Hauptmenü

Alle Medienmitteilungen

"Mitenand statt Gägenand": Mit kombinierten Massnahmen wird ab April 2022 die Koexistenz auf der Bahnhofstrasse Aarau getestet :
Ab März wird voraussichtlich umgebaut auf der Bahnhofstrasse in Aarau

Mit einem Testlauf wollen Stadt und Kanton Erfahrungen sammeln für eine definitive Gestaltung der Bahnhofstrasse in Aarau. Der Testlauf beinhaltet eine Vielzahl aufeinander abgestimmter Massnahmen. Mit dem Motto "Mitenand statt Gägenand" soll die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden gelebt werden: weniger Regulierungen, mehr Rücksichtnahme sowie Eigenverantwortung und damit ein besserer Verkehrsablauf und mehr Aufenthaltsqualität. Die Vorbereitungsarbeiten starten voraussichtlich im März 2022, der Testlauf im April 2022 – abhängig davon, ob Einsprachen gemacht werden.

Wie kann auf der Bahnhofstrasse in Aarau der Verkehrsablauf für alle verbessert, der Stadtraum attraktiver und das Miteinander der Verkehrsteilnehmenden gefördert werden? Diese Frage wollen die Stadt Aarau und der Kanton Aargau für die Bahnhofstrasse in Aarau beantworten. Der innovative Lösungsansatz der Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden funktioniert nur, wenn alle Einzelmassnahmen zum Tragen kommen. Dieses Miteinander auf der Bahnhofstrasse wird in einem zeitlich beschränkten Testlauf in zwei Phasen getestet und beinhaltet:

  • Mehrzweckstreifen in der Mitte der Strasse: Über diesen mit Pflanzentrögen möblierten Streifen können die Fussgängerinnen und Fussgänger die Bahnhofstrasse auch ohne markierte Fussgängerstreifen sicher queren. Sie sind dabei nicht an vordefinierte Stellen gebunden und können sich auf ihrer Wunschlinie frei bewegen. Für seheingeschränkte Personen werden Querungsstellen mit entsprechenden taktil-visuellen Elementen erstellt.
  • Das flächige Queren wird weiter unterstützt durch die Aufhebung der Fussgängerstreifen in Kombination mit reduziertem Tempo: Das reduzierte Tempo (Tempo 30) stärkt das sichere Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsmittel und harmonisiert den Verkehrsfluss. Der Verzicht auf Lichtsignalanlagen und eine Reduktion der Beschilderung fördert die gegenseitige Verständigung der Verkehrsteilnehmenden im gemeinsamen Verkehrsraum.
  • Umbau der Bushaltestellen: Der Testlauf soll auch Erkenntnisse zum idealen Standort und der Ausführung der Bushaltestellen liefern. Sie werden so angeordnet, dass das flächige Queren für Fussgängerinnen und Fussgänger unterstützt wird. Als Alternative zur bestehenden Busbucht wird auch ein Fahrbahnhalt getestet, welcher gemäss Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) ausgebaut ist.
  • Anpassungen Kasinostrasse: Die Lichtsignalanlage Kasinostrasse / Bahnhofstrasse wird ausser Betrieb genommen; dadurch können Wartezeiten zwischen den Grünphasen der Lichtsignalanlage eliminiert werden. Die Linksabbiegespur für den motorisierten Individualverkehr wird aufgehoben. Dies ist notwendig, um den Verkehrsfluss auf der Bahnhofstrasse zu verbessern. Zudem wird die Situation für Velofahrende in der Kasinostrasse verbessert und die Querung der Bahnhofstrasse erleichtert.
  • Trottoirüberfahrten: Im Bereich der Bank- und Kasernenstrasse werden Trottoirüberfahrten erstellt. Diese bevorzugen die Fussgängerinnen und Fussgänger und verbessern die Längsverbindung zwischen dem Bahnhof und der Altstadt.
  • In einer zweiten Testphase werden zusätzlich die beidseitigen Velostreifen zu Gunsten eines breiter ausgestalteten Mehrzweckstreifens auf der Bahnhofstrasse aufgehoben.

Koexistenz – "Mitenand statt Gägenand"

"Mitenand statt Gägenand" ist das Motto des Testlaufs. Die Idee der Koexistenz auf der Bahnhofstrasse ist, eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden zu erreichen und die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums zu verbessern. Durch eine Reduktion von Signalen, Steuerungen und abgetrennten Verkehrsflächen werden die gegenseitige Rücksichtnahme und das Miteinander gefördert, um den zur Verfügung stehenden Strassenraum besser auszunützen und die Stadtraumqualität zu verbessern. Ähnliche Situationen finden sich bereits in den grösseren Schweizer Städten, aber auch in kleineren Orten wie Burgdorf, Thun oder Köniz.

Testlauf in zwei Phasen startet im April 2022

Geplant ist, dass beide Testphasen je etwa sechs Monate dauern. Der Start des Testlaufs in Aarau ist abhängig von Einsprachen: Die Signalisations-verfügung wird Anfang Februar 2022 publiziert.

Mit den vorbereitenden Bauarbeiten für den Testlauf können Kanton und Stadt frühestens Anfang März 2022 starten und die erste Phase des Testlaufs könnte Ende April 2022 beginnen. Zu den vorbereitenden Arbeiten gehören: die beiden Bushaltestellen anpassen, die Trottoirüberfahrten sowie die dazugehörigen Markierungen und Demarkierungen erstellen. Nach Abschluss und Auswertung der beiden Testphasen wird entschieden, wie es mit der Bahnhofstrasse in Aarau weitergeht.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt