das Teilprojekt "Archive der Aargauer Arbeiterbewegung" durchgeführt. Ziel war es, die regional ausgerichteten Archivbestände zur Aargauer Arbeiterbewegung im Staatsarchiv öffentlich zugänglich zu machen.

Kaufmännischer Verein Aargau 1870-1998

Der Kaufmännische Verein Aarau 1870-1998

Am 11. November 1870 gründeten 35 junge Kaufleute den Verein junger Kaufleute in Aarau. Ziel war es, die kaufmännische Ausbildung im Kanton Aargau zu verbessern und den neuen Anforderungen der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasant verlaufenden wirtschaftlichen Entwicklung anzupassen. Im Laufe des 20. Jh. entwickelte sich der Verein immer mehr zum Berufsverband mit dem Ziel die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Neben der Bildung von Untergruppen und Sektionen veränderte sich der Kaufmännische Verein allmählich zu einem politisch engagierten Verband.

Mehr zum Thema

Findmittel

Eine Auswahl von Findmitteln zu den im Staatsarchiv Aargau einliegenden Archiven privater Herkunft findet sich in den Archivverzeichnissen . Die Archive privater Herkunft sind zudem in unserer archivinternen Datenbank verzeichnet.

Sonstiges